Rußland außerdem nur noch in Moskau und in zwölf andern Städten, wovon sechs allein in den deutschen Ostseeproviuzen, eigentliche Zeitungen und Zeitschriften (mit Ausnahme der Gouvernements-Amtsblätter) gedruckt.
Im Hofburgtheater zu Wien kam dieser Tage S. H. Mosenthal'S „Sonnenwend, hos" zur Aufführung. DaS Stück wurde von dem sehr zahlreich versammelten Publikum recht günstig ausgenommen und der Dichter zu wiederholten Malen gerufen.
Der geniale Schauspieler Dawison in Wien hat endlich doch seine dortige Entlassung erhalten. In Folge eines überaus glänzenden Anerbietens hatte er bekanntlich am Dresdener Hoftheater ein Engagement angenommen, bevor seine Verpflichtungen in Wien ganz gelöst waren. Als ihm in Wien die Entlassung verweigert wurde, hatte er mit Laube einen heftigen Austritt. Deßhalb wurde ihm von der Intendantur die Bühne untersagt, der Abschied aber gleichzeitig verweigert. Diese Strafe ist nunmehr auch zurückgenommen und Dawison bereits in Dresden.
Der durch seine zwanzigjährige Reise in Südamerika bekannte deutsche Künstler Moritz RugendaS befindet sich gegenwärtig in Berlin. Derselbe bringt zu den vielen Skizzen aus Mexiko, welche sich bereits im Berliner königlichen HandzeichnungScabinet im neuen Museum befinden, noch eine große Reihe von Skizzen aus Südamerika, welche jene Sammlung vermehren sollen. Dieselben sind im Auftrag Sr. Majestät des Königs ausgeführt. RugendaS, welchen Alexander V. Humdold in seinem KoSmoS sehr rühmlich hervorhebt, beabsichtigt eine nochmalige Reise nach Südamerika zu künstlerischen Zwecken.
Bildhauer G. Bläser in Berlin arbeitet an einer Büste von Radowitz, welche deS Verstorbenen Familie bestellt hat. B. A fing er arbeitet für den Herzog von Accarenza in Wien ein Crucifix, an welchem die Figur deS Erlösers in der Größe von 3^2 Fuß ausgesührt wird. Wittich arbeitet an einer Portraitbüste des General- FeldmarschayS von Müffling in Marmor, die für Erfurt bestimmt ist, während ein Bronzeabguß auf Befehl deS Königs nach Potsdam kommen wird.
Wie in der großen Oper zu Paris, kommt auch im k. k. Hofopertheater zu Wien Anfangs März Spontini'S „Vestalin" wieder zur Aufführung. Frau Marlow wird die Titelrolle, Herr Roger den Licinu» geben.
In der „Düffeld. Ztg " wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Brüsseler Kunstausstellung, die, wie schon gemeldet, vom 1. August bis 30. Septbr. d. I. dauert, mit der Berliner und der Düsseldorfer in dieselbe Zeit fällt. Auf der Brüsseler Ausstellung von 1851 waren unter den 792 Ausstellern 314 Ausländer, darunter 62 Deutfche. Sollte man sich denn über die größeren Ausstellungen, zum Heile der Kunst, wie der Künstler und Kunstfreunde, zu keiner zweckmäßigeren internationalen Vereinbarung verständigen können? Die Belgier sowohl wie die Deutschen würden dabei gewinnen, denn beide können von einander noch etwas lernen.
Der französische „Moniteur Universel" bestätigt die über Meyerbeer'S „l’Etoile du Nord“ in der „Köln. Z " gegebene Rachricht, daß die Commission für dramatische Leser die Aufführung unter den jetzigen Zeitverhältniffen zwar für nicht ganz geeignet gehalten, der Kaiser aber anders entschieden habe, da diese Oper kein Gelegenheitsstück, sondern ein musikalisches Werk sey, und eS heiße dem Texte eine übertriebene Bedeutung beilegen, wenn die Aufführung desselben verboten würde; auch würde, außer dem Nachtheile für die Autoren (Meyerbeer und Scribe) und für die Theaterverwaltung, das Publikum eines Vergnügens beraubt und nicht minder die Kunst in ihren Interessen beeinträchtigt werden. Aus diesen Gründen ist „der Stern des Nordens" am 16. d. M. zur Aufführung gekommen.
Von I. R. M'Culloch's bekanntem Handelswörterbuche (A Dictionary, Practi- cal, Theoretical and Historical, of Commerce and Commercial Navigation) ist bei Longman und Comp. in London eine neue, mit vielen Artikeln bereicherte Auflage er* 'chrenen, deren Vorrede einen schönen Nachruf an Sir Robert Peel enthält. Einer der