Dritte Beilage zu M 17. Freitags den 20. Januar 1854z
Den Freunden der englischen Sprache theilen wir mit, daß der „Cnglèsh Conver" sation Club" nächsten Mittwoch im Falschen Saale im WolfSeck eine theatralische Abend« Unterhaltung veranstaltet, verbunden mit Tanzvergnügen und geselliger Unterhaltung.
Ein Betrunkener, der heute Nacht auf der Straße die ihm Begegnenden, durchprügelte, wurde auf der Wache von seiner Manie geheilt.
Auf der Allerheiligengasse war heute früh geuerlärm. Ein Bett stand in vollen Flammen. Glücklicher Weise war der Besitzer schon ausgestanden.
Gestern Abend um 9 Uhr veranstalteten mehrere CavaHere aus der Societee eine Schlittenfahrt mit Fackeln aus dem Main. Das Leben auf demselben war auch heute ein sehr bewegtes. □
Karrst-, Literatur - und Theater - Motize«.
Die morgenländischen Studien werden bald durch ein bedeutendes Werk bereichert werden, welches sowohl der theologischen Welt, als auch den Sprachforschern und Lite- ratoren viel Anziehendes darbietet. Es ist dieß eine neue Ausgabe desMidraschRabbahüber den Pentateuch und die fünf Megilloth, jene oft, aber meist sehr inkorrekt und immer in Folio erschienene große Sammlung homiletischer, allegorischer und moralischer Erklärungen, deren genaueres Verständniß theils durch die fremdsprachlichen, häufig entstellten Elemente, theils durch unrichtige Erklärungen, theils durch Ungenauigkeit deS Abdrucks den größten Schwierigkeiten unterlag. Die neue, von dem sachkundigen und philologisch durchgebildeten Herm Dr. M. S. Krüger aus Hamburg unternommene Ausgabe in 8., deren erstes Heft vorliegt, ist nicht nur bequem und gefällig, sondern mit neuen Erläuterungen und kritischen Bemerkungen ausgestattet, und der Tert und die Commentare find überall nach den besten Handschriften und HülfSstudien berichtigt.
Man schreibt aus Rom vom 26. Decbr.: „Die dießjährigen Winterfremden brachten eine hier in so hohem Grade bisher noch nicht gekannte Theaterwuth mit. Heut« Abend find nach der AdventSzeit alle unsere Bühnen zum ersten Male wieder offen. Im Tear» Torre di Nona waren bereits in vergangener Woche die Logen deS ersten, zweiten, drit- len und vierten Ranges sammt und sonders von Engländern und Amerikanern bis zum Carneval für enorme Preise gemiethet. Nur der fünfte und sechste Rang, so wie die Piatea (daS Parterre) blieben zur Verfügung deS römischen Publikums. Aehnlich steht es in den Theatern Argentina und Valle. Im Teatro Torre di Rona wird Verdi'S Oper „Jl Trocatore", von glänzenden BalletS begleitet, das Publikum unterhalten."
Die Universität Pavia wird gegenwärtig von 1099 Studirenden besucht, wovon sich 458 den Rechts-, 368 den medicinischen, 271 den mathematischen und nur 2 den philosophischen Wissenschaften widmen.
Laut dem Journal genéral de la Librairie sind im Jahr 1853 in Frankreich 80 60 VerlagSartikel erschienen (204 weniger als 1852).
Die Direktion unseres Stadttheaters hat vom 1. November 1852 bis 1. November 1853 ein Deficit von fl. 16,698 gehabt. Die Einnahme betrug für Abonnements fl. 29874.5 fr., für sonstige Einnahme fl. 99,972. 57 fr., für Maskenbälle fl. 1254. 50 f?,, zusammen fl. 131102. Die Ausgabe für Gage der Schauspieler fl. 43385. 33 kr., für Choristen fl. 11910. 14 fr., für Orchester fl. 21295. 20 fr., für Verschiedene fl. 17'577 für Spielhonorare fl. 750.3, Gastrollen fl. 13,831. 21 fr., Gratifikationen fl. 1801.29 kr.' Beneficen fl 5193. 52 fr., Ertramusik fl. 926. 54 fr., Statisten fl. 1280. 2 kr., Beleuchtung fl. 3692, MiethzinS fl. 550, Assekuranz fl. 594. 45 kr., Bibliothek fl. 1011. 3t fr., Unkosten fl. 3041. 42 fr., Pensionsfonds st. 3096. 7 kr., Dekorationen fl. 1633. 14 fr’ Garderobe fl. 4271. 3 fr., Musikalien fl. 972. 16 kr., Verschiedenes fl. 4632, zPammen