Aus Paris wird dem Cbronicle geschrieben: „Wie cs scheint bat Herr von Riffelest erstatt, daß er die .Operationen der vereinten Flotten, so wie sie im Rundschreiben v. Drouin de l'Huvs definirt sind, nicht als wirkliche Feindseligkeiten betrachte." Folglich soll Herr von Kisseleff gesonnen scvn, auf weitere Befehle aus et. Petersburg zu warten, bevor er einen entscheidenden Schritt zu thun denkt. ,
Mittelst telegraphischer Depesche wird der „Times" aus Paris gemeldet, man habe m Wien die Nachricht erhalten, daß der Czaar Frieden wolle und die Conserenz beschicken werde. Die Sendung des Fürsten Chimav stehe im Zusammenhang damit, und Brüssel wahrscheinlich der Congreßort seyn.
*** Paris. Der Kaiser und die Kaiserin begaben sich am 9. d. nach der neuen Napoleon -Caserne, um dieselbe in Augenschein zu nehmen. In wenigen Minuten standen die beiden Regimenter, die dort einquartiert sind, unter den Waffen. Der Kaiser hielt Revue über dieselben und wurde, sowie feine Gemahlin , von den Truppen mit lebhaftesten Accla- mationen begrüßt. Er gab, als er die Kaserne verließ, die Weisung, alle über Soldaten der beiden Regimenter wegen Disciplinarvergehen verhängten Strafen zu erlassen.
*** Petersburg. Es documentirt sich hier seit einiger Zeit eine auffallende Gereiztheit. Dieselbe gibt sich nicht allein in der politischen, sondern auch in der belletristischen Literatur mit Bezug auf den gegenwärtigen Streit mit der Türkei kund. Gegen England und Frankreich spricht man sich oft mit bitterer, fast fanatischer Animosität aus. Sicherlich wäre diese längst zur Tbat geschritten, ginge es nach den Wünschen sanguinischer Russen und — hätte Rußland zwei Millionen zweimal hundert tausend Krieger in Europa und außerdem 200,000 Mongoleit und Kirgisen an dem Indus zu verwenden. Selbstverständlich müßte der hierzu nöthige nervus rerum nicht fehlen. Sollte ein entschiedener Schritt neuerdings gethan werden, um etwaigen hier als unannehmbar befundenen Bedingungen der Pforte Nachdruck zu geben oder Rußland in seiner Action zu behindern, so kann man vorab überzeugt ser ’, daß Kaiser Nikolaus kein Jota von seinen Forderungen abläßt. Die nach Ansicht des R w Kanzlers geschwächten Verträge mir der Türkei, müßten bis zur Garantie des Status q r griechischen Kirche erweitert werden, wenn die Fürstenthümer geräumt werden sollen.
V Stockholm. Mit ziemlicher Sicherheit wird gemeldet, daß in den norwegischen Ha ... Lwrocreitungen getroffen werden, um bis zum Beginn des Frühjahrs ein Gesckw a- der (in die Ostsee oder in die Nordsee?) auslaufen zu lassen. Die Starke desselben wird auf 4 vorzüglich armirte Fregatten, 5 Korvetten und 3 Briggs berechnet. Daß Schweden in seinen besonderen Rüstungen nicht zurückbleiben wird, dafür bürgt die Erfahrung, daß unter den Abgeordneten des Reichstages fast allgemein eine entschieden günstige Stimmung auch den finanziellen Präpositionen des Königs entgegenkommt, von denen die kriegbereite Position Schwedens so nahe berührt wird.
*** Konstantinopel Der öultan hat die Vermittlungsnote angenommen. — Die vereinigten Flotten sind noch nicht ausgelaufen, man erwartet aber, daß sie nächstens auslaufen werden; die Vollmacht dazu ist hier angelangt. — Große Feuersbrunst im Grie- chenvicrtel.
In dem großen Londoner Schachlampfe ist Hr. Horwitz Sieger geblieben dem Hrn. Löwenthal gegenüber, der nur acht Partieen gewann. Der Engländer wurde geschlagen in dem Kampfe, der dreizehn Wochen dauerte und bei welchem 1l,000Pf. St. verwettet wurden.
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DrarEfurter Stadt * Theater.
Freitag den 13. Januar: Norm«. Große Oper in drei Acten. Musik von Bellini. Samstag den 14. Januar: Die Waise aus Lowood. Schauspiel in 2 Abtheil, und 4 Acten, mit freier Benutzung des Romans von Currer Bell, von Charlotte Birch- Pfeiffer.