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*»* Gisermch. Auf die Nachricht von dem der Herzogin von Orleans bei ihrer letzten Schlittenfahrt zugestoßenen Unfalls hat unser Großherzog persönlich derselben seinen Glückwunsch wegen ihrer Erhaltung in dieser Lebensgefahr ausgesprochen. Bei jenem Unfälle hatte der Kutscher bei Bändigung der scheugewordenen Pferde große Gewanvheit und Geistesgegenwart gezeigt und die Herzogin hat ihm als Anerkennung dafür 400 Franken angewiesen. Der Bezirksdirector Coudrâ,' welcher kurz nach dem Unfälle mit seinem Schlitten an der Stelle ankam und diesen der Herzogin zu ihrer Heimfahrt überließ, hat dafür ein freundliches Handbillet der Herzogin erhalten, welchem für die Frau Coudrä ein werthvoller ■ Brillünlschmuck beigefügt war.

%* Luxemburg. Die neue Regierung beschäftigt sich eifrig mit unserer Eisen­bahn-Angelegenheit. Der Minister der Staatsbauten war selbst längere Zeit in Brüssel, um deßhalb zu unterhandeln, und wenn er nichts Bestimmtes erreicht hat, so sind doch wieder Aussichten eröffnet.

*** London. Heftige Stürme haben in diesen letzten Tagen an den Küsten großen Schaden angerichtet. Nach den „Daily News" sind an der Küste von Norfolk allein mehr als 50 Schiffe gescheitert.

Ein Londoner Blatt will in Erfahrung gebracht haben, daß nach den Befehlen, welche die Admirale in Konstantinopel erhalten haben, ein britisches und ein französisches Linienschiff sich als Parlamentär nach Sebastopol begeben werden, um dem russischen Admiral anzuzeigen, daß wenn die russische Flotte oder auch nur einige ihrer Schiffe sich außerhalb deS Hafens zeigen sollten, dieselben sofort angegriffen werden würden.

%* Parts. Am 4. d. Abends war großer Ball in den Tuilerien. Gegen 11 Uhr näherte sich dem Kaiser ein Ordonnanzoffizier und überreichte ihm eine Depesche. Er brach das Siegel, las die Depesche und verließ gleich darauf mit der Kaiserin den Ball. In dieser Depesche stand, daß die Ruffen sich zum Donauübergange anschicken; sie war von Hrn. v. Bourqueney an den Minister der auswärtigen Angelegenheiten gerichtet. Louis Na­poleon ließ Hrn. Drouin de l'Huys noch in der Nacht zu "sich rufen. Der Kaiser empfing ibn mit den Worten: „Jetzt ist keine Zeit mehr zu verlieren und muß gehandelt werden." Der Kaiser äußerte sich dann, wie sehr er bedauere, zum Kriege gegen Rußland gezwungen zu seyn, aber ,er sehe nur zu wohl, daß der Czaar nicht nachgeben werde. Er selbst könne auch keine Concession machen. Dennoch bedauere er den Starrsinn des Kaisers Nikolaus, mit dem er unter anderen Umständen sich weit lieber verbündet haben würde. Hieraus befahl Napoleon die Veröffentlichung der Circularnote vom 30. Dec., welche auch wirklich erschien und große Sensation machte.

8 Der „Pattie" wird aus London geschrieben, das Circular des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten Frankreichs (vom 30. Dec.) habe daselbst in allen Kreisen den besten Ein­druck gemacht; die Allianz mit Frankreich werde in England täglich populärer.

Aus Bukarest soll durch telegraphische Depesche die Nachricht eingegangen seyn, daß der britische Generalconsul diese Stadt verlassen und sich nach Rustschuk in das Haupt- ’ quartier Omer Pascha'è begebe.

Ministerielle Blätter enthalten nachstehende Mittheilung: „Ein Privatschreiben aus Tre- dizonde vom 16. Dec. versichert, daß man daselbst wichtige Nachrichten aus Persien erhalten habe; in Teheran wäre eine sehr ernste Erneute ihrem Ausbruche nahe gewesen, in Folge der von dem russischen Geschäftsträger verlangten Absetzung zweier der populärsten Minister des Schahs; der Befehlshaber der Garde hatte erklärt, daß er für die Aufrechterhaltung der Ruhe nicht mehr bürgen könne, da das Volk überall äußere, daß es den Fremden überliefert sey; um den Sturm zu beschwören, hätte die persische Regierung sich in der Nothwendigkeit gesehen, ihre Beziehungen zu dem britischen Geschäftsträger wieder anzuknüpfen, und die Absetzung der beiden Minister aufzuschieben."

In der Nacht vom 6. auf den 7. d. wüthete ein furchtbarer Sturm über Paris, der mannichfache Unfälle veranlaßt Verwüstungen anrichtete. Man befürchtet, daß dieses Un­wetter auf der See zahlreiche haben werde.