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Dritte Beilage Zu M11. Freitag, dm 43; Januar 1854;

statt, längst bedeutend subventionirt seyn sollen, anstatt so stark belastet und so ganz Privatunternehmen zu verbleiben. Möge daS Beispiel Frankfurts Anlaß zu Aehnlichem bei unS geben!" — Ist nun auch dieSubventisnSfrage für die Frankfurter Bühne noch nicht ganz erledigt, so hofft man doch, daß der gesetzgebende Körper seine Zustimmung nicht verweigern wird. Denn die Sache thut noth und muß seyn!

Zum Benefiz unseres geschätzten Komikers deS Herrn Hassel am 18. Jan. werden unS zwei neue Possen vorgeführt: „Ränke und Schwänke", Posse in drei Auszügen von Starke, und „Herr Hampelmann auf FreierSfüßen". Herr Hampelmann in allen Gestalten hat stets eine große Anziehungskraft auf unS geübt, und wie wir hören steht dieser neue Hampelmann seinen Kollegen in Bezug auf Humor nicht nach. Da in dieser ernsten, kriegeSschwangeren Zeit gewiß Jeder gern einmal lacht und deS Lebens Sorgen auf ein Paar Stündchen hinweggescherzt zu sehen wünscht, da Herr Hassel ein so langjähriger Liebling unseres Publikums ist und somit ein Zeichen der Achtung und fortgesetzter Anerkennung seiner Bemühungen, unS zu erheitern, verdient, so wird auch dieser Benefizabend deS geschätzten Künstlers gewiß ein recht zahlreiches Publikum in die Hallen unseres Theaters ziehen. Z.

^SNsfte MachmchLeK.

V Wien Bei Csetan haben am 6., 7. und 8. d. Gefechte stattgesunden. In der Nacht vom 8. zogen sich die Türken nach Kalafat zurück. Die Russen haben 6 Kanonen mit Bespannung erbeutet.

Die sich bestätigende Nachricht, daß die Gesandten Frankreichs und Englands in Kon­stantinopel von ihren Regierungen ermächtigt worden sind, die vereinigten Flotten in das schwarze Meer einlaufen zu lassen, hat, in Verbindung mit der sich hier äußernden Besorg­niß, daß der letzte von Seite der Großmächte ausgearbeitete Entwurf in seiner jetzigen Fas­sung zu Petersburg schwerlich Annahme finden dürfte, einen höchst ungünstigen Eindruck auf unsern Geldmarkt ausgeübt. — Der Courierwechsel zwischen Petersburg, Wien und Bukarest ist in letzter Zeit fortwährend sehr lebhaft.

*** Berlin. Die silberne Hochzeit, welche der Prinz und die Frau Prinzessin von Preußen am 11. Juni begehen, dürfte namentlich auch in der Rheinprovinz festlich begangen werden. Es werden hierzu bereits mannigfache Vorbereitungen getroffen. Auch in den Freimaurerlogen werden Anregungen zur Feier dieses Tages erfolgen.

Der Graf Chambord dürfte sich nach glaubwürdigen Nachrichten zeitigstens im April nach London begeben. Ob derselbe von der Königin Victoria empfangen werden wird, steht jedenfalls noch dahin, besonders jetzt, wo dem englischen Hofe so viele besonders zarte Rücksichten gegen den Kaiser Napoleon obliegen.

Die Reise des Grafen hat nur den Zweck, mit einem Theile seiner orlean. Verwandten, namentlich mit der verwittweten Königin Amalie in England zusammenzutreffen.

Einer der ausgezeichnetsten unter den vormaligen schleswig-holsteinischen Geistlichen, welche durch die Maßregeln des Gouvernements in den Herzogthümern aus ihrem Amte gekommen sind, ist jetzt mit Genehmigung des Königs in den diesseitigen Kirchendienst übernommen worden. Es ist dieß der vormalige Probst Lund zu Altona. Dem Vernehmen nach ist derselbe zum Superintendenten der Diöcese Rathenow bestellt und ihm zugleich die Stelle eines Pfarradjunkten zu Rathenow cum spe succedenti ertheilt worden.

Die Berathungen in Betreff der Münzconv ention beginnen jedcnsalls zu Anfang des nächsten Monates in Wien. Preußen steht mit den Zollvereinsstaaten über diese Ange­legenheit in Correspondenz. Allseitige Antwortschreiben der Zollvereinsstaaten liegen noch mcht vor.