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tralitätSerklärnug bedarf, um diese sich von selbst verstehende thatsächliche Reütra- lität aufrecht zu erhalten.

Der in Berlin verblichene Minister deS königl. HauseS, Graf Anton zu Etol- berg-Wer nigerode, ist der Vater deS bis vor Kurzem bei der hiesigen königl. Le- Nation am Bunde attachirten Lieutenants Grafen Stolberg, der der jüngste Sohn des Verblichenen ist.

Baron Brunnow mit seiner Familie, seiner ganzen Kanzlet und seinen drei Sekre­tären, dem Herrn von Berg und den Grafen von WielhorSky und Bludoff, ist hier eiiigetroffen und im Gasthause zum englischen Hofe abgestiegen. Viele vornehme Russen verweilen theils hier, theils im naben Homburg.

Die Nachricht, daß Prinz Friedrich Wilhelm, Sohn des Prinzen von Preußen, welcher gegenwärtig auf einer Reise durch Italien begriffen ist, durch einen Courier den Befehl erhalten habe, schleunigst zu silnem Regiment« zurückzukehren, entbehrt, wie wir aus glaubwürdiger Quelle erfahren, jeder Begründung.

Se. Maj der König von Bayern hat sich bewogen gefunden, dem Licentiaten der Theologie Ch. Hermann Finger von hier und zwar unter Vorbehalt seines Bürger­rechts in der Stadt Frankfurt das Jndigenat des Königreichs zu ertheilen.

Der königl. preußische Consul v. Bethmann ist von Sr. Maj. dem Könige von Preußen in Anerkennung seiner Leistungen, sowie der commerciellen Wichtigkeit Frank­furts zum Generalkonsul ernannt worden.

Heute Nachmittag starb nach längeren Krankenlager der k. k. österreichische Feld« marschallieutenant Freiherr von Stregen im 72. Jahre seines Alters. Er stammt aus altem Frankfurter Patriziergeschlechte und diente über 50 Jahre mit Auszeichnung in der kaiserliche» Armee

Heute Abend gibt der erste Legationssecretär bei der kais. russischen Gesandtschaft dahier, Herr von Stolipine, ein glänzendes Ballfest, zu welchem das ganze diplomatische Corps geladen ist.

Bei dem evangelisch-lutherischen Kirchenvorstande war es seither üblich, was auch der Gegenstand seiner Verhandlungen seyn mochte, jedwede Sitzung mit einem feierlichen Ge­bete zu eröffnen und zu schließen. Da nun in diesen Sitzungen sehr häufig ganz weltliche Dinge vorkommen, so machte ein Mitglied des Vorstandes jüngsthin den Vorschlag, für dieß n Fall von jedweder gottesdienstlichen Erhebung Umgang zu nehmen. Der Vorschlag wurde jedoch mit Stimmenmehrheit beseitigt und die seither üblichen Gebete fanden nach wie vor statt.

Seit mehren Tagen verweilt ein Schwiegersohn Friedrichs von Schiller, Baron v. Gleichen, in unserer Stadt.

Am Abend deS 9. d. stieß ein mit 50 Personen, Victualien und Vieh beladenes, nach Frankfurt bestimmtes Schiff an die Mainbrücke in Aschaffenburg, füllte sich schnell mit Wasser und konnte nur mit größter Mühe Hülse geleistet werden. Wäre diese nicht rasch gekommen, so würde Alles verloren gewesen seyn.

Wie zu erwarten stand, sprachen die Darmstädter Geschwornen über die sieben Personen der frechen Diebsbande, die bis in das Jahr 1853 hinein, der Schrecken Frankfurts war, ihr »Schuldig"; Jac. Lanio, Portefeuillearbeiter, wurde freigespro­chen. Philipp Matthes, Seifensiedergeselle, ist zu 11 Jahren, Peter Schäfer, Fa­brikarbeiter, zu 10 Jahren, und Nic Euler zu 12 Jahren Zuchthausstrafe; Fanny Jggersheim und Margaretha Eichhorn jede zu 2 Jahren EorrectionShauSstrase; Wilh. Merk, Schloffergejelle, und Ludw. Kerber jeder zu 6 Monate mit Abzug von 3 Monaten Untersuchungshaft, verurtheilt. Schweigend und ohne von ihrem Leugnen abzustehen, hörten die Verbrecher ihr Urtheil an. Peter Schäfer, finster, ernst, f st, wie ein geschmiedetes Brecheisen, ein Mensch, deffen energischer, wahrhaft furchtbarer Eharakter einer bessern Sache gewidmet, Großes vollbringen könnte, zuckte nicht einmal mit den Lippen. Das zahlreiche Publikum schien erfreut, daß Frankfurt nun wenigsten- auf ein Decennium von jenen Männern der Nacht und des Schrecken- befreit ist.