«tt von Beriot und auf dem Pianosorte eine Concert von Thalberg spielte. Besonders Hervorgehoben werden sein reiner nnd sicherer Vortrag auf der Geige und sein ausdrucksvolles Cantabile. Nicht minder verdientes Lob wird seinem Clavierspiele gespendet. ES freut unS, daß Herr Waldhauser uns Gelegenheit gegeben hat, sein Talent und seine gediegene musikalische Bildung, die unS auS Frankfurter Berichten scho« bekannt waren, auch hier kennen zu lernen.
Der Kaiser Napoleon hat den Prosessor CheliuS in Heidelberg zum Officier der Ehrenlegion ernannt.
Professor Owen zu Ehren war am 31. December im Krystallpalaste zu Sydenham lustige Tasel. Wir erwähnen von den vielen Festessen, die täglich in London stattfinden, gerrde dieses, weil der Tisch in einem höchst sonderbaren Locale gedeckt war: im Innern deS großen Jguanodon-Msdells, das zur Versinnlichung der vorsündfluthlichen Thierwelt aufgestellt wird Professor Owen saß zu Hâupten des TischeS im Kopfe deS Ungeheuers; außer ihm hatten noch zwanzig Gäste im Innern Platz. Der barocke Speisesaal war übrigens gar rr^t gräulich anzusehen, war vielmehr durch farbige Draperien und Fähnlein recht comfortadel heimisch. Die Königin hatte kürzlich mit König Leopold dem Innern deS Jguanodon einen Besuch abgestattet und dieser dabei zur Königin geäußert: „Sie dürfen sich jedenfalls Glück wünschen, dieses Individuum nicht mehr zu Ihren Unterthanen zählen zu müsse»." (Horsham in Susser wird als Heimathsstätte deS Jguanodon angesehen.)
Der Kladderadatsch soll im letzten Halbjahr 1853 nicht weniger als 22,000 Exemplare abgesetzt haben.
Ein Unfall, der den Professor R. Prutz in Halle betroffen und bei dem noch traurigere Folgen nur durch wunderbare Fügung abgewendet sind, wird von den zahlreichen auswärtigen Freunden des Dichters mit Theilnahme vernommen werden. Während am 2. Januar Abends Prof. Prutz mit feiner Frau sich auf Besuch bei Bekannten befindet, kommt durch Nachlässigkeit deS mit der Aufsicht beauftragten Kindermädchens im Schlafzimmer feiner Wohnung ein Feuer aus, das bei pflichtwivrigcr Abwesenheit der Wärterin in kurzer Zeit dermaßen um sich greift, daß, als die Nachbarn endlich auf den Feuer- fchrei aufmerksam werden, ihnen die hellen Flammen bereits aus Thür und Fenstern entgegenschlagen. Und mitten in diesen Flammen, zum Theil schon von ihnen ergriffen, steht die Wiege mit dem jüngsten, neun Monate alten Töchterchen. Wunderbarer Weise ist daffelbe jedoch nicht bloß gerettet worden, sondern auch von Dampf und Flammen unbeschädigt geblieben.
Von der „Geschichte deS deutschen Kirchenliedes bis auf Luther'S Zeit" von Ho ff mann von Fallersleben, welche 1832 zuerst herauskam, ist die erste Abtheilung der zweiten Auflage erschienen. Diese treffliche Arbeit Hoffmann'S ist in der neuen Ausgabe mehr als doppelt erweitert, bereichert und mit werthvollen ausführlichen Amerkungen versehen. Hoffmann zeigt hier wieder die Sorglichkeit und Zuverlässigkeit, welche seinen wissenschaftlichen Arbeiten so eigen ist, wie Sauberkeit, Klarheit und Formvollendung seiner Gedichtesammlung, welche in demselben Verlage (Hannover, bei Rümpler) erschien.
Der berühmte Nestor der Pariser Buchdrucker, ein in der Geschichte der französischen Typographie vielbewanoerter Mann, Peter Didot, Bruder von Firmin Didot, ist im Alter von 93 Jahren zu Paris gestorben.
In London ist eine neue Ausgabe von Mac Neill'S „Progress of Russia“ erschienen, ein berühmtes Werk, dessen Bedeutung bei jetziger politischer Constellation auch in Deutschland Beachtung verdient.
Die „Hamburger Theaterzeitung" berichtet mit Anerkennung, daß Frankfurt die erste der freien Städte sey, „deren Senat die Bedeutung der Bühne für den Staat würdigt, anerkennt und dem zu folge in sein Bereich zieht. ES ist zu beklagen, daß Hamburg hierin nicht allen übrigen vorangegangen ist. Hier hätte daS Theater längst StaatSan-