und Kartoffeln vom 4/1$ Januar 1854 ab verboten ist. Dieses Verbot trifft jedoch nur die directe Ausfuhr aus dem Königreich Polen, und bezieht sich nicht auf die Durchfuhr der genannten Artikel, wenn sie aus Rußland durch Polen nach dem Auslande gehen." Es ist kein Beweis freundnachbarlicher Gesinnung, daß ein solches Verbot ohne vorherige, oder mindestens gleichzeitige Mittheilung hieher erlassen wird und so die dieffeitige Regierung angewiesen ist, die Kenntniß davon aus der in Warschau erschienenen Bekanntmachung zu schöpfen.
Nach hier eingegangenen Nachrichten gedachte der Kaiser von Oesterreich auf seiner Rückreise von München nach Wien, in Altenburg dem Herrn Herzoge einen Besuch zu machen, und Kam 31. Dec. Abends in Dresden einytireffen. Der Aufenthalt des Kaisers daselbst wird wahrscheinlich bis gegen Mittag des Neujahrstages dauern, so daß derselbe erst am 2. Januar wieder in Wien eintreffen dürfte.
Die „N. Pr. Ztg." enthält Folgendes: „Wir erfahren, daß die Vermittelungsvorschläge Preußens, Oesterreichs, Frankreichs und Englands, welche in der Wiener Note vom 5. Dec. enthalten waren, in Konstantindpel nicht, wie hier und da versichert wurde, überreicht worden sind. Es haben aber die Gesandten der vier Mächte in Konstantinopel eine von ihnen gemeinschaftlich abgefaßte Note überreicht, die im Großen und Ganzen zwar den Inhalt des Wiener Actenstückes wiedergibt, jedoch, einige weitergehende, der Pforte günstige Bestimmungen enthält. Diese Note der vier Gesandten in Konstantinopel ist von der Pforte angenommen worden.
*** Lsnömr. Die ministeriellen „Times" theilen mit, daß der türkische Großrath sich in Konstantinopel am 18. Dec. versammelte und nach einer langen Debatte die Annahme der Collcctivnote der vier vermittelnden Großmächte beschloß.
%* Paris. Der „Moniteur" enthält nachstehende Mittheilung: „Die neuesten aus Konstantinopel eingetroffenen Berichte melden, daß der Divan, in vollkommener Uebereinstimmung mit den Repräsentanten Frankreichs, Englands, Oesterreichs und Preußens über die Bedingungen war, zu welchen die Pforte unbeschadet ihrer Ehre zur Wiederherstellung des Friedens würde mitwirken können." Diese Mittheilung des „Moniteur" bestätigt die Nachricht, daß die Pforte die Eollectivnote Ler Wiener Conferenz vollständig angenommen, und sie würde an der Börse sicher einen sehr günstigen Eindruck gemacht haben, wäre man nicht noch in Ungewißheit über die Antwort des Kaisers von Rußland in Betreff der Vorschläge dec Wiener Conferenz.
%* Kalisch- Wenn es sich bestätigt, daß die Donau- und Balkan-Armee der Türken über 200,000 Mann zählt, so dürfte die russische Donauarmee auch mit dem Anschluffe der beiden Osten-Sacken'schen Divisionen Noch nicht in der Stärke seyn, um in einer mit Festungen reichlich versehenen Gegend und auf einem für die Kampsweise der Türken günstigen Terrain den Offensivkrieg mit Nachdruck führen zu können. Dieß scheint man in Petersburg eben so gut als im Hauptquartier des Fürsten Gortschakoff zu wissen, denn die geringe Thätigkeit in der Walachei der günstigen und starken Stellung der Türken gegenüber ist gewiß eine wohlberechnete und auf die Defensive beschränkte, welche mit dem Eintritte der milderen Jahreszeit eine andere werden wird.
*** Galaez. Die Kanonade vom 15. Dec. aut die vis-a-vis Galacz befindlichen Gebäude hat der russische Kriegsdampfer „Pruth" ausgeführt. — Einem on dit zufolge sollen d'e Ruffen am 1./13. Jänner 1854 die Donau zu überschreiten beabsichtigen. Eine ähnliche Äußerung ist auch auf dem Kriegsdampfer „Pruth" von Ruffen vernommen worden.
Als Curiosum verdient bemerkt zu werden, Laß kürzlich in Pestb die schönsten Aepsel fast billiger verkauft wurden, als die Kartoffeln.
Gegenwärtig ist in GyöngyöS in Ungarn Ler Wein so billig, daß es in der Umgegend sprüchwörèlich geworden ist, man könne daselbst um einen Kreuzer C.-M. den ganzen Tag Wein trinken.