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die Muse n malerisch gruppirt waren, Der „Prolog" geleitete daSBild mit den Schluß» Versen, während die Töne deS Chors leise verhallten. DaS Ganze war ungemein ge- lungen. — Hierauf folgte die Aufführung des Don Juan, für welche man besondere Sorgfalt getragen hatte.

Zu Düsseldorf starb am 2t. December der bekannte Maler Henry Ritter in dem blühenden Alter von 37 Jahren, nach einem schönen, reichen und vielgesegneten Künstler- leben. Der Verblichene wurde am 24. Mai 1816 in Canada geboren, wo sein Vater, dessen Heimath Hamburg war, als englischer Offizier diente. Nach dem Tode desselben kehrte die Familie in dieEldestadl zurück. Dort bestimmte sich der Jüngling für die Kunst und wählte die Düsseldorfer Malerakademie, um sich aus derselben auszubilden. Sein Talent erwies sich bald als eins der feinsten, gediegensten und charakteristischsten. Für Zeichnung und Farbengebung erschien er gleichmäßig begabt. WaS ihn aber vorzugs­weise auSzeichnete, das war sein unerschöpflicher Gedankenreichthum.

Belgien hat einen seiner strebsamsten Künstler verloren. Am 19. Dec. starb der Maler I. B. van Eycken, Professor an der Brüsseler Akademie. Er war eS, welcher die monumentale Malerei in Belgien anregle, selbst ein neues Verfahren für Wand­malerei erfand und durch Ausschmückung einer Capelle der Kirche Rotre Dame de la Victoire in Brüssel seinem Vaterlande daS erste monumentale Werk der Malerkunst deS neunzehnten Jahrhunderts schuf. Er batte den Auftrag, auch die Chorrundung und den Triumphbogen der Kirche mit Gemälden auSzuschmücken und sich den Triumph der heil. Jungfrau zum Vorwurfe gemacht. Die Cartons zu den Bildern waren schon theil­weise vollendet. Seinem Künstlerrufe hat van Eycken ein schönes Denkmal in den für genannte Kirche in Oel auSgeführten Stationen gesetzt. Zahlreiche Freunde and Schüler, denen der Verblichene ein wahrer Lehrer gewesen, beweinen den herben Verlust deS eben so tüchtigen als bescheidenen Meisters, der noch in der vollsten Kraft deS Lebens stand.

Ueber die künstlerischen Abenteuer der Mlle. Rachel in St. Petersburg entnehmen wir Nachstehendes aus einem Theater-Feuilleton. Die große Künstlerin hat eine relative Niederlage erfahren. Sie hatte sich eingebildet, daß bei ihrer Ankunft die Newa vor Be­geisterung aufthauen werde, aber sie verdarb eS von vorn herein mit dem Publikum. In Rußland, wie in Italien, wird eine gemiethete Loge zu einem Eigenthume, zu einem Salon, den man mit seinen FreundenIanfüllen kann. Mlle. Rachel, die über dem Ruhm bekanntlich den pekuniären Vortheil nie aus den Augen zu verlieren pflegt, wollte chika« niren. DaS machte böseS Blut. Sie debutirte in der Phäkra und wurde nur drei Mal gerufen, was nicht viel ist. Am schmerzlichsten aber war eS ihr, daß der Kaiser an dem­selben Abende die gewöhnliche Truppe in einer seiner Residenzen vor sich spielen ließ. Auf dem Boden der Tragödie geschlagen, hat Mlle. Rachel ihre Revanche im Drama genommen. Sie durfte in Adrienne Lecouvreur vor dem Kaiser auftreten, der ihr viele Complimente und ein Geschenk von 5000 FrcS. machte.

Bulwer, dessen Werke eben in einer wohlfeilen Ausgabe in London erschienen sind, hat jetzt daS Recht, dieselben zehn Jahre lang zu drucken, für 150,000 Thaler an einen Buchhändler verkauft.

Das „Winteritz'sche Lesespiel", dessen wir neulich in diesen Notizen erwähnten, ist jetzt bei Buchhändler LiztuS aus Wien eingetroffen, was den Eltern, die dasselbe ver­langten, zu erfahren willkommen seyn dürfte?

Wir haben uns bei dem von Herrn Adolph Schlösser am Donnerstag den 29. Decbr. gegebenen Concerte jeder vorherigen Anpreisung enthalten, hat der Name deS Concertgebers doch einen so guten Klang, daß wir im Voraus ein zahlreich besuchtes Concert und von dem Künstler ein vorzügliches Programm erwarten durften. Unsere Ansicht hat sich aus's Glänzendste bestätigt. Die ersten Artisten, Kunstfreunde und ein höchst ausgewählteS Publikum zierten den dichtgedrängten Saal. Mit einem vom Con­certgeber componinen, zum ersten Male zur Aufführung gebrachten Quartett beginnend,