*** Iserlohn. In Folge der Erwerbung des Jahdebusens hat sich hier ein Comite gebildet, das für die preußische Marine Beiträge sammeln will.
%* Karlsruhe. Die erste Kammer nahm in ihrer Sitzung vom 13. den Gesetz- Entwurf, die Civil liste betr. durch Akklamation an und brachte dem Regenten ein dreimaliges Loch. '
*** Osnabrück. Der „Kirchenbote" excommunicirt die sämmtlichen Freimaurer. (!!!)
*** Won der Donau Hr. V. Bruck ist in Folge neuerdings an ihn ergangener Instructionen in Konstantinopel eifrigst bemüht, der dem Frieden geneigteren türkischen Partei eine moralische Unterstützung zu gewähren. In Bezug auf die fortwährende Vermehrung der türkischen Armee durch politische Flüchtlinge aus aller Herren Länder soll sich Hr. v. Bruck zu Remonstrationen veranlaßt gesehen haben. Zn neuester Zeit sind wieder eine Anzahl polnischer Emigranten in die türkische Armee getreten.
*** Jassy. Man meldet aus Jassy, 2. Febr., daß die angeordnete Sequestration des Vermögens des in türkischen Diensten stehenden Georg Sturdza dort den ungünstigsten Eindruck machte. Obwohl die Maßregel nur die nothwendige Konsequenz der Einverleibung der walachischen Miliz in die russische Armee und der Bildung von Freischaaren aus zusammengerafften Söldlingen aus den verschiedensten Provinzen der Pforte ist, so erblickt man in ihr doch eine weitere Bestätigung, daß Rußland die Donaufürstenthümer nicht nur de facto, sondern bereits de jure als sein Eigenthum betrachtet, und alle Verheißungen, daß Rußland die Integrität des türkischen Reiches nicht anzutasten beabsichtige, werden diesen Acten gegenüber als leere Worte angesehen.
*** Paris. Der Eindruck, den das eigenhändige Schreiben L. Napoleons zur Unter- stützung des sog. fran^. Ultimatums an den Kaiser Nikolaus in Petersburg wirklich gemacht hat, ist ziemlich verschieden von dem, den man nach den französischen Blättern in Paris davon erwartet hat. Wird das russ. Cabinet überhaupt jenes Ultimatum beantworten, so wird die Antwort entschieden ablehnend lauten.
*** Brüssel. Hr. v. Kisseleff, welcher in diesen letzten Tagen durch ein Unwohlseyn, von dem er bald nach seiner Ankunft dahier ergriffen wurde, das Zimmer zu hü^en genöthigt war, ist von dem Könige Leopold heute in einer Privataudienz empfangen worden.
V Italien In Mailand greift die Umsturzpartei (nach einem Bericht der „Allg. Ztg.") wieder zu dem erbärmlichen Mittel der Verbreitung von Droh- und Brandbriefen, durch welche der ruhigere Theil der dortigen Bevölkerung in seinen Carnevalsbelustigungen gestört und in .Aufregung versetzt werden soll. Den Cigarren wurde wiederum der Krieg erklärt, indem man friedliche Raucher derselben zu insultiren anfing. Gerüchte tauchten auf, man werde am Sonntag den 5. d. den zweiten Act des Mordattentats vom 6. Fehr, v. J. in größerer Ausdehnung als damals in Mailand aufführen. Die Polizei entdeckte Wäffenvorräthe und nahm in Folge dessen einige Verhaftungen vor. Die Bestimmungen des Proklams des Feldmarschalls Radetzky vom 13. Sept. v. I., nach welchem die Verbreiter beunruhigender Nachrichten dem kriegsrechtlichen Verfahren anheimfallen, mußte wieder in Erinnerung gebracht werden.
*** Warschau. Gras Orloff ist auf der Rückreise von Wien nach Petersburg hier eingetroffen. Er conferirte gleich nach seiner Ankunft mit dem Fürsten von Warschau. Eè wurden ihm aus Petersburg angelangte Depeschen behändigt. In der Umgebung deS Fürsten will man mit Bestimmtheit wissen, der Graf überbringe neue, die Herstellung des Friedens bezweckende Vorschläge. Trotz des außerordentlich zuvorkommenden Empfangs am kaff. Hofe in Wien, soll der Graf mit dem Resultate seiner Bemühungen nicht zufrieden seyn.
*** Kopenhagen. Nachrichten aus Schweden theilen mit, daß der englische Consul in Hernöfand (Hauptstadt der schwedischen Provinz Wester - Norrland) den Befehl erhalten hat,seiner Regierung zu berichten, wie tief der dortige Hafen sey und wie weit Kriegsschiffe hineinkommen könnten. ~