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Die Böhmc'sche Verlagshandlung in Hamburg kündigt soeben bas Erscheinen eines von Heinrich Marschner componirten CykiuS: „Der fahrende Schüler. AuS dem Wanderbuch von Iulius v. Rodenberg" an. Diese Lieder, welche unlängst das dritte Heft der von Karl Gödecke redigirten „deutschen Wochenschrift" publicirte, sollen mit all der Frische und dem volkSthümlichen Zauber componirt seyn, wodurch alle Werke Marschners sich so sehr auSzetchneN; und wenn diese Schöpfung nur den Beifall findet, der desselben Componisten jüngstem Lied: „Marie vom Oberlande" zu Theil geworden ist, so werden beide, der alte Meister und sein junger Poet, damit zufrieden seyn.

Man schreibt auS Cöln: ES heißt, der hiesige Theaterdirektor Röder würde mit Ende deS laufenden Abonnements seine Vorstellungen aufgeben, wozu Mangel an Theilnahme ihn zwinge. DaS Schauspiel wird entlassen und die Oper geht nach Holland und Bel- gien, um dort eine Zeit lang zu spielen. Anfangs Maè begtbt sich die Oper nach London wo ein CycluS von Vorstellungen gegeben werden soll. Um noch einen letzten Versuch zu machen, hat er sich nach dem Beispiele mehrerer seiner Vorgänger mit einem Unter- stützungSgesuche an den Gemeinderath gewendet. Man sagt, er begehre 5000 Thaler jährliche Subvention. Das wird wieder interessante Debatten adsetzen!

Auch in Frankreich hat man in neuerer Zeit die hohe Wichtigkeit erkannt, welche die Erhaltung geschichtlicher Dokumente nicht bloß für die Kenntniß der Thatsachen und Zustände der Vergangenheit, sondern auch für die Aufklärung vielfacher noch in der Ge­genwart bestehender Rechtsverhältnisse hat. Schon unter der Regierung Ludwig Philipps ist deshalb eine ähnliche Einrichtung getroffen worden, wie jene unserer Provinzial- Archive, indem der Befehl ertheilt wurde, die an einer Menge verschiedener Orte zer­streuten Aktenstücke und Urkunden in den Hauptstädten der Departements zu sammeln und aufzubewahren. Dadurch wurde endlich der ganz rücksichtslosen Verwüstung Einhalt gethan, der bisher die wichtigsten Urkunden preisgegeden waren, von denen z. B. ansehn­liche Quantitäten alljährlich an die Artilleriewerkstätten zur Anfertigung von Patronen abgeliefert wurden. Man wünschte schon damals in die auf diese Weise geretteten Schätze einige Ordnung zu bringen, mußte jedoch darauf Verzicht leisten, weil die Kam­mern die erforderlichen Fonds nicht bewilligten. Erst in der neuesten Zeit ist von dem Minister des Innern Vorsorge dafür getroffen worden, daß wenigstens Kataloge der Departemental-Archive angefertigt werden, und man erwartet, daß die Generalräthe der Departements ihre Unterstützung nicht versagen werden, um diese Kataloge der Oeffent- lichkeit übergeben zu können, waS von allen Freunden geschichtlicher Forschung außerhalb wie innerhalb Frankreichs gewiß mit Freuden begrüßt werden wird,

BöttgerS polytechnisches Notizblaèt, nun seinen 9. Jahrgang angetreten, hat sich unter Fabrikanten und Gewerbtreibenden einen immer größeren Leserkreis verschafft, weil cS mit Recht ein zuverlässiger Rathgeber bei praktischen Arbeiten genannt werden darf, und nichts wichtig Neues in Technologie und technischer Chemie unbesprochen läßt. Solche Vorzüge bei billigem Preis besitzt diese wichtige technische Zeitschrift.

Der Direktor Herr Engel in Berlin hat für die im Kroll'schen Etablissement sich producirenten Zulu-Kaffern durch einen berliner Theaterdichter (R. H.) eine Posse schrei­ben lassen, in welcher die Kaffem in Verbindung mit den Mitgliedern der Theater- Gesellschaft agiren sollen.

DaS Hofburg-Theater in Wien hat daS Trauerspiel von H. Grimm in Berlin: „Demetrius", angenommen. Dasselbe kommt noch in dieser Saison zur Ausführung. Von Otto Prechtler kommt gleichfalls ein neues Drama zur Aufführung: „Michel Eolomb "

Der Ausführung der Hugenotten, in welcher Fräulein Cruvelli am Montag 17. Jan., in der pariser großen Oper debutirte, wohnten der Kaiser und^ie Kaiserin bei.

Am 10. Januar fand in Paris die Jahres-Versammlung des Jntereffsn-RatheS der „Presse" Statt. AuS dem Budget dieses Blattes erhellt, daß die Einnahmen die Aus­gaben im Jahre 1853 um 116,000 Frs. überstiegen/doch daß der jährliche durchschnitt-