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Gepäcküberfracht, 215 Stück und 3 Wagenladungen Schlachtvieh, 70 Hunde und 1594 Traglasten. Die Einnahme betrug einschließlich der Postsendungen 6287 st. 17 fr.

Gestern brannte eö in einem Hause auf der Fahrgasse, ohne daß großer Feuerlärm entstand. □

Kunst», Literatur- und Theater -Motèzen.

In dem Atelier Lesfing's zu Düsseldorf geht in diesem Augenblicke ein neues Werk seiner Vollendung entgegen, daS sich auf dem Schauplatze des dreißigjährigen Krieges bewegt und eine Kampfscene auf den Trümmern einer zerstörten Kirche darstellt. Auf dem die Kirche umgebenden Friedhofe, dessen Mauern bereits zerstört sind, steht noch hier und da ein Leichenstein; von der Kirche ist nur noch die Altarwand und ein Theil des Portals sichtbar. Krieger, von einem Mönch geführt, nahen im Sturmschritt dem Por­tal; einzelne schützen sich durch die Trümmer der Mauer und der Leichenstetne, denn von dem in einem nahegelegenen Walde postirren Feinde kommt ein Kugelregen. Ein heißer Kampf ist entbrannt; die Schüsse des Feindes sind nicht ohne Wirkung, Verwundete stei­gen über die Leichensteine, an der Kirchhofsmauer liegt ein Krieger im Todeskampfe, ein anderer sinkt rücklings zu Boden, da er eben im Begriffe ist, sein Gewehr abzufeuern. Einer hängt hoch an einem Aste. Die Composttion ist klar und charakteristisch, jede Figur meisterhaft auSgeführt. Auch dieses Kunstwerk geht nach Amerika.

AuS Rom enthält die Berliner Musikzeitung „Echo« folgende interessante Mitthei­lung: „Außer der Sirtinischen Capelle, die in einzelnen Sachen Großes leistet, mehr wie irgend ein Chor der Welt, der nur aus Sängern so zu sagen ersten RaugeS besteht, giebt eS hier nicht viele erquickliche musikalische Aufführungen. DaS Theater hat unS zur Herbstfaison Rosstni's „MoseS" und zwei Verdt'sche Opern „BiScardello" und „Na­duco« gebracht, wovon die erstere, wie eS vom Kunstgeschmack des römischen Publikums zu erwarten war, viel Glück gemacht hat, denn sie enthält gerade genug Gemeinplätze, verlangt gerade wenig genug Aufmerksamkeit, gibt den Sängern genug Gelegenheit zum Schreien (waS sie auch mit großer Virtuosität auSführen) und bringt alle acht, höchstens sechzehn Tacte die nothwendige, bis zum Schluß oft gehörte Schlußphrase, wobei die Sänger mit wahrem Wohlgefallen auf der vorletzten Note aushalten und mit Zittern der Stimme und Wackeln des Körpers den Applaus des Publikums herausfordern, — kurz sie enthält so wenig Musik und so viel musikalischen Wörterkram niedrigster Art, daß selbst daS römische Publikum zufrieden war, denn diefeS macht in Bezug auf schlecht« Musik unerhört große Ansprüche. Daß unter solchen Verhältnissen Rosstni's „MoseS« von Anfang bis Ende auSgepsiffen wurde, ist eine wahre Genugthung für den genialsten und erfindungsreichsten dramatischen Tondichter unserer Zeit. — Am 3. Novbr. wurden die Erequien für Pietro Raimondi gehalten, welcher am 1. Novbr. nach viermonailichem Krankenlager gestorben ist. Auch er hat die Unbeständigkeit seiner Landsleute bitter er­fahren. Im vorigen Jahre, bei Aufführung seines „Giuseppe« (drei Oratorien zu gleicher Zeit aufgeführt), vom Publikum mit Enthusiasmus förmlich incommodirt, brachte eine neun Monate später veranstaltete Aufführung des nämlichen Stückes nicht einmal die Kosten zusammen und der arme Maestro wurde von der Akademie bi St. Cecilia, welche die Erecution contraktlich unternommen hatte, weil diese Congregazione dei Maëstri e Professori di Musica sotto la invocazione di Santa Cecilia wohl den Profit zu ge­nießen, aber nicht den unerwarteten Schaden zu tragen hoffte — Seit einem Jahre war Raimondt's Wunsch, Maestro in St. Peter zu seyn, erfüllt, — seine Freude darüber sollte leider nur zu kurz dauern.«

Ein neues Stück von Mosenthal: „Der Sonnewendhof«, ist von der Direction des HosburgthealerS in Wien zur Darstellung angenommen worden. Wie man hört, bewegt sich dieses Schauspiel im Kreise ländlicher Verhältnisse, wie dieß bei seiner „Deborah" per ^afl war.