als unbegründet zu verwerfen, im Uebrige» aber die fürstlich lippesche Regierung zu veranlassen sey, den nach Maßgabe der Verfassung vom 6. Juli 1836 einzuberusenden Ständen, zur näheren gesetzlichen Bestimmung deS den Landständen verwillizten entscheidenden Stimmrechts in Gesetzgebungssachen und der ihnen in Finanzangelegenheiten zuerkannten Rechte, die erforderlichen Gesetzentwürfe vorlegen zu lassen. 2) Den AuSschußdeputirten deS FürstenthumS Lippe, in Erledigung ihrer Beschwerdeschrist und der dazu nachträglich übergebenen Anträge, hiervon Nachricht zu gebend
Der Ball, mit dem der L k. Prästdialgesandte Herr von Prokesch-Osten feine SalonS eröffnete, war sehr glänzend. An 600 Gäste waren gegenwärtig, unter Andern Prinz Emil von Hessen und der großherzogl. hessische Ministerpräsident Herr von D a l w i g k.
DaS preußische Heer zählt nach der neuesten Organisation im Ganzen 614,000 Mann und bektzt 1584 Kanonen. Davon kommen auf die noch in der Organisation begriffene Flotte 3000 Mann.
Zu den kalten rind strengen Wintern, die hier in Frankfurt beobachtet wurden und die sich dem jetzigen als ebenbürtig au die Seite setzen lassen, gehören, nach den Aus- zelchnnngen der hiesigen Chroniken, vom Jahre fOOO an etwa folgende: 1047, in welchem Jahre der Schnee bis Ende März anhielt und auf ihn MißwachS folgte; 1113, auf welchen ein sehr heißer Sommer folgte; 1124, wo der Schnee bis im Mai anhielt und dieErnte so schlecht auSfiel, daß Hungersnot!) entstand; 1143, auf welchen ein sehr nasser Sommer und Herbst eintraten; 1250, mit sehr großen Ueberschwemmungen; 1253, der ein Mißjahr im Gefolge hatte; 1292 war sehr schneereich; 1316, eine Hungersnot!), die schon drei Jahre angehalten hatte, erreichte eine furchtbare Höhe; 1433, auf welchen Winter große Theuerung folgte; 1457 brachte dagegen ein fruchtbares Jahr. Als sehr schneerriche Winter mit mehr oder minder harten Nachwehen find endlich noch folgende zu bezeichnen: 1498, 1569, 1657, 1709, 1742, 1784, 1802, 1809.
In der jüngsten Sitzung deS VürgerauSfchuffeS wurde die jüngst begonnene Diskussion über die Straßenbeleuchtung fortgesetzt und zu dem Schluffe geführt, daß demnächst eine neue Ausmessung nach der Linie der Häuser und Straßen stattfinden soll und die MiethSbewohner neben den HauSeigenthümern zur Betheiligung an den Beleuchtungskosten beizuziehen seyen. Ferner wurde die Bewilligung ausgesprochen, daß die Rechnet- (städtischen) Schirnen auf drei weitere Jahre verpachtet werden können.
Wie man vernimmt, würde die neue Schule nicht auf dem von Bethmann'schen Grundstücke errichtet, vielmehr hierzu eine andere gelegene Gebäulichkeit erworben.
Man schreibt aus Heussenstamm: Der höchst achtbare und ehrenwerthe Bürgermeister Merkel dahier wurde in seinem Amtszimmer von einem Dortelweiler Schneider durch mehrere Messerstiche schwer verwundet. Der Thäter ist bereits arretirt und nach Offenbach in das Gefängniß abgeführt worden.
' Der strenge Winter und die Theuerung haben die Wirksamkeit der Suppenanstalt früher beginnen lassen, so daß nunmehr der bestehende Fond für diesen Winter nicht auS- reicht, waS den Vorstand derselben veranlaßt hat, sich in Lokalblättern an die Mildthätigkeit der vermögenden Einwohner zu wenden. Möge die Aufforderung recht viele offene Herzen und volle Beutel finden.
Am Samstag Nachmittag wurde wieder ein Hanptgauner bei einer seiner ESèa- motagen erwischt. Auf der Eschenheimerstraße in ein HauS gedrungen, konnte er dem verführerischen Anblick eines Dutzend silberner Löffel nicht widerstehen, thut einen kühnen Griff und überhörte dabei daS Nahen der Hausbewohner. Neben einem Polizeimanne führte ihn eine Droschke schnell bem Gewahrsam zu Derselbe ist von hier und ein schon oft bestrafter Verbrecher, der in den Polizeiannalen wohlbekannt ist.
Ein wegen Bettelns arretirter Bursche, bei welchem weibliche Kleidungsstücke gefunden worden waren, gestand zu, daß er einen auf dem Vorplatze stehenden Kleiderschrank unten ausgezwängt und die Kleider aus diese Weise entwendet habe.