Dritte Beilage zu M 21. Mitwochs dm 25. Januar 1854.
Die Militärliquidation über die Leistungen der einzelnen Staaten im Jahre 1848 liegen bereits dem Ausschüsse vor. Es steht zu erwarten, daß die Sache bald ihre Erledigung findet. Eine Anregung dazu wurde bereits in der jüngsten BundeStags- sitzung gegeben.
Gestern gab der preußische Bundestagsgesandte, Hr. v. Bismark-Schönhausen, ein großes diplomatisches Diner, zu welchem die Bundestagsgesandten wie das hiesige diplomatische Corps eingeladen waren.
Der gestern dahier eingetroffene „Preuß. Staatsanzeiger" bringt das Verzeichniß der bei dem in Berlin am 22. stattgehabten Krönungs- und Ordensfest Ausgezeichneten. Unter Anderm erhielten nachstehende in Frankfurt weilende Persönlichkeiten: der k. preuß. General v. Herwarth, Oberbefehlshaber der preuß. Truppen in Frankfurt, den rothen Adler -Orden ^erster Klaffe mit Eichenlaub, der konigl. Legations- und Bundestagsgesandtschaftsrath, Wentzel, so wie der Rittmeister im 9. Husarenregiment, v. Gilsa, den rothen Adler-Orden 4r Klaffe.
Der Kaiser von Rußland hat dem hiesigen Buchhändler und Antiquar Joseph Baer für seine Verdienste um die kais. öffentliche Bibliothek zu St. Petersburg die goldne Verdienstmedaille am St. Annenbande verliehen. Zugleich ist er zum Hauptcoinmiffwnär dieser Bibliothek für das Ausland ernannt worden.
Der erste dießjährige Theater-Maskenball ist auf den 1. Februar anberaumt. Er dürfte, da viel Neues und Interessantes geboten wird, auch Der Eintrittspreis in den Ballsaal moderirt worden ist, sehr zahlreich besucht werden.
Nachdem die Erlaubniß zu einem Fackelzuge auf dem Maine polizeilich eUhMt war, fand derselbe am Samstag Abend unter großem Zulauf statt und bot ein wahrhaft prächtiges Bild. Mehr als 6000 Menschen waren theils auf dem Main, theils am Quak versammelt. Auch am Sonntage war ein lebhaftes Treiben auf dem Main und die Eis- schnurren verdienten viel Geld. In Offenbach ist jetzt auch eine solche Schnurre ausgestellt, die ebenfalls gute Geschäfte macht. Der Main ist von Offenbach bis hierher vollkommen gangbar.
Dieser Tage wurde nahe an der Schwanheimer Gemarkung eine Frau von einem gesunden Knaben entbunden. Aller Hülfe entbehrend, hätte dieselbe wohl lange in ihrem traurigen Zustande verbleiben können, wenn nicht zufälliger Weise ein Sachsenhâuser deS Weges gekommen wäre und alsbald aus der nächsten Nahe zweckdienliche Hülfe gebracht hätte. Außerdem gab er den Hülfeleistenden noch ein baares Geschenk. So sind emmak die wackeren Sachsenhäuser!
Ein sehr verdienter Lehrer dahier, Herr Gräf, ist am 20. d. M. gestorben.
Ein Jndustrieritter, der in Darmstadt einen Gelddiebstahl verübte und daS Geld in einer hiesigen und einer Darmstädter leichtsinnigen Wirthschaft vergeudete, ist eingefangen worden. Er wird vor die nächsten Darmstädter Assisen gestellt werden.
Das Tanzkränzchen deS freiwilligen Scharsschützenbataillons im Saale des Wslfsech war sehr belebt und Tanz und Heiterkeit dauerte in dem schön decorirten Saale bis früh am Morgen. Nächsten Sonnabend findet in demselben Lokale ein Ball der Gchlasse rgeseilen statt.
Der 16jährige junge Mann, der durch seine Unvorsichtigkeit seinen Tod beim Schlittschuhlaufen fand, ist im Main aufgesunden worden. Er ist der Sohn eines hiesigen Lohnbedienten.
Dem Theaterdirector Hoffmann dahier ist seitens Seiner Hoheit des Herzogs vom Coburg-Gotha ein eigenhändiges, sehr verbindliches Schreiben über die trefft: $6 Ausführung und schöne Jnscmesetzung seiner Oper „Toni" zugekommen.