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(Expedition: am H. GeistpflrtHen, SchlachthauSgasie 21.)

Donnerstag dm 30. December

1861)

UeberbliS Ler GreigMe im Gebiete der pülMschm «ad Materielles Astereffea.

hielten den seidenen Götzen mit einem Stabe in daS Feuer damit daS Volk die Verbrennung wirklich vor Augen habe vollständig", heißt es in dem Briefe. „Am litten vier andere Götzenbilder dasselbe Schicksal

„Der Sieg war vollständig", heißt es in dem Briefe. „Am nächsten Tage theilten vier andere Götzenbilder dasselbe Schicksal und der Rest folgte. Einer der Götzen bestand aus einem kleinen Beutel voll Sand, ein anderer aus drei Stückchen Holz, die durch eine silberne Kette mit einander verbunden waren. Das Volk sah verwundert zu und als der Verbrennungs­proceß vorüber war uud als sie sahen, daß sie nun keine Götter mehr zum Anbeten besaßen, schickten sie zur Königin und ließen anfragen, was sie in Zukunft anbeten sollten? — Das Blatt, „The English-Independent“ setzt zu Obigem hinzu: „Die Regierung wendete sich darauf an christliche Eingeborene und verlangte Religionslehrer von ihnen und diese erschienen so­fort. Es stellte sich dabei heraus, daß unter 280 Städten und

Aran?f«rt, 30. December. In Madagascar hat unlängst eine bemerkenswerthe religiöse Umwälzung stattge­funden. Aus einem im „English-Independent" veröffentlich­ten Briefe des daselbst weilenden englischen Geistlichen Pool vom 23. Sept, geht hervor, daß die Königin sämmtliche „königliche Götzenbilder" den Flammen übergeben ließ und sie sowohl wie der sämmtliche madagassische Adel zum Christen­thum übergetreten sei. Demselben Beispiele folgte die ganze Provinz Jmerina. Bon Seiten der Königin geschah der Uebertritt zum Christenthum schon zu Anfang des Jahres, und sie begann dann eine christliche Kapelle zu bauen und die hölzerne Umhegung des Tempels, in welchem sich der große LandeSgötze befand, niederreißen zu lassen, obwohl die Priester eine drohende Stellung einnahmen, versichernd, ihr Götze be- gje eine „Arzenei", durch welche er sich an der ketzerischen ouveränin rächen würde. Am 8. Sept, erschienen die Priester in Masse in der Hauptstadt und beanspruchten Achtung ihrer Adelsprivilegien. Auf einem sofort berufenen Ministerconseil wurde entschieden, den ersten Minister und andere Beamte der Krone, ehe den Priestern die Heimkehr möglich wurde, nach dem „heiligen Dorfe" zu entsenden und das Götzenbild zu verbrennen. So geschah es. Man besetzte das HauS des Götzen, häufte das Holz der Umhegung darum, zündete dieses an und schaffte alles Tragbare aus dem Tempel zur Ver­brennung herbei. Zuerst den großen Rohrstock, der bei Pro- cessionen gewöhnlich vor dem Götzen einhergetragen würde, dann zwölf Bullenhörner, auS welchen man zu räuchern und heiliger Wasser zu sprengen pflegte, darauf drei scharlachrothe Regenschirme und die Seidenrobe, mit welcher der Tempel­wächter das Götzenbild bei Umzügen zu bekleiden pflegte. Dann kam die Reihe aü deS Götzen Kasten, aus einem aus­gehöhlten Baumstamm bestehend und mit einem Deckel ver­sehen, — zuletzt der Eigenthümer dieser Siebenfachen, der Götze selber. Da kaum Einer aus der ganzen lebenden Generation der Madagassen denselben je zu Gesicht bekommen, so erregte sein Erscheinen großes Erstaunen. Der Götze bestand aus zwei Stücken Scharlach-Seide von etwa 3 Fuß Länge und drei Zoll Breite, verbunden durch ein kleines Stück Holz von der Dicke eines MannsdaumenS, so daß die niederhängende Seide so zu sagen zwei große Flügel zu einem ganz kleinen Körper bildete. Das war der „große Gott der Madagassen", dessen , Berührung heilig machte und dessen Nähe Schutz verlieh. „Jhrenga könnt ihn nicht verbrennen, er ist ein Gott" schrie daS ver- zu d™-------- —---------» »—»—-

sammelte Volk. „Wenn er ein Gott ist, wird er nicht brennen", * Babenhausen, 23. December. Heute hat unS Herr erwiderte der Beamte, „wir wollen es versuchen" — und sie Hauptmann Wagner »erlassen um seinen künftigen Wohnsitz

1 Dörfern der Provinz Jmerina es schon 120 gab, die christ- 1 liche Kirchen besaßen und der Religionslehrer gab es in Fülle zur Bekehrung der Uebrigen. Diese Bewegung, besonders wegen ' ihres rein nationalen Ursprungs merkwürdig, ist ein neuer Beweis, daß in gewissen Phasen der Civilisation, Nationen durch Autorität von oben her bekehrt werden können. Die Bekehrung Madagascars ging im neunzehnten Jahrhundert in derselben Weise vor sich, wie die der Sachsen im sechsten. Der Bilderstürmer ist der Vorläufer des Reformators. Um

einen Fetisch-Dienst zu zerstören, muß vor Allem der Fetisch selber zerstört werden."

* Griesheim a. M., 23. December. Am verflossenen mtage wurde dahier die Leiche eines bejahrten Mannes aus rendlingen geländet. Vermuthlich hat dieselbe schon mehrere

Wochen im Wasser gelegen. — Ebenso hören wir, daß vor einigen Tagen zwischen Höchst und Sindlingen ein Liebespaar det wurde, welches mit einem Taschentuch zusammenge- en war.

* Darmstadt. Unsere Landsmännin, die Opernsängerin Fräulein Melitta Pabst, ist seit Ende November inCoblenz Sängerin engagirt und daselbst bereits als Fidelio, Donna Anna, Gräfin in Fègaro's Hochzeit rc. mit Beifall aufgetreten. Dieser Tage wurde dieselbe rrn Hofkapellmeister R. Lachner, vom 15. April 1870

als erste Agathe,

;agirt Die junge strebsame Künstlerin dürfte som allgemeiner Anerkennung gelangen.

* Babenhausen, 23. December. Heute hat un

Hof- mgen bald

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