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Intelligenz Blatt

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â 24. Samstag, dm 28. Jamar 1854.

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Wer in der Weltgeschichte lebt, Dem Augenblick sollt’ er sich richten? Wer in die Zeiten schaut und strebt, Nur der ist werth, zu sprechen und zu dichten.

Frankfurts den 28. Januar. Die offizielle Preuß. Corresp. theilt dieser Tage einen so merkwürdigen Artikel über die gegenwärtige Lage mit, daß wir es uns nicht versagen können, ihn in Betreff seiner Bedeutung den Lesern unserer UeberbUckc mitzutheilen: „Ein großer Theil des Publikums ist gewöhnt, aus die Haltung der Börsen wie auf einen Barometer der politischen Zustände und der öffentlichen Stimmung zu achten. Wenn diese Ansicht auch, im Allgemeinen genommen, der Begründung nicht entbehren mag, so ist sie doch durch die Erfahrung der neuesten Zeit — das ist eine Ueberzeugung , die wir namentlich.in Bezug auf die unS nahe liegenden Verhältnisse nicht zurückhalten dürfen — nichts weniger als bekräftigt worden. Man darf an die Ge­schäftswelt den Anspruch stellen, daß sie, von der richtigen Erkenntniß ihrer Interessen geleitet, auch in kritischen Verhältnissen durch praktischen Blick, durch maßvolle Besonnen­heit im Urtheil, wie im Handeln, sich bewähre. Nun wird aber kein unbefangener Beobachter in Abrede stellen wollen, daß die europäischen Geldmärkte, in jüngster Ver­gangenheit, dieses Vertrauen bitter getäuscht. haben. Statt in ruhiger Festigkeit einfach den Gang der Ereignisse zur Richtschnur zu nehmen, ließen sie sich von Conjec- turen in die entgegengesetztesten Richtungen schnellen. Seitdem die Verwickelungen im Orient einen für den Frieden Europas bedrohlicheren Charakter angenommen haben, scheinen die Vertreter der materiellen Interessen vollenvs einer besonnenen Wür­digung dèr aus dèn" politischen Regionen herüberschallenden Nachrichten entsagt zu haben; jede Mittheilung wird durch den Hohlspiegel der Börsenangst nur mit Verzerrung wie- . dergegeben; jede Ungewißheit ruft Entmuthigung hervor, jede Besorgniß gibt das Signal zu einem panischen Schrecken. Leider müssen wir bekennen, daß der hiesige Geldmarkt sich von der allgemeinen Rathlosigkeit der Finanzwelt nicht frei zu erhalten gewußt hat, und dürfen wir wohl mit Recht Verwahrung dagegen einlegen, daß die jüngste Haltung der Berliner Börse in irgend einer Weise als Maßstab für die Beurtheilung des öffent­lichen Geistes in unserem Vaterlande geltend gemacht werde. Wir glauben sogar, daß der Kleinmuth der hiesigen Börse eine umso strengere Rüge verdient, als er mit der Stimmung der Bevölkerung und mit der Lage des Landes in entschiedenem Widersprüche steht. Wir begreifen die „panique“ der Wiener Finanzwelt, weil Oesterreich durch seine dem Kriegsschauplatz benachbarte Lage leicht, selbst wider seinen Willen, in die Krisis