Bild von der nachtwandelnden Lady Macbeth, gestochen von Ludwig Jacoby, und Macbeth wappnet sich zum letzten Kampf, von Hoffmann.
JuleS Lecomte, der geistreiche Feuilletonist der „Jndependance beige", zeigt mit folgenden Worten die Ankunft unseres berühmten Sandmannes I. Rofenhatn in Paris an: Herr Rosenham ist wieder nach Paris zurückgekehrt und hat mehrerezneue Clavier- compositionen mitgebracht, unter welchen ein Cantabile und MazurkaS unfehlbar denselben Erfolg haben werden, den vorigen Winter in den hiesigen Salons seine Calabraise batte. Mehrere Städte Deutschlands bereiten seine Oper, den „Dämon der Nacht", vor, an der Spitze Dresden, wo sie am Hoftheater gegeben werden soll. Auch an der Oper in Paris ist man im Begriff, dieses schöne Werk wieder vorzunehmen. Z.
Steuere Nachrichten.
*♦* Wien. Der „Siebenb. Bote" meldet: Es gewinnt viel an Wahrscheinlichkeit, daß sich der Moment genähert habe, wo die um Kratowa dislocirten ruff. Truppen bei Kalafat angreifen werden. Es sollen bereits dieserwegen Marschdispositionen erflossen, eben so durch den kommandirenden General Grafen d'Anrep für Krajova selbst großes Vorbereitungen getroffen worden seyn. Seit mehreren Tagen cirkuliren Gerüchte, daß sich die türkischen Truppen mit ihren Geschützen von Kalafat über die Donau zurückziehen und daselbst nur ein Bataillon als Besatzung zurücklaffen werden. — In wohlunterrichteten Kreisen stellt man es ganz in Abrede und ist der Ansicht, daß, wenn dennoch das Zurückziehen stattgefunden, demselben Scheinbewegungen zum Grunde lägen. Seit 15. d. M. ist Thauwetter eingetreten, welches bei längerer Dauer die Wege ganz unpraktikabel machen wird.
Die von einem hiesigen Blatte veröffentlichte telegraphische Nachricht, daß Karakal», die Hauptstadt des Romanater Distriktes, von den Türken mit Sturm erobert worden sey, ist, falls sie sich bewährt, von höchster Wichtigkeit. Karakal» ist drei Poststationen von Kra- jova entfernt, liegt somit in derselben Linie mit Cioroiu, bis wohin die Türken auf der geraden Straße von Kalafat nach Krajova vorgerückt sind.
*** Berlin Wie wir glaubhaft vernehmen, sind die Zusammenkünfte der Repräsentanten der vier Großmächte in Wien, welche sich auf die orientalische Frage beziehen, und vertraulicher Natur sind, bis zum gegenwärtigen Moment fortgesetzt worden.
Am 22. und 23. November war die Stadt Guben der Schauplatz tumultuarischer Auftritte, welche durch den in Theuerungszeiten bei dem weniger gebildeten Publikum leicht entstehenden Glauben veranlaßt worden waren, daß die in diesen Tagen steigenden Lebensmittelpreise durch den sogenannten Kornwucher hervorgebracht seyen. Der Haß richtete sich vornämlich gegen einen dortigen Bäckermeister und mehrere Kaufleute. Die in den dortigen Tuchfabriken beschäftigten Arleiter schaarten sich am 23. November zusammen, und es schien nach den umlaufenden Gerüchten das Eigenthum und Leben jener oben bezeichneten Einwohner um so ernster gefährdet, als schon am Tage vorher gegen einen derselben ein Exzeß ausgeübt worden war. Unter diesen Umständen hielt sich der Bürgermeister Ahlemann verpflichtet, entsprechende Maßregeln zu treffen, die mit anzuerkennender Umsicht und Energie ausgeführt, eben sowohl erheblichen Beeinträchtigungen des Eigenthums als umfassenderen weiteren Ruhestörungen vorbeugten. Unter der persönlichen Führung des genannten Bürgermeisters und des Senators Schulz hielten die Bürger-Jüngsten — eine altherkömmliche städtische Schutzmannschaft — die unter einem Steinhagel andringenden Arbeiter nicht nur von der inneren Stadt ab, sondern verhinderten auch durch fortgesetzte Wachsamkeit in den folgenden Tagen die Wiederholung ähnlicher Exceffe. Die darauf eingeleitete gerichtliche Untersuchung hat folgendes Ergebniß gehabt: Es hat das königliche Kreisgericht zu Guben in dem Audienztermine am 20. December v. I. erkannt, daß von den angeklagten Gubener Unruhestiftern die Arbeiter F. W. Bruse, August Gallasch, Frd. W. Ulbrich, und Wilhelm Pölhke der vorsätzlichen und rechtswidrigen Beschädigung fremder Sachen und der Erregung