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bei dem Publikum finden werden. Von der VerlagShandlung ist Alles geschehen, um die Zwecke zu fördern, welche vom Verleger abhângen, und der Leser erhält in eleganter Ausstattung den Bogen, dessen Inhalt dem von mindestens zwei Bogen gewöhnlichen RvmanformatS gleichkommt, um den Preis von 3 Kreuzer. Der eben erschienene zweite Band dieser schönen Sammlung: »Charlotte Ackermann-, ist von Otto Müller und so­mit schon durch einen Ramen von gutem Klang bestens empfohlen. Die Hauptperson desselben ist die aus der Kunstgeschichte der deutschen Bühne bekannte, so hochbegabte, leider aber allzu früh verstorbene Schauspielerin Charlotte Ackermann. Sie war die Tochter eines Theaterdirectors, wurde geboren zu Strasburg am 23. August 1767 und starb zu Hamburg am 9. Mai 1775. Der Roman ist ganz vortrefflich und verdient die Wärmste Empfehlung.

Jm k. Hoftheater in München mußte im Lauf des 1. Januar das Repertoire wegen plötzlich eingetretener Unpäßlichkeit von Bühnenmitgliedern zweimal abgeändert werden. Während der Darstellung des Lustspiels „Badekuren- aber stürzte die Schauspielerin Fräulein Denker plötzlich zu Boden, so daß sie weggetragen werden mußte und das Stück nicht zu Ende gespielt werden konnte. Man erfährt nun, daß der Sturz kein zu­fälliger gewesen, sondern daß die ausgezeichnete Künstlerin an einer RückenmarkSentzün» dung danieder liegt.

Alexander Dumas soll Frau Birch-Pfeiffer übersetzt haben, und zwar ohne Angabe deS Originals. Ein Herr Millenet in Gotha hat nach Paris geschrieben, daß er vor ungefähr vier Monaten „Einen Ring- von Frau Birch-Pfeiffer ins Französische übersetzt und dem Baudeville-Theater in Brüssel zur Aufführung überreicht habe. Seine Ueber- setzung wurde wegen der Aehnlichkeit mit dem Schauspiele: „Die Jugend Ludwigs XV-" von A. Dumas zurückgewiesen. Dieses Schauspiel sollte in Brüssel am selben Abend wie in Paris aufgeführt werden. Die Aehnlichkeit soll sich jedoch nur auf die drei ersten Acre erstrecken. Der französische Uebersetzer in Gotha macht für sich und die Frau Birch- Pfeiffer Prioritätsrechte gegen A. Dumas geltend. Da das DumaS'sche Schauspiel wahrscheinlich in Brüssel aufgeführt und jedenfalls auch gedruckt werden wird, so wird eS sich später zeigen, ob A. DumaS bei der Birch-Pfeiffer ein ZwangSanlehen gemacht hat, oder ob Herr Millenet in Gotha sich gewaltig irrte.

Dem Herrn M. G. Saphir wurde von dem Verleger seines humoristischen BolkS- kalenders, Herrn Eduard Hügel zu Wien, Chef der Buchhandlung JaSpers Wittwe und Hügel, ein eben so strittiges, als werthvolleS Festgeschenk gespendet; eS ist dieß eine Schreibfeder auS gediegenem Golde, mit der Inschrift: „Deine Feder ist Gold!"

Der Herzog von Sachsen Coburg-Gotha hat der Sängerin Fräul. Emma Babnigg für die zwei von ihr componirtcn Lieder eine werthvolle Broche überreichen lassen.

Das Schauspiel „Susanna und Daniel-, das auf der k. Bühne zu Berlin zur Aufführung gekommen ist und bereits feine vierte Vorstellung erlebte, wird von einem in Berlin anwesenden Engländer, Herrn Case aus London, inS Englische übersetzt, um auch auf die englische Bühne gebracht zu werden.

Der berühmte Bassist Herr Carl FormeS wird im April d. I. Gastvorstellungen an der Berliner k. Oper geben.

Der königl. preuß. Hofmaler Professor Hensel, welcher noch jüngst eine Zeich­nung deS verewigten Generals von Radowitz gemacht hatte, liegt gegenwärtig an einer Leberentzündung krank darnieder. Erfreulicherweise scheint indessen die Gefahr gehoben zu seyn.

Im abgelaufenen Jahre 1853 wurden auf den fünf Theatern Wiens 134 neue Theaterstücke gegeben, und zwar im Hofburgthcater 24, im Hofoperntheater 12, im Carl­theater 51, im Theater an der Wien 21, im Theater der Josephstadt 26 Darunter find 5 Tragödien, 30 Dramen und Schauspiele, 44 Lustspiele, 30 Possen und Schwänke, 6 Opern, 7 BalletS, 2 Pantomimen.