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(Expedition: am h, GeistpfZrtchM, SHlachthausgaffe 21.)
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Dienstag den 21. December
1869
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Ueberblèâ der Ereiguiffe im Gebiete der polttischm Md materielle« Jutereffe«.
Irankfurt, 21. December. DaS Concil ist am 8. December mit allem Pompe von Pius IX. eröffnet worden, ohne anderen Unfall, als daß der Regen dem Glanze der Festlichkeit hinderlich war. Die Pracht, welche die versammelten Häupter der katholischen Kirche entfalten, war imponirend. Von ungefähr tausend Prälaten, welche zu einem Sitze im Concil berechtigt sind, waren über 700 erschienen. Die Stimmung der Kirchenfürsten gegen die päpstliche Curie soll zu wünschen übrig lassen, nicht blos insofern, als die ungarischen, deutschen und andere Bischöfe die Uebertreibungen der Jesuitenpartei mißbilligen und nicht viel wissen wollen von der Unfehlbarkeit des Papstes, sondern auch weil Pius IX. die Leitung des Concils ausschließlich in seine Hand genommen hat und der Selbstthätigkeit der hohen GeisUichkeit nicht viel zu thun übrig läßt. In manchen italienischen Städten haben am 8. Demonstrationen gegen das Concil, gegen den Papst und die päpstliche Herrschaft stattgefunden, doch ist er zu den befürchteten Unruhen, gegen welche der Minister Rudini mit allem Ernste einzuschreiten befohlen hatte, nicht gekommen. In Palermo, wo ein Conflict drohte, hat die Behörde die Versammlung aufgelöst. In Florenz hat eine öffentliche Kundgebung mit Umzug und öffentlichen Reden vom Pater Gavazzi und Anderen stattgefunden; sie ist aber bei starkem Regen ziemlich kläglich ausgefallen. DaS am 8. in Neapel unter dem Vorsitze des Herrn Ricciardi veranstaltete Anticoncil im Theater
Ferdinando eröffnet, ist nach der zweiten Sitzung von der Behörde aufgelöst worden, weil man die französische Republik hoch leben ließ und „Tod dem Kaiser Napoleon!" rief. In der ersten Sitzung wurden beistimmende Zuschriften von Garibaldi, Victor Hugo, Quinet u. A. mitgetheilt. — Die Ministerkrisis in Italien ist endlich zu Ende. Die offizielle Gazzetta vom 14. Dec. meldet, daß der König die folgenden Minister ernannt hat: Präsidium und Inneres Lanza, Finanzen
Sella, Justiz Reali, Krieg, General Gavone, öffentliche Arbeiten Gadda, Unterricht Correnti, AeußereS ViSconti-Benosta, Ackerbau Castagnola. Letzterer übernimmt interimistisch auch das Marineministerium. ES scheint nicht, daß eS dem neuen Ministerium besser als seinen Vorgängern gelungen ist, Victor Emanuel für daS Militärwesen Zugeständnisse abzupressen. Es soll gespart werden, ja; aber die Armee soll nicht resu- cirt werden. Man will den Zweck, aber nicht das einzige Mittel, daS hilft. —Der russische Gesandte in Florenz, Graf Kisselew, ist dort am 8. gestorben. — In Bezug auf ihre Arbeitslust leiden die spanischen CorteS am Wechselfieber. Nach einem langwierigen Anfalle kühler Faulenzerei ist in der letzten Woche eine hitzige Geschäftigkeit über sie gekommen, so saß sie etne Menge von Gesetzen hinter einanver erledigt haben. Dieselben betrafen Entschädigungen für die Hinterbliebenen der in den Aufständen von 1866 und 1867 gefallenen Männer, Veräußerung der Krongüter, Ueberlassung der geschleiften Citadelle und ihrer Umgebung an die Stadt Barcelona, Einleitung einer Untersuchung über die unter der früheren Regierung verschwundenen Kronjuwelen, Veranstaltung der Neuwahlen für die erledigten CorteSsitze, die Feststellung deS stehenden Heeres auf 80,000 Mann, zuletzt und zumeist aber die Aufhebung des Belagerungszustandes, durch welche das Land durch längst niedergeschlagene Republicaneraufstände wieder in den Genuß der verfassungsmäßigen Freiheit gesetzt worden ist. Der Ministerpräsident Prim mußte sich wieder einmal von dem Vorwurfe eines beabsichtigten Staatsstreichs reinigen und benutzte die Gelegenheit zu der Erklärung, daß die Regierung an der Throncandidatur des Herzogs von Genua festhalte, woran er die kühne Behauptung knüpfte, daß eine ungeheure Stimmenmehrheit — immens» ist das beliebteste Eigenschaftswort der Quantität für den Spanier — sich im Lande für den jungen Herzog aussprechen werde. Castela antwortete auf diese Versicherung mit einer donnernden Philippika gegen das Haus Savoyen, welches für feinen Sprossen Thomas büßen mußte, und den vermeitlichen Be-