bedeutendsten neuen Artikel scheint der über „Gold" zu seyn. M'Culloch schätzt die der- malige Goldproduction in der Welt auf 47 Millionen Pfd. Sterl, und sagt eine Werth, Verringerung dieses edeln Metalles voraus, die jedoch nur sehr allmâlig eintreten werde.
Herr Violinspieler Ernst, „der König der Geiger", wie ihn Berlioz nennt, dessen erstes Concert im hiesigen Schauspielhause von so großem Erfolge begleitet war und den großen Ruf, der diesem berühmten Meister auf seinem Instrumente vorhergeht, abermals glänzend bewährte, hat auch in Wiesbaden im Laufe dieser Woche ein großes Concert mit ebenso großem Erfolge gegeben, und wir können dem kunstsinnigen Publikum die angenehme Kunde dringen, baß wir in nächster Woche noch einmal das Vergnügen haben werden, den genialen Künstler auf unserer Bühne zu hören. Ernst bedarf der Empfehlung nicht, sein Ruf sieht fest, feine Leistungen sind großartig und brillant, und längst anerkannt. Auch die liebenswürdige französische Schauspielerin Fräulein Siona Levy, die in ihrer ganzen Auffassung so lebhaft an die Rachel erinnert, wird in diesem Concerte un» noch einmal vorgeführt werden. Wir glauben uns verpflichtet, auf diesen Kunstgenuß das Publikum einstweilen aufmerksam zu machen. Z.
MeneM MachrichteR.
%* Wien Jm Banate werden, laut der ossicrellen „Oesterr. Corr,", noch weitere 25,000 Mann österreichische Truppen „für alle Eventualitäten" aufgestellt. — Schließlich spricht die „Oesterr. Corresp." die Hoffnung aus, daß eine Vermittelung immer noch obsiegen werde.
Die „Lemberger Zeitg." veröffentlicht in ihrer letzten Nummer den Wortlaut des Ausfuhrverbotes von Getreide und Hülsenfrüchten aus Rußland. Am Schluffe der Verordnung wird bemerkt, daß dieses Verbot für jene Sendungen, welche durch die k. polnische Gränzkammer zu Michâlowice zur Verpflegung der Stadt Krakau abgehen, keine Geltung habe.
%* Berlin. Große Sensation hat die Rede des Grafen Clarendon im Parlamente am 14. hier erregt, weil daraus die eigentlichen Absichten Rußlands gegen Preußen und das von dem Kaiser auSgeübte Schiedsrichteramt bei dem Streite zwischen Preußen und Oesterreich im Jahre 1850 nun auch in Kreisen verbreitet sind, welche die damalige Friedenspolitik auf W Entschiedenste verdammen. Nicht bloß, daß der Kaiser im Einverständniß mit Oesterreich die Ablehnung seiner Präpositionen durch Preußen als eine Kriegserklärung bezeichnete, sondern er bemühte sich auch noch, England in das Bündniß gegen Preußen zu ziehen. „Er verlangte," — sagt Clarendon, — „daß ein britisches Geschwader mit dem russischen zusammen kreuzen sollte, um zu zeigen, daß die Großmächte entschlossen find, die Sache (die Differenz zwischen Preußen und Oesterreich) in Ordnung zu bringen." Preußen sollte also von Oesterreich, Rußland und England zur Annahme des russischen Schiedsspruches gezwungen werden, und that daher klug, statt der Aufnahme eines in seinen Ausgängen zweifelhaften Kampfes, das minder Gefahrvolle der Nachgiebigkeit zu wählen.
Der Fürst Arthur Trubetzkoy, Adjutant des Fürsten von Warschau Grafen Paskewitsch, ist von Warschau hier angekommen.
Bei der BittschcistewComwisfion der zweiten Kammer kamen am 18. auch mehrere Bittschriften auS Pommern fürEinsübrung der Prügelstrafe zur Erörterung. Sie wurden von der Commission mit 7 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Es wurde dabei erwähnt, daß sich Directoren großer Gefängniß-Anstalten auf Befragen gegen die Prügelstrafe erklärt und auch v. Savigny sich dagegen ausgesprochen habe.
Nach einet Mittheilung der „Leipz. Ztg." wird die oppositionelle „Autog. Corresp ondenz" vorzugsweise von Hrn. Harkort geleitet.
Durch eine am 24. December 1853 ergangene Cirkular-Verfügung des Finanzminifters wird in Folge des Erlöschens des preußisch-belgischen Handelsvertrages die Aufhebung der zwischen den Staaten des Zollvereins und Belgien wegen gegenseitiger Behandlung