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Dritte Beilage zu M 5. Freitag, den 6. Januar 1854;

Personen der Mannschaft wurden von einem Fischerfahrzeug gerettet, während alle Ucbrigen mit dem Capitän und seiner Familie ihren Tod in den Fluthen fanden. — Die „Times" berichtet, daß sobald die nöthigen Transportschiffe bereit waren, 3 Regimenter nach Malta und 3 Regimenter nach Gibraltar abgehen sollen.

V Haag. Der bisherige Gesandte am französischen Hofe, Baron Fagel, ist unter Ernennung zum Staatsminister von seinem Posten entbunden und an seiner Statt der Kultus­minister Lichtenveld ernannt worden. Der Rath vom höchsten Gerichtshof, Hr. Mutsars, ist zum kathol. Kultusminister ernannt worden.

*** Petersburg. Die Kaufmannschaft von Moskau hat, um ihre ehrerbietige und unwandelbare Treue an Se. kais. Majestät durch ein äußeres Zeichen zu bethätigen, beschlossen, aus ihrem gemeinschaftlichen Capitale 36,000 Silberrubel zur Erbauung von 180 Artillerie­wagen herzugeben. Der Adel des moskauischen Guberniums stellte in derselben Gesinnung 540 Zugpferde nebst Geschirren zur Verwendung in dem Kriege gegen die Türken. Der Kaiser nahm diese Opfer als ein neues Zeichen der Ergebenheit und Anhänglichkeit mit Dank an.

V Odessa. Die Friedensaussichten gewinnen an Bestand. Der eingetroffene Lloy- dampfer, der Konstantinopel am 19. Dec., 4 Uhr Nachmittags, verließ, brachte uns die wichtige Nachricht, daß die für die Fortsetzung des Krieges eingenommenen Minister entfernt und durch nachgiebige, friedliche Männer ersetzt worden sind. Man ist hier allgemein dir Meinung, daß die Pforte den Vermittlungsvorschlägen der andern Mächte ein williges Ohr leihen werde, denn sie wird es jetzt zu deutlich gewahr, daß sie bei fernerem Ausharren in ihrer jetzigen Stellung einem sichern Ruin entgegen gehen würde. Ohne ein Opfer ihrer Seits wird es eben wohl schwerlich abgehen, dafür sprechen alle aus Petersburg und dem ganzen Reiche einlangenden Berichte. Seit einigen Tagen sind hier viele Gefangene einge- bracht; das Ansehen derselben war im höchsten Grade bemitleidenswürdig, die mehrsten waren sogar ohne Fußbekleidung. — Der Winter hat sich hier auf eine ungemein strenge Weise eingestellt. Binnen zwei Tagen ist so viel Schnee gefallen, daß man kaum aus dem Hause kommen kann. Die ganze Umgegend ist mit Schnee bedeckt, gewiß ein sehr seltener Fall. In den Geschäften hält die -Lebhaftigkeit an und fortwährend werden Massen von Getreide verschifft.

___Die Bewohner von Cattaro wurden am 12. December, Nachmittags um 3 Uhr 55 Minuten durch ein sechs Secunden anhaltendes Erdbeben erschreckt, das ohne Scha­den zu verursachen vorüberging. Dasselbe soll auch in Ragusa vernommen worden seyn. Auch in Nantes wurde am 21. December, Abends 7 Uhr 3 Minuten, ein Erdbeben verspürt.

Der eintretende Wassermangel hat in Düsseldorf bereits die Polizei-Verordnung veranlaßt, daß aus den städtischen Pumpen bei Strafe nur Wasser zum Trinken und zur Speisebereitung genommen werden darf.

Abd-el-Kaöer — was thut der inmitten all des Kriegsgewirrs ? Er kümmert sich nicht im mindesten darum, und theilt feine ununterbrochene Muse zwischen gelehrten Stu- dien, Versemachen und Kinder-Erziehung. Er ist ganz zum deutschen Professor geworden. Der Aufenthalt in Brussa sagt ihm so zu, daß er dort ein Landhaus kaufen will, wo er den Rest seiner Tage zuzudringen gedenkt.