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Intelligenz Blatt

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M 20. Dienstag, den 24. Januar 1854.

Aeberblick der? Ereignisse im Gebiete der? poliLM und materiellen Interessent

Ich hasse alle Pfuscherei wie die Sünde, besonders aber die Pfuscherei in Staatsangelegenheiten, woraus für Tausende und Millionen nichts als Unheil hervor- geht Göthe.

Frankfurt, den 24. Januar. Wenn die revolutionären Stürme deS Jahres 1848 in dem Königreich der Niederlande nicht gerade einen völligen Umsturz der bestehen­den Institutionen herbeiführten, so haben sie denselben doch eine Erschütterung beige, bracht, deren Nachwirkung sich auch jetzt noch in den Schwankungen der gouvernemen- talen Zustände und in den leidenschaftlichen Kämpfen der Parteien fühlbar macht. Man darf daher wohl nicht ohne Grund behaupten, daß selbst dir neuesten Verwickelungen, welche sich ausschließlich auf dem religiösen Gebiete zu bewegen schienen, mittelbar ihren Ursprung auS der Verwirrung jener stürmischen. Periode herleiten, weil sie vermieden oder ohne große Schwierigkeit gelöst worden wären, wenn sie nicht aus den überspannten Hoffnungen und den aufgeregten Leidenschaften, welche die Hinterlassenschaft deS Jahres 1848 bilden, immer neue Nahrung gezogen hätten. Unter diesen Umständen ist es voll­kommen erklärlich, daß die letzte dreimonatliche Session der Generalstaaten dem Lande wenig fruchtbare Ergebnisse gebracht hat. Die Debatten erhielten sich nur selten auf der, Höhe der allgemeinen Interessen; sie schienen mehr der Nebenbuhlerschaft der Parteien und der individuellen Gereiztheit zu dienen, als dazu bestimmt, die im Saufe der Session angeregten bedeutungsvollen Fragen einer schließlichen und gedeihlichen Lösung näher zu führen. Die Arbeitens der Generalstaaten waren bekanntlich vorzugsweise der Prüfung deS Budgets gewidmet und auch auf diesem wichtigen Felde drehte sich die Erörterung fortwährend im beschränkten Kreise kleinlicher Interessen. Schließlich wurde der StaatS- hauShaltSetat für das Jahr 1854 nach dem ministeriellen Entwürfe genehmigt. DaS Ausgabenbudget erfreute sich einer allgemeinen Zustimmung, da die in Antrag gebrachten Etatserhöhungen im Ganzen nur unerheblich sind und, bei der günstigen Lage des Staats­schatzes, keine neue Belastung deS Landes erforderlich machen. Die vermehrten Ausgaben deS neuen Budgets belaufen sich nämlich in runder Summe nur auf 600,000 Gulden, wovon der größte Theil dem Departement deS Inneren zufällt, um namentlich für öffent­liche Bauten und für Verbesserung- der Wasserstraßen verwendet zu werden. Für das Marinedepartement wurde trotz der drohenden Anzeichen am politischen Horizont nur eine Etatserhöhung von 1000 Gulden verlangt und bewilligt, obgleich, nach Angabe der Ad­mirale Ryck und Franck, das Material der Flotte sich in der jüngsten Zeit nicht uner­heblich vermindert hat. Das Marinebudget wird mithin von 5,655,000 Gulden auf