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eines solchen Vertrages sich in Berlin selbst zu beschaffen und seiner Regierung witzu­theilen. Diese war der Meinung, daß im Zollverein Differentialzölle, wie in England und Frankreich, beständen und wünschte von diesen Nutzen zu ziehen. Der Gesandte berichtete indeß von Berlin auS, daß im Zollverein dergleichen nicht grundsätzlich bestehen. Der Verfasser beschreibt in dem Werke den Zollverein, die Verwaltung Preußens, die Rechts­pflege, die Finanzen, das Unterrichtswesen und die Armee, und versagt keinem dieser Zweige seine vollkommene Anerkennung. Ein besonderes Kapitel widmet er auch der Aus­wanderung aus Deutschland und der Frage, wie dieselbe zu Gunsten Brasiliens benutzt werden könne.

Von dem im März v. I. in der das sogenannte Märzcomplott betreffenden Untersuchung Verhafteten sind jetzt wiederum zwei entlassen worden, der Dr. Sauer und der Klei­derhändler Kramer.

*** Leipzig. Dieser Tage ist durch rechtzeitiges Entdecken eines entstandenen Feuers ein vielleicht unübersehbares Unglück verhütet worden. In einem der ungeheuern Schränke der Thomasschule, in welchen die Alumnen ihre Kleider und Bücher aufbewahren, war, durch Unvorsichtigkeit eines Schüler, wie es heißt, gegen die Morgenstunden Feuer ausgc- kommen. Glücklicherweise hörten einige der über dem Zimmer schlafenden Alumnen, etwa 60 an der Zahl, das Knistern, und machten noch rechtzeitig Lärm. So gelang es dem Haus­mann und dessen Frau, nebst einem der Schüler, das Feuer zu dämpfen. Charakteristisch ist es, daß von der ganze« großen Anzahl junger Leute, unter denen sich viele befinden, die den Zwanzigern nahestehen oder diese schon erreicht haben, nur ein Einziger befand, der die Besonnenheit bewahrte, sich an dem Löschen zu betheiligen. Die Ucbrigen drängten sich in vollster Verwirrung, mit der Rettung ihrer Habseligkeiten beschäftigt, die vier Treppen von ihrem Schlafsaal herunter.

*** Mainz. Am 5. d. gegen Abend machte der gewesene Obereinnehmer von Bingen, Eberhard, in dem hiesigen Detentionsgefängniß, wohin er wegen Receffes gebracht wor­den war, seinem Leben selbst ein Ende. Sein Vorgänger war wegen desselben Vergehens plötzlich aus Bingen verschwunden und suchte in Amerika ein Asyl.

*** Amerika. Dem amerikanischen Kapitän Ingraham, bekannt durch die Koßta- Affaire, ist nach den letzten Nachrichten aus Newyork von dem Repräsentantenhause mit einer Mehrheit von 174 St. gegen 9 folgende Resolution bewilligt worden: „Es wird Herrn Duncan Ingraham, Befehlshaber der Corvette der Vereinigten Staaten „St. Louis", der Dank des Congresses für sein umsichtiges und tapferes Verhalten am 2. Juli v. J. aus- gedrückt , indem er den Schutz der amerikanischen Regierung' auf Martin Koßta ausdehnte und ihn von einer ungesetzlichen Verhafmng und Gefangenhaltung an Bord der österrei­chischen Brigg „Huszar" befreite. Der Präsident der Bereinigten Staaten ist in Folge dessen ersucht, eine Medaille mit einer den Umständen entsprechenden Inschrift prägen zu lassen, und dieselbe Herrn Duncan Ingraham einzuhändigen, als Beweis der Anerkennung des Con­gresses für die bei der bezeichneten Gelegenheit bekundete Tapferkeit, Entschlossenheit und Um­sicht. Die gegenwärtige Resolution soll ferner dem Kapitän Ingraham in denjenigen Aus- twücken mitgetheilt werden, welche der Präsident für die dem Zwecke des Congresses am meisten entsprechenden erachten wird."

*** Madrid. Die „Madrider Zeitung" veröffentlicht die Ernennung mehrerer Diplo­maten zu wichtigen Posten im Auslande. Hr. L. A. von Cueto ist zum Gesandten Spa­niens in Washington ernannt; Marquis vonBayamo, jüngst als Gesandter nach Mexiko ge­schickt, ist auf diesem Posten durch Hrn. Ramon Lozano ersetzt; dem Marquis von Rivera ist der Gesandtschaftsposten in Berlm übertragen.

V Triest. Die „Triester Ztg." fordert die österreichische Regierung möglichst unver­blümt auf, das Schwert gegen Rußland zu ziehen. Sie erklärt sich energisch gegen den Plan einer Theilung der Türkei, und namentlich im mitteleuropäischen Interesse gegen das abge­schmackte Phantom eines neugriechischen, byzantinischen Kaiserthums, in welchem die politische Weisheit der „Augsburger Allg. Ztg." gipfelt.