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Vierte Beilage zu M 47. Freitag, dm 24. Februar 1854t

der Handelsreisenden getroffenen Vereinbarung angeordnet. Es sind daher vom Jan. 1854 an belgische Gewerbtreibende, beziehungsweise deren Reisediener, bei dem gedachten Verkehre nach denselben Regeln, wie andere nicht begünstigte Ausländer zu behandeln. — Eine zweite Cirkular-Verfügung deffelben Ministers gibt Kenntniß von der unter den Regierungen der Zollvereins-Staaten getroffenen Vereinbarung, durch welche die Ausfuhr -Vergütigung für den aus indischem Rohzucker rassinirten Hutzucker und Candis vom 1. Februar ab von 6'h auf 6 Thlr. vom Centner Netto - Gewicht herabgesetzt wird.

^Heidelberg. Nach zweitägiger Anwesenheit verließ der Graf von Ysenburg nebst seiner Gemahlin unsere Stadt, um sich, der Erstere über München, die Letztere über Kassel, nach Dresden zu einem Besuche des Fürsten v. Hohenlohe zu begeben.

*** Karlsruhe Es ist nun gewiß (berichtet u. A. das ultramontane „Mainzer Journ."), daß das Ministerium dem Erzbischof auf sein letztes Schreiben eine Antwort gegeben hat. Von deren Inhalt verlautet nichts, als daß ein neuer Vorschlag für ein In­terim darin gemacht ist, von dem die Herren Minister selbst überzeugt (?) sind, daß er bischöflicher Seits nicht angenommen wird.

*** London. Nach den „Daily News" hat die britische Regierung beschloffen, das nach der Türkei bestimmte Expeditionscorps auf 26,000 Mann zu bringen. — Prinz Albert hielt Revue über das 3. Bataillon Garde-Grenadiere und das 1. Bataillon schottischer Garde- Füsiliere, die sofort nach dem Oriente werden eingeschifft werden.

In der am 18. d. stattgehabten Sitzung des Privatconseils ist das Verbot der Ausfuhr von Waffen, Munitionen und allen für Kriegszwecke irgend geeigneten Maschinen (Dampf- schiffmaschinen u. s. w.) beschloffen worden. Das Verbot tritt vom 18. d. an in Kraft. Die dießfällige Proclamation ist bereits veröffentlicht.

Das Unterhaus hat sich nach einer langen Debatte über die orientalische Frage vertagt. Mehrere Summen wurden für die Marine bewilligt. Lord Palmerston sagte, daß England und Frankreich sich gerüstet haben, um eine edle und hochherzige Sache zu vertheidiget, um das Recht gegen die Stärke, die Gerechtigkeit gegen die Gewalt aufrechtzuerhalten.

*** Paris. Die Fürstin von Lieven hat nun aus Petersburg ebenfalls den Befehl erhalten, Frankreich zu verlaffen. Sie wird von Paris abreisen und sich nach Brüffel bege­ben. Nur einigen wenigen Ruffen bleibt es gestattet, noch in Frankreich zu verweilen.

Der „Moniteur algerien" vom 15. d. meldet, daß die in dem Süden Algeriens unter­nommene Expedition beendigt ist. Sie führte zur Unterwerfung aller Städte und Stämme in den südlichen Distrikten, welche bisher noch ihre Unabhängigkeit von der französischen Herrschaft behauptet hatten. Ein von dem Generalgouverneur angeordnetes neues Angriffs­system trug wesentlich zu diesem Ergebnisse bei. Die verbündeten Gums streiften, die Feinde aufsuchend und rasch verfolgend, durch die weiten Räume, welche die französischen Vorposten von den Oasen der Beni-M'zab, der N'gouffa und Ouargla trennen; in gewissen Entfer­nungen rückten ihnen die französischen leichten Colonnen nach, bereit, je nach Erforderns sie wieder an sich zu ziehen oder chnen Hülfe zu bringen.

V Madrid. Die Sitzungen des Ministerrathes folgen sich fortwährend sehr rasch auf­einander. Man versichert, daß über wichtige politische Fragen Berathungen gepflogen werden.

V Turin. Der König ist nach Genua abgereist. Aus der ganzen Eisenbahnlinie von der Hauptstadt bis Genua wurde der königliche Convoi von den Bevölkerungen mitEn- thusiasmus begrüßt.

, *** Konstantinopel. Die Serben sollen ungehalten seyn, daß man einen Sani- tatscordon an der österreichischen Gränze ziehen will. Sie setzen ihr Land in Vertheidigungk- zustand. In Belgrad hat man ein slavisches Lied zu Gunsten des Sultans publicirt. Izzet Pascha hat Sami Pascha für die walachische Miliz 3000 Gewehre angeboten, die er in der