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Vierte Beilage zu JE 23. Freitag, dm 27. 0-nmar 1854.

Das Königsberger Schloß. Die hohen Fenster der königlichen Gemächer bil­den selbst Rahmen zu wunderbaren historischen Wandelbildern. Aus diesen Fenstern blickte Suwarow auf die am Geburtstage seiner Kaiserin festlich geschmückte Stadt. — Am 13 Juni 1811 musterte Napoleon auS einem hohen Fenster der königlichen Gemächer, hinter ihm war der Kopf seines Mamelucken Rustan sichtbar, die dem Niemen und ihrem Verderben zuziehenden prachtvollen Regimenter der großen Armee. Ein zehntausendfacheK „Vive l’Empëreur !“ schmetterte durch die Luft und die fieggekrönèen LegisnSadler fenb re« sich huldigend vor dem weltstürmenden Titanen. — Sechs Monate später schaute auS demselben Fenster König Murat von Neapel, in seiner bekannten fantastischen MaSke- radenkletdung, auf den Schloßplatz hinaus. Es war ein wunderbar schauerlicher Sarne» valSzug, — die Fantasie eines Dante hätte ihn nicht erschütternder dichten können, — bet an ihm vorüberdefilirte. Die zusammengewürfelten Trümmer deS herrlichsten KriegS- Heeres, wie es je die Welt gesehen, grotesk ausstaffirt mit seltsam bunten Lappen, in die sich Glend, Hunger, Kälte, Krankheit, Stumpfsinn und Verzweiflung gehüllt hatten — Wahrlich, die wandelnden Erscheinungen, die im Laufe der Zeit an den Fenstern eineS solchen Schlosses austauchen, sind große Capitel auS der Weltgeschichte mit erschüttern» bet Moral. Wer sie nur schreiben könnte! —

Der Vatermörder Johann Halter von Durbach und sein Gehülfe Andreas Schoa von Ottenhöfen haben am 19. Januar zu Gengenbach (Baden) ihr Verbrechen mit dem Tyde gesühnt. Präcis 9 Uhr setzte sich der Zug nach der Richtstäète in feierlich ernster Stille in Bewegung und um halb 10 Uhr war die Todesstrafe durch öffentl. Enthauptn«« a« defi beiden Delinquenten vollzogen. Eine angemessene Anrede deS Stadtvsarrers Hrn. Leader an die vielen Tausende, die sich um das Schaffst versammelt hatten, sowie ein Gebet für die Seelen der Unglücklichen bildeten den Schluß dieses in jeder Beziebvna in ernster Würde abgehaltenen Acrs der Gerechtigkeit. H 8

Sißt wird nach Paris gehen, um auf einem eigens für den PianoheroS gebauten, kostbaren und auf Rieseneffecte berechneten Piano eine neue ConcertLra zu beginne«. Ferdinand Laub soll ihn begleiten.

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1) Die Schlacht bei Kulm. 3) Der Vierwaldstädter See.

^rdè« Bild ist 76 Kuß breit und 48 Kuß hoch. — Die Dioramen sind des Tags über zu sehen. HZ" Um mehrfachen Wünschen zu entsprechen, können Abonnements A si. 2. per Person an der Cassa des Diorama eingezeichnet werden. — Das Abonnement ist nur persönlich und bis September 1854 gültig.

MKKkftWtex GLâdt * Theater»

Freièsa, 27. Januar : (Mozarts Geburtstag.) Bei festlich erleuchtetem Hause. -~ Zum Benefiz des Herrn Caspari. — (Neu einstudirt.) Tètus» Große Oper fs 9 Akten. Musik von Mozart. Mit aufgehobenem Abonnement

Vorläufig« A u z e i g s.

Mittwoch len 1. Februar: Erster Wasken-Ball im SteM-ThesLer. Preise der Plätze.

LogenbillètS des 1. Ranges. 2 6. 42 kr. In den Ball-Saal . . . 1 fl, So kr. ZogÄbiÜM des 2. Ranges. S fl. — Gallerte-Settenplätze. . . - 80 ft