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%* Paris. Das Zucktpolizeigericht hat nach mehrtägigen Verhandlungen, über die in dem Complotte der komischen Oper als Theilnrhmer einer geheimen Gesellschaft Ange­schuldigten das Urtheil gesprochen. Bier derselben sind sreigesprochen. 22 wurden für schul­dig erkannt, die Gründer einer geheimen Gesellschaft gewesen zu seyn; doch wurde keine Strafe gegen sie ausgesprochen, weil sie schon von dem Schwurgerichte zu einer größeren Strafe vcrurtheilt sind. 5 wurden zu dreijähriger Gefängnißstrafe und einer Geldbuße von je 500 Frs., 15 zu einjähriger Gefängnißstrafe und zu einer Geldbuße von je 100 Frs. verurtheilt.

Durch ein Decret vom 23. Nov. 1853 hatte der Kaiser auf das Budget des Ministe­riums des Innern einen Credit von 4 Mill. Frs. angewiesen, zu dem Zwecke, damit die Gemeinden zu unterstützen, welche für nützliche Arbeiten (in den Gemeinden) Opfer bringen würden. Der Kaiser hat nunmehr durch Decret vom 16. d. einen weiteren Credit von 2 Millionen Frs. dazu bestimmt, den Wohlthätigkeitsanstalten in den Gemeinden, deren Kräfte zur Unterstützung der Arbeitsunfähigen, Frauen und Kinder, die an der WohlthaL jenes Decretes nicht Theil nehmen können, nicht ausrcichcn würden, Beihülse zu leisten.

*** Madrid. Die Cabinetsmodisication, von der jetzt die Rede ist, wird sich allem Anscheine nach auf den Austritt des Justizministers beschränken; es würde dann der Finanzminister interimistisch mit dem Portefeuille des Iustizdepartements betraut werden. — Die Madrider Zeitung veröffentlicht ein königliches Decret vom 28. Dec., nach welchem fortan alle zwei Jahre im Monate Mai eine öffentliche Kunstausstellung in Madrid stattfin­den soll. Zu diesen Ausstellungen sollen die Werke spanischer und ausländischer Künstler, die der letzteren jedoch nur, wenn sie in Spanien verfertigt worden, zugelaffen werden.

*** Bon der Donau Der entscheidende Schlag auf Kalafat scheint nicht in der raschen und erschütternden Weise fallen zu wollen, wie er seit lange angekündigt wurde. Die neuesten Nachrichten stellen vielmehr heraus, daß es den Ruffen nicht gelang, den Ort auch nur vorläufig zu cerniren, daß die Türken vielmehr sie auf offenem Felde auf­suchten, ihre in einem weiten Halbzirkel gezogene Angriffslinie durchbrachen und wenig- -stens den rechten Flügel ein weites Stück gegen Krajowa zurückwarfen.

*** Kalafat. Ob die Türken wirklich an irgend einem Schlachttage zurückgegangen, bedarf noch weiterer Aufklärung. Es besteht in dieser Beziehung ein seltsamer Zwiespalt zwischen den beiden halbofsiciellen Organen in Wien, der „Oesterr. Corresp." und der „Wie­ner Zeitung." Die letztere hält der ersteren gegenüber an der Behauptung fest, daß die Ruffen bereits am 7. eine rückgängige Bewegung gegen Radowan hin antraten, wodurch ihr Erfolg am 6. höchst zweifelhaft wird, und die Behauptung des „Moniteur", daß die Türken schon am ersten Tage das Feld behauptet, eine starke Stütze erhält.

*** Odessa. Einer Mittheilung französischer Blätter aus Odessa vom 22. De­cember zufolge hatte der Befehlshaber der russischen Flottille im Asowschen Meer einen Ad­jutanten nach Sebastopol geschickt, um seine kritische Lage auseinander zu setzen und Instruc­tionen zu verlangen. Rußland hat in diesem Meer nur Schiffe von niederem Rang, die keinen ernstlichen Kampf aushalten können, und andererseits sind seine Etablissements daselbst ohne Vertheidigung.

In der „Allgem. Ztg," bemerkt eine Correspondenz aus Köln über den Aufenthalt der Hubert daselbst, daß die Synagoge zu Köln zu den frühesten deS AbenhlandeS ge­hörte, als deren älteste jene von WormS und Toledo betrachtet werden, von welchen bekanntlich die Gage geht, daß sie im Proceß des hohen Raths von Jerusalems gegen Christus den Herr» ein fretsprechendeS Sorum abgegeben. In WormS befand sich später der Lehrstuhl deß Gelehrten Jarchi, und Moscheh Ben Malnon, einer her hervorragend­sten Deuker, liegt dort begraben.