Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt der freien MM Frankfurt. ^g^

(SrpedttionS-Comptoir am hl. GeistpförtchenA 214°)- | |

â 44. Dienstag, dm 21. Februar 1854.

UebeâLck der WreigKiffe im WebLete der politischen und materiellen Interessen.

Was macht gewinnen? Nicht lange besinnen' , . Was bringt zu Ehren? Sich wehren!

Altdeutsches Spruchwort.

Frankfurt, den 21. Februar. Werfen wir einen Blick auf die gegenwärtigen politischen Verhältnisse, so bietet sich keine Aussicht auf eine friedliche Ent­wickelung derselben. Durch die Bekanntmachung der Aktenstücke in London und Paris, welche sich auf die orientalische Frage beziehen, tritt auf der eine« Seite das innigste Bestreben der Westmächte hervor, den Krieg zu vermeiden, und auf der an­deren Seite das starre Festhalten Rußlands an seinen einmal gefaßten Meinungen. Die Vorgänge in den Donaufürstenthümern haben nun aber zur Genüge gezeigt, daß weder hier unter den Romanen, noch unter der christlichen Bevölkerung der türkischen Provinz selbst Sympathien für Rußland in so hohem Grade anzutreffen sind, daß die Bevölkerung mit Todesverachtung die Waffen zur Vertheidigung des beanspruchten russischen ProtectorateS ergreifen würde. Abgesehen von kleineren Raubzügen ist die christliche Bevölkerung der Türkei in einer ruhigen Haltung geblieben. Die Rechts­frage deS Streites ist hinlänglich bekannt und die ganze gebildete Welt bezeichnet die russische Politik als eine in ihren Voraussetzungen unbegründete, in ihren Fol­gerungen rücksichtslose und herrschsüchtige. EinBeweiS hierfür liegt in den Zu- muthungeu Rußlands gegen die beiden deutschen Großmächte und geht daraus hervor, daß in Petersburg eine völlige Verkennung der thatsächlichen Verhältnisse Preu­ßens und Oesterreichs vorhanden ist. Von allen Seiten wird die Nachricht überein­stimmend gemeldet, daß das Petersburger Cabinet sowohl in Wien als in Berlin, ab­gesehen von der Aufforderung zur Abschließung eines Neutralitätsvertrages im russischen Interesse, den Antrag gestellt habe, man möge in Petersburg um die russische Garantie dieses Vertrages nachsuchen, damit im Falle einer Verletzung deS Neutra­lität-bündnisses Rußland seine mächtige Hülfe den deutschen Nachbarn ange­deihen lassen könne. Damit wäre dann daS russische Protectorat über Deutsch­land vollendet gewesen. Dieser Vorgang hatte aber auch für Oesterreichs Politik einen Wendepunkt zur Folge, denn die österreichische Regierung gewann endlich die Ueberzeugung, daß ihre und Rußlands Interessen im Orient weit von einander abweichen. Das Bestreben Rußlands, diesem rein politischen Streit-