Astronomische Notizen.
Klanetenlauf im März 1854» Merkur, ist in den ersten Tagen bis gegen die Mitte dieses Monats Abendstern und länger als eine halbe Stunde lang in den Fischen zu finden. Venus, erscheint gegen Ende des Monats eine Stunde lang als Morgenstern im Wassermann. Mars, scheint nach der Abenddämmerung am Osthimmel, zwischen 10 und 12 Uhr Nachts hoch im Süden, im Löwen und bleibt die ganze Nacht hindurch sehr hell sichtbar. Jupiter, glänzt am Morgenhimmel im Schützen über eine Stunde lang. Saturn, im Stier am westlichen Himmel, geht zwischen 1t und 1 Uhr Nachts unter. Uranus, im Widder am Westhimmel, geht schon vor Mitter
nacht unter. _________
Die wichtigsten astronomischen Momente im März 1884. Am 3. Merkur, in der Sonnennähe; Mond, in Conjunction mit Uranus ; 4. Venus, in größter nördlicher Breite; 5. Mond, in Conjunction mit Saturn; 6. Mond, erstes Viertel; 7. Mond, in der Erdferne; Merkur, als Abendstern in größter Ausweichung von der Sonne; 13. Mars, Bedeckung desselben von dem Monde, Eintritt: 3 Ubr 58 Min., Austritt: 4 Uhr 33 Min. Morgens nach mittlerer Berliner Zeit; 14. Woll- mond; 20. Sonne, im Widder, Frühlingsanfang, Tag- und Nachtglciche; 21. Mond, letztes Viertel; 22. Mond, in der Erdnähe; 23. Merkur, in unterer Conjunction mit der Sonne; Mond, in Conjunction mit Jupiter; 25. Mond, in Conjunction mit Venus; 27. Mond, in Conjunction mit Merkur; 28. Neumond; 31. Mond, in Conjuntion mit Uranus.
Die augenfälligsten Sternbilder èm März 1854, an der in unsrer Gegend sichtbaren südlichen Hälfte des Himmels, im Anfänge des Monats, um 10 Uhr 55 Min. Nachts, am Endendes Monats, um 9 Uhr Abends (die bedeutendsten Sternbilder sind mit Fettschrift angegeben):
1) Nördliche Krone, Gr. Baer, Luchs, Fuhrmann, Stier.
2) Bootes, Jagdhunde, Haupthaar der Bereniye, Kl.,Löwe, Zwillinge, Orion.
3) Zungfrau, Gr. Löwe, Krebs, Kl. Hund, Haase.
4) Raabe, Becher, Katze, Wasserschlange, Einhorn, Gr. Hund.
Die Reihe 1) ist dem Pole am nächsten und jede folgende Reihe folgt unter der vorhergehenden immer in der Richtung von Osten nach Westen.
Z«r TsrgesgKfchLchts MKMkfLLrts.
(Vom 25. Februar.) Große Sensation hat die Rede des Grafen Clarendon im Parlament am 14. hler in allen Kreisen Frankfurts erregt, weil dadurch die eigentlichen Absichten Rußlands gegen Preußen und das von demKaifer auSgeübte SchiedSrichteramt bet dem Streite zwischen Preußen und Oesterreich im Jahre 1850, nun auch in hiesigen Kreisen verbreitet sind, welche die damalige Friedenspolitik Preußens auf das Entschiedenste verdammen. Nicht bloß, daß der Kaiser im Einverständniß mit Oesterreich die Ablehnung seiner Proposttionen durch Preußen als eine Kriegserklärung bezeichnete, sondern er bemühte sich auch noch, England in das Bündniß gegen Preußen zu ziehen. „Er verlangte" — sagt Clarendon — „daß ein britisches Geschwader mit dem russischen in der Ostsee zusammen kreuzen sollte, um zu zeigen, daß die Großmächte entschlossen seyen, die Sache (die Differenz zwischen Preußen und Oesterreich) in Ordnung zu bringen. Preußen sollte also von Oesterreich, Rußland und England zur Annahme des russischen Schiedsspruches gezwungen werden, und that daher klug, statt der Aufnahme eines in seinen Ausgängen zweifelhaften Kampfes, KaS minder Gefahrvolle der Nachgiebigkeit zu wählen.