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Vierte Beilage za M 39. Mittwoch, dm 15. Februar 1854-

*** Won -e« Donau. Ueber die Organisation der für die russische Sache an« geworbenen Freiwilligen - Legion in den Donau-Fürstenthümern erhalten wir aus zuver­lässiger Quelle nähere Mittheilungen, deren wesentlichen Inhalt wir in Nachstehendem wiedergeben. Das FreicorpS soll aus Angehörigen der Moldau, Walachei und anderer dem griechischen Glauben zugethaner Völkerschaften gebildet werden, welche für die ganze Dauer deS Krieges gegen die Türken oder für eine bestimmte Zeit Dienst nehmen wol­len. ES wird zunächst als ein Bataillon organisirt, welches 4 Compagnieen enthält. Jede Compagnie hat ihre besondere Fahne und wird zunächst aus 100 Mann, 8 Unter- Offizieren, 1 Sergeant, 1 Fahnenträger, 1 Lieutenant und 1 Compagnie-Chef bestehen; doch ist vorbehalten, die Zahl der Mannschaften erforderlichen Falles zu vermehren. DaS ganze Bataillon wird unter einem besonderen Oberbefehlshaber stehen. Der Sold ist so normtrt, daß der Bataillons-Chef 3 Rubel, der Compagnie-Führer 2 Rubel, der Lieute­nant 1 Rubel, der Fahnenträger 80 Kopeken , der Sergeant 30, der Unter-Offizier 25 und der Gemeine 15 Kopeken täglich erhält. Sämmtliche Bestandtheile der Freilegion haben sich auf eigene Kosten zu equipiren und erhalten von der russischen Regierung nur Bajonett-Flinten, Patronentaschen und Patronen. Die Osficiere werden auS den Frei­willigen durch den russischen Ober-BefehlShaber in den Donauprovinzen ernannt. In Bezug aus Beköstigung, Verpflegung der Kranken und Jnvalidenansprüche wird das FreicorpS der russischen Armee gleichgestellt. Zu bemerken ist noch, daß von den sich meldenden Freiwilligen keine Kenntnisse deS Militärwesens verlangt werden. Es wird ihnen nur aufgegeben, sich mit Schießen und anderen Uebungen zu beschäftigen , welche für Kn Partisanendienst erforderlich sind. Wie wir schon gemeldet, ist der General Sa­los beauftragt, die Organisation des FreicorpS zu leiten. Die Freischärler werden, wie eS heißt, den Namen Stavrofori (Kreuzträger) führen und sich je nach ihrer Nationalität, durch die Farbe des auf der Kopfbedeckung befestigten Kreuzes unterscheiden. Die Grie­chen werden ein blaues, die Walachen und Moldauer ein rothes, die Bulgaren und Serben ein weißes Kreuz tragen. Die Eintheilung der Truppen wird wahrscheinlich gleichfalls nach Nationen erfolgen.

Aus Galacz vom 2. d. wird gemeldet, daß am 1. d. zwei türk. Dampfer und acht Kanonenboote unter dem Commando von Abdul Halil Pascha eine Recognoscirungsfahrt von Matschin gegen Jbraila unternahmen. Bei dem Versuche, aus dem Armein den Hauptstrom einzufahren, wurden sie von den raff. Batterien empfangen, erwiederten das Feuer durch bei­nahe eine Stunde und traten sodann die Rückfahrt an. Auch von Jsaktscha aus soll gleich­zeitig eine türkische Schiffsexpedition gleichfalls erfolglos gegen Reni operirt haben.

V Frankfurt, 14. Februar. Zwölftausend englische Soldaten sind nach dem Orient eingeschifft. Die baltische Flotte besteht aus 14 Linien­schiffen und 21 Fregatten mit 2066 Kanonen. — Neue Nachrichten über Erfolge der Türken an der Donau sind telegraphisch hier eingetroffen. Der Kaiser Napoleon hat an den Kaiser von Rußland ein eigenhändiges Schrei­ben mit dem Vorschläge einer Vermittelung gesendet.

Der „Schwäbische Merkur" enthält folgende Nachrichten über mehrere Personen, welche sich im Jahre 1849 nach Amerika geflüchtet haben. „In New-York leben Löwe, Wiesner, Richter, Zitz, Fröbel, Blenker und Förster von Hünfeld. Löwe hat eine sehr gute Praxis als Arzt; WieSner kann sich in den amerikanischen Geschäftsgeist durch­aus nicht finden. Richter betreibt eine Bierwirthschaft. Zitz hat eine Farm (Landgut) wieder aufgegeben, ist in die Stadt gezogen und hat sich mit einem afrikanischen AH-