spannungen haben. In seiner Erdcasematte befand sich ein einfacher Divan, zwei elegante Lampen und ein aus Lehm zusammengesetztes Kohlenbecken. Ahmet Pascha ist einer der schönsten Männer, die ich auf meinen vielen Reisen gesehen. Derselbe ist von großer Statur und herrlich proportionirt, jede seiner Bewegungen voll edler Würde, sein weiches schwarzes Auge blickt eben so feurig als sanft, und sein blühendes schönes Gesicht wird von einem herrlichen blauschwarzen Barte umschattet. Ueberrascht wurde ich, alS mich der General in dem besten Deutsch und zwar im hannoverischen Dialekte ansprach ; als ich meine Verwunderung hierüber nicht verbergen konnte, sprach er: „„Mein Vater JSmael hat mir einen ehemaligen hannoverischen Offizier, einen braven Mann, zum Erzieher gegeben, der nunmehr mein Hauswesen in Stambui hütet — daher die Kenntniß der deutschen Sprache.""
In Kopenhagen ist von den Professoren Bojeten, Hammerich,Hauch, Bankdirector Hansen, Jnftructeur und königlichem Schauspieler Nielsen eine Einladung zu Beiträgen zu einer Statue für den vor hundert Jahren verstorbenen Dichter Holberg veröffcnt- licht worden. Der einzelne Beitrag ist aus höchstens einen ReichSdankthaler festgesetzt, damit daS Unternehmen von einer anSgcbreilcten Theilnahme Zeugniß geben kann. Die Statue soll aus einem öffentlichen Platz in der Hauptstadt ausgestellt werden.
Bauernfeld hat ein neues Stück an die Bühnen versandt; eS heißt: „Welt und Theater".
Die australische Presse liefert den anschaulichsten Beweis von dem Aufschwung« der Verhältnisse in Australien. Geelong mit 20,000 Einwohnern hat eine täglich erscheinende Zeitung; Sydney, Adelaide, Hobart Town und Melbourne haben deren zwei. Der in letzterer Stadt erscheinende ArguS, der sechs Mal in der Woche drei Bogen, jeden 23 Zoll hoch und 34^2 Zoll breit, bringt und vierteljährig 6^/3 Thaler kostet, hat eine Auflage von 11,000 Kremplarcu.
Der berühmte Violinvirtuose Herr Ernst wird in Begleitung der Fräulein Sido, nia Levy, einer bekannten dramatischen Darstellerin, in dieser Woche hier ein treffen, und auf seiner Reise nach Belgien und England einige Konzerte hier, in Darmstadt und Mainz geben; wir halten eS für Pflicht, daS Publikum einstweilen auf diesen Kunstgenuß aufmerksam zu machen — Am jüngsten Sonntag wurden unS drei neue Lustspiele auf einmal geboten DaS erste to be or to not bö (Seyn oder Nichtscyn), ist ein recht feines, nettes französisches Lustspiel, daS überall, wo eö so vortrefflich, wie hier, dargestellt wird, gefallen wird. Dies artige Stück wird sich gewiß auf unserem Rcpcrtoir erhalten. — Der „bengalische Tiger" wirkt durch die wahrhaft herrliche Darstellung unseres gediegenen Schauspielers Herrn Vollmer (Gottlieb Friedrich), der wie in allen seinen Leistullgen auch hier ein wahres köstliches, originelles Charakterbild schuf, und durch die wirksame Komik des Herrn Stotz wahrhaft drastisch und der Beifallssturm wogte durchs Haus. Der „Regimentsprediger" ist eine geschraubte Piere ohne allen Werth, langweilig, malt, ermüdend; man lege eS ruhig zu den Acten. Z.
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%* Wien. Der österreichische Konsul Hr. Pirjantz, bekannt durch sein Verhalten während der Schlacht bei Smopc, ist nach der amtlichen „Wiener Ztg." durch das goldene Verdicnstkrcuz mit der Krone ausgezeichnet worden.
*** Berlin. Ueber Preußen und den Zollverein ist eine interessante Schrift von dem Visconte v. AbranteS in Brasilien erschienen. Der Graf AbrantcS wurde 1844 von dem Kaiser von Brasilien mit dem Auftrage nach Berlin gesandt, Unterhandlungen über - einen Vertrag mit Preußen und dem Zollverein anzuknüpfen. Die Ansichten der brasilianischen Regierung in Betreff der Grundsätze eines solchen Vertrages waren indeß so unbestimmt, daß es dem Gesandten vielmehr oblag, die Materialien für die Grnndlage