Intelligenz-Matt
der freien Stadt Frankfurt
(ExNrdttions-CsMptoir am hl. GeiLpförtchenN 214«)
J£ 14. Dienstag, dm 17. Januar 1854.
UeberblLS der èeigmffe im Gebiete der polLLLfche» «sd WârreKe» Intereffsu.
Ein Kind will ich bleiben bis in mein Grrb; stets lieben, glauben und mich an Andere anschließen, wie ein Kind; noch so oft getäuscht, will ich • immer wieder Vertrauen zu Menschenherzen fassen. Pestalozzi.
Frankfurt, den 17. Januar. Vor Kurzem haben wir unsere Leser von der Wirksamkeit deS Gustav-Adolph-BcreinS unterrichtet. Weniger konfessionell abgeschlossen, aber local beschränkter in seiner Wirksamkeit, directer auf das praktische Leben gerichtet und doch, gleich der Gustav-Adolph-Stiftung, auf religiöser Grundlage beruhend, ist der Pestalozzi-Verein, welcher sich zur Ausgabe gemacht hat, eine wichtige Lücke auszufüllen. Die Strafgesetzgebung kann nur das einmalige Vergehen deö jugendlichen Verbrechers strafen, aber sie kann nur mit großer Mühe ihn den Umgebungen entziehen, unter welchen er auf die Bahn deS Lasters qerieth und nach längerem Verweilen noch weiter sortschreiten wird. Weit leichter als der Behörde wird eS dem Einfluß der Lehrer, Geistlichen, Armenpfleger, Aerzte gelingen, den trotzigen Widerstand lasterhafter Eltern zu beseitigen. Wir sehen daher besonders den bekanntlich nicht glänzend gestellten Stand der Lehrer in großer Vollständigkeit betheiligt, aber von zwei sehr bekannten Ramen, welche jeder vier Seiten in unserem Adreßhandbuch füllt, finden mir im Ganzen nur sechs Vertreter ausgeführt. DaS spricht noch nicht für eine genügende Betheiligung aller Klassen unserer Bürgerschaft an einem Institute, welches selbst von dem gewöhnlichsten Gesichtspunkte: von seiner Wirksamkeit für die Sicherheit des Eigenthums, aus betrachtet, sich so sehr empfiehlt. Könnten unsere Worte dazu beitragen, dem Vereine neue Mitglieder zuzuführen! Die Worte, welche wir als Motto vorgesetzt, konnte der Verein selbst während des verflossenen Geschäftsjahres (1. October 1852 bis dahin 1853) auf sich an- wendcn, er durfte nicht aufhören zu hoffen, trotz mancher Täuschungen. 1850—51 mußte bei einem, 1851 — 52 bei drei, 1852 —53 bei einem Zögling die Hoffnung auf Rettung aufgegeben werden. Die gedachten Pfleglinge waren bei ihrer Aufnahme 15—18 Jahre all und hatten schon mehrere Diebstähle mit Einbruch verübt. Doch sind diese Fälle glücklicher Weise nur seltene Ausnahmen und werden reichlich ausgewogen durch die rasche Besserung zahlreicher anderer Pfleglinge, deren der Verein im vergangenen Jahre 63 zählte, wovon am Schluffe der Rechnung noch 58 übrig waren. Die Einzelheiten über die Lebensumstände der neuaufgenommenen Pfleglinge sind mitunter schaudererregend und konnten nicht verfehlen, die Theilnahme für den Verein bei Denen zu steigern, zu deren Kenntniß sie gelangten. Ein Beweis dafür ist, daß das Defizit, womit die vorjährige