Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt.
(ExpeditionS-Comptoir am hl. GeistpfZrtchen M 214?)
M 2. Diwstag, den 3. Januar 1854. 1
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politische« und materiellen Interessen.
Thut Gutes an Jedermann, zunächst aber an des Glaubens Genossen
Frankfurt, den 3. Januar. Wenn wir in diesen Blättern schon öfters, der beklagenswertsten kirchlichen Zerwürfnisse in Baden zu gedenken hatten, so können wir heute mit freudigeren Gefühlen Bericht erstatten über die am 16. December stattgefuu- dene Generalversammlung des hiesigen Gustav-Adolph-Vereins, in welcher Herr Confistortalrach Pfarrer Schrader über seine Sendung zur Hauptversammlung nach Coburg berichtete. Wir entnehmen seinem höchst interessanten Vortrag, sowie den neuesten „Fliegenden Noth- und HülfSblâttern deS evangelischen Vereins zur Gustav- AdolphS-Stiftung" folgende Einzelheiten. In dem verflossenen VereinSjahre sind zehn Kirchen eingeweiht worden, deren Baukosten der Verein zum größten Theile oder ganz bezahlt hat, nämlich zu Sterkerade (Regierungsbezirk Düsseldorf), 15. Juli 1852, zu Betrich an der Mosel, 4 Aug., zu Holzschlag im September, zu Deutsch-Pilsen, am 28. September, zu Jablome (Gabel) in Böhmen, am 15. Oktober, zu Walleon (Böhmen), im November, zu Bukarest am 24. April 1853, zu Rosenberg in Böhmen, am 11 Mai, zu Gröbminz in Steiermark, am 29. Juni, zu Feldkirchen in Kärnthen, am 21. August. So wett bi» zur Eröffnung der Coburger Versammlung abgerechnet war, hatte der Verein in dem Geschäftsjahre 101,500 fl. für die Roth der Glaubensgenossen aufgebracht und verwendet, womit 238 Gemeinden unterstützt wurden, davon 41 in Oesterreich, 150 im übrigen Deutschland, 22 in Posen, 9 in Belgien, ebensoviele in Frankreich, 1 in Italien (Nizza), 1 in Portugal (Lissabon, die einzige auf der pyrenäischen Halbinsel bestehende), 2 in der Türkei und 3 in überseeischen Ländern. Von den früher unterstützten Gemeinden Laibach und Bukarest trafen nun selbst Gaden ein. Der armen Gemeinde Krabschütz in Böhmen brachte No. 10 der oben erwähnten „Fliegenden Noth- und HülfSblätter", worin ihre Verhältnisse geschildert sind, die Summe von 5425 fl. ein. — Einer Gemeinde soll an jedem VereinStage gemeinsam und möglichst gründlich geholfen werden. Dazu legten, noch ehe die Wahl der Gemeinde vollzogen war, die Hauptvereine die Summe von 7535 fl. 30 kr. zusammen, wobei der Berliner Verein mit 525 und nach diesem der Frank'-- surter Hauptverein am stärksten mit 500 fl. vertreten war. Auch der Züricher HülfSverein, der, obgleich mit dem Gustav-Adolphs-Verein in keiner organischen Verbitt- dung stebend, in Coburg durch Abgeordnete vertreten war, steuerte 87 fl. 30 kr. zu dem gemeinsamen LiebeSwerke bei. Zu diesem wären von dem Vorstande die Schwesterge-- meinden Haltern und Dülmen in Westphalen, Feldkirchen in Kärnthen, Osche in West--