Vierte Beilage zu M 2L Mittwoch, den 25. Januar 1854; Mu.ii.il ui .. .J.U.IJI., I I ..reeaagB i..ilbm«' ■ . ।-J.'~i_i »i i ^""Em, Todte aufgelesen und 534 Verwundete eingebracht worden sind; die Wunden sind fast durchgehends sehr schwere, überwiegend mehr Schußwunden aus Kleingewehr als Stich- und Hiebwunden. Im Ganzen zählen wir seit 30. December etwas über 1300 Mann an Todten, 471 Blessirten und Verwundeten. Unser Feind mag wohl die doppelte Zahl ein» gebüßt haben, denn in unseren genau geführten Rapporten sind bei uns allein 1143 an Todten und Gefangenen aufgeführt; und dazu schleppen die Russen ihre Verwundeten sofort in ihre Unterlagsspitäler, woran sie auch ganz gut thun, weil wir dermal auf die entsetzlichste Art mit Kranken überfüllt sind, welche überdieß traditionsmäßig noch meistens zu der Transportirung nach Widdin drängen. Die Türken haben in der letzten Zeit wirklich Außerordentliches geleistet; reguläre und irreguläre Mannschaft hat mit Löwenmuth gefochten, ja was noch mehr, mit kaltblütiger Todesverachtung, lieber das Leben als einzelne Posten geopfert, so bei Tschelata, bei Funtina Maglavit, bei Skripetz, wo es galt, Munitionswagen, schweres Geschütz und die Fahnen zu erhalten.
%* Konstantinopel. Die Uebersetzungen neuer Truppen aus Widdin dauern ununterbrochen fort; ist den, von armenischen Lieferanten aus Rustschuk mitgebrachten Gerüchten S trauen, so wurden die aus Konstantinopel ausgelaufenen fünf Dampfboote demnächst den t. Georgscanal herauffahren, und dann ginge es bei Matschin und Hirsova hinüber, um den Feinden den Rückzug nach Bessarabien und der Moldau complett abzuschneiden; Omer Pascha ist wohl der Mann eines solchen Planes und seiner Ausführung!"
%* Warschau Ein Beweis dafür, wie wenig man auf russischer Seite zuversichtliche Friedenshoffnungen nährt, dürste in dem Umstande liegen, daß das kaiserliche Gouvernement in Warschaü kürzlich aus der dortigen Bank 25 Millionen Rubel entnommen hat, um das Geld für künftige Eventualitäten bei der Hand zu haben.
*** Krajowâ. In der Nacht vom 6. auf den 7. zogen sich die Türken hinter Cetate, wo sie sich mit anderen Türken, die Abends vorher in Kähnen über die Donau gekommen waren, vereinigten. Ostwärts von Cetate, am Kampfplatze, waren nur 3000 Türken und das walachische Gränzerbataillon geblieben, welches letztere, aus Rache für die Einäscherung von Salcea und andern Verwüstungen in der Umgegend, verlangt hatte, in die erste Schlachtlinie gestellt zu werden, was auch geschah. Dieses Gränzerbataillon wurde nun von den Ruffen am 7. in der Frühe angegriffen, welches von einem türkischen Bataillon, dann 1000 Mann Kavallerie, und insbesondere von bei türkischen Artillerie kräftigst unterstützt, eine ganze Stunde den Kampf aushielt. Nun brachen die unter den Abhängen hinter Cetate ostwärts gegen die Donau zu postirt gewesenen Türken, bei 6000 Mann stark, in zwei Haufen rechts und links hervor, und griffen die Ruffen in beiden Flanken mit Ungestüm an, Nach halbstündigem heißem Kampfe wurden die Russen mit bedeutendem Verlust zurückgeschlagen , und der Uebermacht weichend zogen sie sich eiligst gegen Radovan zurück, da zu derselben Zeit Ismail Pascha aus den Stellungen oberhalb Calafat, eine Bewegung in derselben Richtung machte. Die den Türken am 6. gegen vier Uhr Abends von Fontana Ba» nului und Hunia (auch Gunia) entsendeten Verstärkungen bei 3000 Mann, zogen sich nach Beendigung des Kampfes wieder in ihre früheren Stellungen. Dadurch wurde die irrige Nachricht in Krajowa verbreitet, die Türken hätten sich von Cetate nach Calafat zurückgezogen, und man konnte sich den eiligen Rückzug der Ruffen am 7. nicht erklären. Es ist nun offenbar, daß während Ismail Pascha einen Theil der Truppen nach Hunia zurückzog, er die bei Cetate zurückgebliebenen, durch die vom rechten Donauufer neu herübergekommenen Türken verstärken ließ, und somit auch die Ruffen täuschte. Bei Cetate commandirte sowohl am 6. als auch am 7. Selim Pascha; Ismail Pascha beobachtete von Maglavit und Hunia aus den Gang des Kanrpfes. An diesem Tage, nach dem Rückzüge der Ruffen, sielen nur Vorpostengefechte vor.