%* Aus dem Mecklenburgischen. Den auch in weiteren Kreisen bekannten Gutsbesitzer I. Pogge auf Roggow bei Güstrow hat ein trauriges Geschick ereilt. Vor Weihnachten hatte er das Unglück, daß bei der Jnbewegungsetzung einer landwirthschastlichen Maschine ihm das vordere Gelenk eines Fingers heftig zerquetscht wurde. Ohne die Wunde hinlänglich ausbluten zu lassen, legte er einen Verband von Schießbaumwolle darauf. Nach wenigen Tagen stellte sich der Kinnbackenkrampf ein, der bei Verwundungen nichts Seltenes ist, und dieser ging zuletzt in einen allgemeinen Starrkrampf über, der seinen Tod verursachte. Herr Pogge war einer der wüthigsten Vorkämpfer für die Rechte jber bürgerlichen Gutsbesitzer Mecklenburgs auf den vormärzlichen mecklenburgischen Landtagen, war unermüdlich im öffentlichen Interesse und dabei von edler uneigennütziger Gesinnung. Er war auch ein Mitglied des Frankfurter Vorparlaments.
*»* Won dèr türkischen Gränze. Die Zahl der in der kleinen Walachei befindlichen rüst. Truppen wird von verläßlicher Seite auf 36,000 Mann mit 60 Geschützen angegeben, von denen 28,000 Mann an den Versuchen theilnehmen, die Kalasater Befestigungswerke zu erstürmen. Die Stärke der Türken in Kalafat beträgt höchstens 20,000 Mann , eine Zahl, die übrigens mehr als hinreichend ist, den Ort nachdrücklich zu vertheidigen. — Reisende, welche Bukarest am 12. d. verlasten hatten, versichern einstimmig, daß die Verluste auf beiden Seiten viel größer gewesen seyen, als in der kurzen, aber noch immer nicht vergessenen Schlacht bei Oltenitza. Die Rusten haben 30 Offiziere, darunter 1 General nnd 7 Stabsoffiziere verloren und zählen über 2000 Todte und Verwundete. Dem General Anrep wird viel Schuld gegeben an dem unbefriedigenden Ausgange der Schlacht bei Esetate am 6. d. Die Anhänge<Rußlands sind in der walachischen Hauptstadt nichts desto- weniger der festen Ueberzeugung, daß Kalafat, wenn auch mit großen Opfern, genommen wird, da der kaiserliche Befehl dahin laute, daß die Türken um jeden Preis auf das rechte Donauufer und zwar in kürzester Zeit zu werfen seyen.
JSland, die jetzt so unwirthliche Oede, hatte im Mittelalter einen fruchtbaren Boden und blühende» Ackerbau. Vulcanische Eruptionen und Lavaströme haben die Aecker zerstört, und Eisberge aus den Polargegenden haben auf das Klima so nachtheilig eingewirkt, daß die unter dem Namen Thule vielleicht schon den Römern bekannte Insel jetzt nur noch Kartoffeln, Rüben, Kohl und dergleichen hervorbringt. Spärliches Nadelholz und verkrüppelte Birken finden sich vor, doch die Miefen prangen im herrlichsten Grün. Besonders dient das isländische MooS, das hier so reichlich wächst, zum Nahrungsmittel der Bewohner, indem eS das Getreide ersetzt. Die Bewohner haben meist einen hohen Grad der Bildung. Selten findet man einen, der nicht lesen oder schreiben könnte. Vaterlandsliebe ist bei ihnen ein schöner Zug deS Charakters und ihre in tausend Schriften und Gedichten aufbewahrten Sagen der Vorzeit leben im Munde und Gedächtniß aller. Selbst Bauern verstehen Latein; die Bibliothek in Reikiavik wird von den Isländern stark benutzt; die Winterzeit wird besonders zu Studien angewandt, im Sommer wird Viehzucht, Fisch- und Vogelsang betrieben. BemerkenSwerth ist die Sittenreinheit unter den Einwohnern: ein von der Regierung erbautes Zuchthaus in Reikiavtk ist schon längst zum GouverncmentShause eingerichtet, weil kein Fall vorgekommen, wo man nöthig gehabt hätte, dort jemanden einzusperren.
Allen perstschen Unterthanen, mit der einzigen Ausnahme von Frauen und Kindern, wurde, wie Petersburger Blätter melden, verboten, Iltis, und Eichhorn-Pelzwerk zu tragen.
Jenny Lind geht zum Frühling nach Londen, wo sie ein Engagement als Concert- sängerin angenommen hat. Ihre Stimme soll sehr verloren haben und ihr Styl immer mehr dem Lovely sich zuneigen; doch ist ihr Gesang noch immer bewundernSwerth.