Louis Philipp usw Nu Krieg. Eines Tages (— so erzählt ein Historiograph der OrleanSscheu Dynastie —) durchwandelte LouiS Philipp die Säle von Versailles, welche die Siege des Kaiserthums verherrlichen. Er blieb mit seinem Begleiter vor dem herrlichen Gemälde der Schlackt von Eylau, von Gros gemalt, stehen. Eine ungeheuere Ebene breitet sich vor dem Auge des Beschauers auS,. mit von Blut geröthe- tem Schnee bedeckt und übersäet mit Trümmern und Leichen, die in dem Eisgewebe haib- verscharrt liegen. DaS melancholische und finstere Gesicht Napoleons herrscht über diesen trostlosen Schauplatz. „Sehen Sie dieses Gesicht des Eroberers", sagte Lou iS Philipp, „seine Augen sind lhränenloS, aber die Kälte seiner Seele schmilzt vor diesem Anblicke. Nur so furchtbare Streiche des Todes konnten daS kriegerische Herz des Kaisers erschüttern. An jenem Tage zweifelte Napoleon nicht mehr an seinem Ruhme, aber an seinem System". Nach einer Pause fuhr er fort: „Sie würden mich begreifen, hätten Sie wie ich ein Schlachtfild gesehen. Nie hat mein Auge dieß Schauspiel erblickt, ohne daß das Herz mir blutete, und selbst in der Hitze des Kampfes ist dieser schmerzliche Eindruck niemals gewichen. Noch heute sind die Empfindungen wach in mir, die mich auf dem Schlachtfeld« von JemappeS bewegten, nämlich in dem Augenblicke, wo ich, die Fahnen mehrerer ungeordneter Bataillone ergreifend, diese Bataillone unter den Namen des Bataillon von MenS wieder in den Kampf führte. Die österreichischen Reiter rückten uns in einer furchtbaren Linie entgegen. Ich ertheilte an eine Geschützbattcrie den Befehl, den Feind so nahe herankommen zu lassen, daß er fast vor den Mündungen mit einer Geschützsalve empfangen werden konnte. Kaltblütig hatte ich das so angesrd- net. Ich konnte die Zahl der Reiter zählen: ich sah ihr muthiges Aussehen, ihre kampflustige Haltung. Da krachten plötzlich die Geschütze und ganz nahe vor mir stürzten ganze Glieder dieser vor einem Augenblicke noch so lebensvollen Männer. Mein erstes Gefühl war die Freude des Erfolgs, aber das zweite und nachhaltige galt den Unglücklichen, die dem Kriege zum Opfer fielen, jenen armen Familien, die durch mich soeben eines Bruders, eines Sohnes beraubt worden' waren. Im Augenblicke eines schönen SiegeS gelobte ich mir damals an: daß ich für meinen Theil der Welt diese Gräuel ersparen wollte, wenn je die Macht dazu in meine Hand gelegt würde." — Und Ludwig Philipp hat treulich Wort gehalten bis ans Ende feines wechselvollen, inhaltsschweren Lebens.
New-Uork ist vor Kurzem wieder der Schauplatz einer furchtbaren Feuersbrunst gewesen, welche sechzehn Gebäude, darunter daS große Verlags-Etablissement der Gebrüder Harper, in Asche gelegt und einen Schaden angerichtet hat, der aus mehr als eine Mill. Dollars geschätzt wird.
In der Sierra Nevada (Kalifornien) ist ein Lager von Chrom-Eisen entdeckt worden, welches als daS größte bis jetzt in der Welt bekannte geschildert wird.
Mainz, 6. Jan. Fruchtmarktbericht. Die ungünstige Witterung, welche alle Communira- tionèwege sperrte, ließ im Laufe dieser Woche kein effectives Geschäft zu Stande kommen. Auf Lieferung fehlten die Abgeber, so daß auch hier nur weniges umgesetzt wurde. Zu nviiren ist: eff. 1858er Walzen 20 fl. pr. März d. J. 20 fl. â sM fl. gut lieferbar pr. März Wi4 fl. â 'jz. Korn
eff. 15 fl. â is1^, pr. März lS^ fl â s/4. Gerste 13% fl. Hafer k? , fl. pr. Mltr. Rüb öl eff.
43 fiz â ’/4 Rihlr., pr. Mai 44 Rlhlr. â 44^4. Kohlsaamen IS1^ â ’/4 fl. Hülsenfrüchte unverändert.
Kassel, 2. Januar 1854. Bei der heute srattgehabten Ziehung des kurheff. Staats -Lotterie- AnlehenS rem Jahre 1845 sind folgende Nummern mit Prämien von Rthlr. 200 und darüber gezogen worden: Noi 98487 mit NIHIr. 38,060; 81519 mit Rkhlr. 8606; 81525 mit Rthlr. 4000; 98483 mit Rthlr. 2009: 51603 u. 98479 jede Mit Rlhlr. 1500; 81524, 89897 u. 148516 jede mit Nthl. 1600; 710, 89886, 144672, 146249 u. 160159 jede Mit Rlhlr. 400; 17314, 27253, 27263, 54612, 61962, 69326, 87702, 88086, 160161 u. 160173 Jebe mit Rthlr. 200.