Ausbruch eines neuen Kampfes zwischen Oesterreich und der Pforte bevorstand, versuchte der Nachfolger Arseni'S im Patriarchate, Jowanowich, von Neuem Verbindungen anzu- knüpfen, die zum Zwecke hatten, die ganze serbische Nation und daS ganze ausgedehnte Gebiet zwischen der Donau und dem adriatischen Meere dem türkischen Joche zu entziehen. Er selbst, sowie der ihm untergeordnete Erzbischof von Ochrida im nördlichen Albanien soll damals den Wunsch ausgedrückt haben, zugleich mit der weltlichen Herrschaft über ihre Kirchensprengel belieben zu werden und Sitz und Stimme am deutschen Reichstage zu erhalten. Der Ausstand, der damals, im Jahre 1737 im nördlichen Albanien auöbrach, wurde von den Türken mit blutiger Gewalt unterdrückt. Bei 20 000 Familienhäupter, die mit den Ihrigen sich nach der österreichischen Gränze zu flüchteten, wurden von den nachsetzenden Türken an den Ufern der Kolubara eingeholt und bis auf wenige, die entweder entkamen oder in die Sklaverei abgeführl wurden, niedergemetzelt. Der Krieg nahm für Oesterreich, ungeachtet aller Tapferkeit, mit der die österreichischen Truppen kämpften, die unglücklichste Wendung. Durch den Belgrader Frieden vom Jahr 1739 fielen alle vor 21 Jahren der Türkei abgenommenen Landschaften jenseit der Sawe uad Donau unter die Botmäßigkeit der Pforte zurück. Noch einmal, beinahe 50 Jahre später, schien eS, als ob den Serben von Oesterreich das Heil kommen solle. Im Jahre 1788 vereinigte Kaiser Joseph II. sich mit Rußland zum Kriege gegen die Pforte, in der ausgesprochenen Absicht, die Türken auS Europa zu vertreiben und „die Menschheit an diesen Barbaren zu rächen". Auf Befehl deS Kaisers wurde bei dem Heere, welches die Donau überschritt, ein serbisches FreicorpS errichtet, dem Freiwillige zu Pferde und zu Fuß in Menge zuströmten und das schon bei der Bel^crung von Belgrad im Jahre 1789 gute Dienste leistete. Nach der Einnahme dieses Platzes drang der Oberst Mihal- jewich, der das FreicorpS befehligte, mit demselben auf Wegen, auf denen noch nie ein europäisches Heer gezogen war, nach Karanowaz vor und entriß es den Türken. Im Januar 1790 erschien er vor Kragujewaz und nahm auch diese im Herzen deS heutigen Fürstentums Serbien gelegene Stadt, welche in uralter Zeit der Sitz des in Sagen und Liedern gefeierten Knesen Lasar gewesen war. Die alten Kirchen, welche die Türken zu Pserdeställen gemacht, wurden gereinigt, von Neuem geweiht und erschollen wieder von christlichen Lobgesängen. In gleicher Weise wurden beinahe alle bedeutendere Orte deS Lundes genommen. Die Bewohner desselben schlossen sich mit Freuden den kaiserliche» Truppen an; sie zweifelten nicht, daß dießmal ihre Befreiung von Dauer seyn werde und leisteten in den meisten Bezirken die Huldigung. Aber auch dießmal sollte die Hoffnung des unglücklichen Volkes getäuscht werden. Die Politik verdarb, was daS Schwert gut gemacht hatte. Zwar war Preußen, in dessen auswärtigen Beziehungen Herzberg die der preußsschea Politik von Friedrich II. gegebene Richtung festzuhalten bemüht war, nicht abgeneigt, zu einer österreichischen Gebietserweiterung an der Donau feine Zustimmung zu geben; um so mehr widerstrebten jedoch seine Verbündeten, England und Holland, jedem solchen Plane, und da überdieß die große europäische Gefahr, welche auS den Fortschritten der Revolution in Frankreich hervorzugehen drohte, bald ausschließend die Aufmerksamkeit der Höfe in Anspruch nahm, so wurde zuletzt auch Oesterreich vermocht, auf jede Veränderung deS alten Besitzstandes im Orient zu verzichten.
Bekanntmachungen,
Versteuerung von 200 Flaschen Ananas-Arrac- Punsch-Essenz.
Benannte Punsch-Essenz soll Gamstag den 18 Februar, Vormittags 11 Uhr, gegen baare Zahlung in dem VergantungSzimmer öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden, E. Belschner, Ausrufer,