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Vierte Beilage zu J£ 27. Mittlvoch, dm 1. Februar 1854.'

*„* Kyn Hex tüxkischert Gränze. Aus Krajova 20. Jan. wird berichtet, daß täglich "Gefechte zwischen den russischen und türkischen Vorposten bei Kalafat Vorfällen. Am 19. war Fürst Gortschakoff im russischen Lager eingetroffen und es hat sich das Gerücht Verbreiter, daß am 22. oder 23. ein allgemeiner Sturm gegen Kalafat unternommen werden solle. 85 Geschütze schweren Calibers und einige Belagerungsgeschütze waren zu diesem Zwecke bereits im Hauptquartiere beisammen. Man spricht selbst davon, daß, wenn der Sturm gelingen sollte, das russische Corps gleich über die Donau gehen werde; die nöthigen Brückenequipagen seyen auch bereits zur Stelle. — Die Stimmung der Bojaren in der Walachei wird täglich gedrückter. Es hat sich auch an ihnen der alte Solonische Grundsatz bewährt, daß in Kriegszeiten Niemand neutral bleiben darf.

Aus Sebastopol sind authentische Nachrichten vom 11. d. hier. An diesem Tage war die ruff. Kriegsflotte noch vollzählig im Hafen; doch trafen zwei Flotten-Divisionen An­stalten, um am 12. auszulaufen. Das Wohin ? war nur den Divisions-Commandanten be­kannt. Doch verlautet anderwärts aus guter Quelle, Kaiser Nikolaus werde sich durch Drohungen nicht einschüchtern lasten und sicher seine Flotte im schwarzen Meere anweisen, daß sie der Gewalt Gewalt entgegensetze, die Marine aber werde wissen ihre Schuldigkeit zu thun.

Ein Brief aus Bukarest vom 19. meldet einige Details über die Affaire, welche am 13. bei Matschin stattgefunden hat, die dahin lauten, daß die Türken eine Donauinsel nehmen wollten, welche von zwei Compagnien russischer Infanterie schon seit drei Tagen be­setzt und mit Schanzen versehen war. Nach einem sehr lebhaften Gefechte auf der Insel wurden die Türken zurückgeschlagen und von einem mittlerweile herbei gekommenen rüst. Kriegsdampfer, dem mehrere Kanomerschaluppen folgten, bis nach Matschin verfolgt. Bor Matschin eröffneten die Rusten ein heftiges Feuer gegen die Schanzen und die beiden Forts bei Matschin, das die Türken nicht minder lebhaft erwiderten. Das Feuern dauerte von 8 Uhr Früh bis gegen 3 Uhr Nachmittags und endete die Affaire mit dem Rückzüge der Rusten.

Die telegraphischen Berichte aus Krajowa vom 24. melden, daß sich im Stand der Dinge bei Kalafat nichts geändert habe. Bei Palanka, Rahova, Islas und Turnu fin­den aber seit 15. täglich Ueberfälle, Borpostengefechte nnd Plänkeleien statt, die bald durch Uebergangsversuche der Türken, bald durch solche von Seite der Rusten veranlaßt werden, gewöhnlich sehr blutig enden und immer erbitterter geführt werden.

*** RsW. Der Kirchenstaat hat bekanntlich nur wenige unbedeutende Fabriken, die sich hauptsächlich mit Weberei und Färberei von Seiden- und Baumwollen-Stoffen beschäftigen. In Bezug auf alle übrigen Manufaktur-Gegenstände sind die römischen Staaten von der Industrie des Auslandes abhängig und beziehen den überwiegenden Theil ihrer Bedürfnisse aus England. Von preußischen Fabrikaten werden nur Tuche, Elberfelder Rothgarn und Iserlohner kurze Waaren eingeführt; doch wird, in Bezug auf Tuch, dem preußischen Fabrikate durch die englische und französische Industrie eine scharfe Konkurrenz gemacht.

V Fransfrrrt, den 3L Januar (Abends). Die königliche Eröff­nungsrede des englischen Parlaments ist soeben hier eingetroffen, Mit der größten Entschiedenheit wird die Politik Englands in derselben dargelegt, jedoch schließt sie die Hoffnung auf friedliche Ausgleichung nicht aus.

Vier Werkhäuser der Steinbokschen Pulverfabrik in Bautzen gingen am 19. d. Mor­gens in die Lust. Menschen sind dabei nicht verunglückt. Es ist dies bereits die dritte Explosion in derselben Fabrik binnen dreiviertel Jahren.