dieser Brücke genügen dürfte? Technische Schwierigkeiten, die nicht leicht zu überwinden wären, find hierbei keine vorhanden. Eine Verbreiterung des Dammes der Neckar- und Main-Eisenbahn, von der Einmündung der Verbindungsbahn bis an die Eisenbahnbrücke, wäre Alles, was erforderlich wäre, und hierzu dürfte man von Seiten der Stadt gerne die Hand bieten. Die Lokalität zur Erbauung der Fruchthalle neben den Cisenbahnhöfen ist aber jetzt noch, wahrscheinlich aber nur auf ganz kurze Zeit, vorhanden. Sie ist auf der linken Seite der Mainzer Chaussee, zwischen den dort erbauten neuen Häusern und der Weserstraße zu finden. Zwei große Aecker, die, so viel wir wissen, hiesigen Stiftungen gehören und bis an den Main-Weserbahnhof reichen, liegen dort an der Chaussee. Hier hat man den erforderlichen Raum zur Erbauung der größten Fruchthalle mit einer höchst bequemen, den Verkehr' in keiner Weise hindernden Zu- und Abfahrt, wobei wir noch daran erinnern, daß die Main-W, serbahn uns jetzt schon höchst bedeutende Massen von Getreide zuführt und daß dieser Verkehr eine noch ungleich größere Ausdehnung zu gewinnen verspricht. Wir würden dieser Localität aus vielen Gründen den Vorzug vor einer Fruchthalle am Ufer des Maines geben. Sollten wir uns hierin aber auch irren, so möge man eingedenk seyn, daß daS Bessere der Feind des Guten ist, und daß man eS nicht Jedermann recht machen kann.
Am Ende müssen auch noch die Ställe so diebsfest verwahrt werden, wie die Geldschränke. Zu dem jüngsten Hammel- und bald darauf erfolgten Geisen-Raub kam schon wieder ein ähnlicher Fall. Gestern in aller Frühe wurden in dem benachbarten Ginn- Heim mehrere Geisen vermißt; die Spur führte nach Bockenheim und eS fanden sich allda auch bald die gestohlenen Thiere, aber — bereits geschlachtet und ganz appetitlich hergerichtet. Demjenigen, bei dem die Braten aufgefunden, soll, verläßlichen Nachrichten zufolge, vorläufig aller Appetit vergangen seyn.
Die Kosten für die Wegschaffung deS ScbnceS aus der Stadt sollen sich auf 12,000 fl. belaufen. Wie der Himmel heute auSsteht, scheint aber nur einer zweiten Auflage Platz gemacht zu seyn.
Mitten in Winters GrauS und BrauS sahen wir heute zwei frische saftige Zwetschen, von denen wir eine verspeisten. Erinnerungen an die schöne sonnige Herbstzeit.
Der Morgenzug der Main-Weserbahn stieß am 10. d. im Bahnhöfe zu Vilbel auf dort aufgestellte Wagen, zertrümmerte einige und wurde erst Abends nach Frankfurt gebracht. Ob Menschen beschädigt oder umgekommen, konnte man nicht mit Gewißheit ermitteln. □
KunAr, Literatur» AMD Thsatsr-KoLiISN»
Frankfurts vaterländische Literatur ist seit Neujahr auch durch eine belletristische Erscheinung vermehrt worden, die der Aufzeichnung in diesen Blättern verdient. Unter dem Titel: „Der Hausfreund für das Vaterland" läßt nämlich Herr Fritz Ducat von Sachsenhausen in monatlichen Heften Erzeugnisse seiner eigenen Feder vor die Oeffentlichkeit treten, die ein recht hübsches Talent entfalten zu wollen scheinen und von denen daS Januarheft eine kleine Novelle „die Dominikaner" und ein Gedicht „die Alpenrosen" bringt. Bei der sauberen Ausstattung und dem billigen Preise der Hefte wird es dem jungen Manne auch nicht an äußerer Aufmunterung in seinem Unternehmen fehlen.
Herr v. Sternberg läßt einen neuen Roman in der Decker'schen Geh. Ober-Hof. buchdruckerei zu Berlin erscheinen. Er führt den Titel: „DaS stille HauS", eine Erzählung für Winterabende. Des aristokratischen Dichters Muse, die sich bisher nur in den Salons zu gefallen wußte, scheint jetzt die Kinderstube aufzusuchen.
Man schreibt aus Stuttgart: Herr Waldhauser, früher Mitglied des Frankfurter Orchesters, erwarb fich am 25. v. M. in einem vom Capellmeister Herrn Lindpaintner veranstalteten Concert den lebhaftesten Beifall, und zwar als Doppelvlrtuofe. Hiesige Blätter sprechen sich sehr günstig über den Künstler aus, der auf der Violine ein Con»