Intelligenz Blatt
-er MM Frankfurt s. A.,
verbmrdm mit dm Kr»«kf«rter M«chrichte« als Extrabeilage,
(Expedition: am H. Geiftpfottchen, SchlachthauSgaffe 21.)
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Dienstag den 30. November
1869,
in Mannheim; am 5. April 1783 in Mannheim; am 2.-3. April 1785 in Mainz; am 3.—4. November 1787 in Heidelberg, Mannheim, an der Bergstraße, in Darmstadt, Büttelborn, Gräfenhauseu, Erfelden, Frankfurt, Hanau; am 18.—20. Januar 1789 in Mainz, Frankfurt; am 13. und 16. Juni 1789 in Mannheim; am 6.-6. März 1790 in Griesheim, Darmstadt, im Odenwald; am 24. Januar 1791 in Darmstadt, am 12. December 1793 in Darmstadt; am 21.—22. Februar 1799 in Frankfurt; am 19.—20. Februar 1807 in Darmstadt; im März 1877 in Frankfurt; am 25. December 1821 in Mainz; am 23. November 1822 in Heidelberg und Mainz; am 13.—14, November 1824 in Mainz; am 17. August 1825 in Nieder-Beerbach; am 25. November 1828 in Kelsterbach, Flörsheim; am 19. September 1829 in Frankfurt; am 7. Februar 1839 in Heidelberg; am 29. Juli 1846 in Mannheim, der Bergstraße, Darmstadt, Mainz, Frankfurt. An diese Erdbebenreihe schließt sich dann das Erdbeben im Jahre 1868, und dasjenige, welches die Gemüther dermalen in Angst versetzt.
UeberbliS der Ereignisse im Gebiete der poütischeu und materiellen Interessen.
Frankfurt, 30. November. (Chronik der Erdbeben zwischen Rhein, Main und Neckar.) In Tagen, in denen eine gewaltige Naturerscheinung den Erdboden und die Herzen der Menschen erbeben macht, wendet sich die Aufmerksamkeit des NatursorscherS wieder aus die Erforschung von Ursache und Wirkung dieser Erscheinung. Den Freund der Geschichte intereressirt dann auch die Frage nach ähnlichen im Laufe der Zeit vorgekommenen Erscheinungen, und bereits hat die Mainzer Zeitung eine chronologische Zusammenstellung aller im Laufe der Jahrhunderte in dem Rhemthale vorgekommenen Erdbeben gebracht. Wir wollen im Nachfolgenden eine Zusammenstellung der zwischen Rhein, Main und Neckar, also in der durch daS dermalige Erdbeben vorzugsweise berührten Gegend im Lause der Zeit vorgekommenen Erderschütterunqen versuchen. Wir haben dabei nicht die Absicht, auf CinzelnheiKn einzugehen, wie z. B. auf Verbreitungssphäre, den Grad der Intensität, dabei vorgekommene Erscheinungen u. s. w., sondern wir wollen nur die Thatsache eines Erdbebens anführen, wenn ein solches von Chroniken und Tagesblättern angeführt wird Im Jahre 855 nach Chr. Geb. ist ein Erdbeben notirt worden in Mainz und Worms; im Jahre 869 in Mainz, desgl. am 2. Dec. 872, im Jan. 880, im Jahre 882, im Jahre 885, am 1. Dec. 1080, am 26. März 1081, im Jahre 1146; am 6. Febr. 1348 in Frankfurt, ebendaselbst im Jahre 1475, am Ostertag 1572, am 11. Febr. 1592, am 8. Febr. 1601, am 8. Sept. 1602; im Jahre 1612 vom 8. Nov. bis 7. Dec. fast täglich in der Bergstraße; am 19. Jan. 1619 bei Frankfurt; am 29. Nov. 1623 in der Bergstraße; im Jan. 1626 in der Bergstraße und in WormS, am 4. April 1640 in Frankfurt; am 28. Nov. 1640 in Frankfurt; am 9- Jan. 1642 in Frankfurt, Worms und Mainz; am 9. Jan- 1653 in Frankfurt, ebendaselbst Ende März 1655 und am 14 Dec. 1668; im Jahre 1681 in Frankfurt, Mainz, Hanau; am 4. Mai 1662 in Frankfurt; am 24. November 1690 in Frankfurt; am 4. December 1690 in Frankfurt, Mainz, Heidelberg; am 19. Februar 1691 in Mainz, Frankfurt, Hanau; am 8. Sept. 1692 in Frankfurt, ebendaselbst am 16. December 1693; am 6. Mai 1703 in Frankfurt und Hanau; am 30. Jan. 1704 in Frankfurt, ebendaselbst am 16.-17. Februar 1707 und am 12 Mai 1727; am 3. Aug. 1728 in Mannheim, Worms, Mainz, Frankfurt, Offenbach, Hanau und Aschaffenburg; am 18. Mai 1733 in Frankfurt, Offenbach, Hanau, Darmstadt, Mainz; am 7. Aug. 1735 in Frankfurt, Mainz; am 19. Februar 1756 in Worms, Mannheim; am 19. Juni 1774 in Dietzenbach; am 2. April 1778
M«- der Möhe.
* Offenbach, 27. November. Vor wenigen Tagen erhielt ein hiesiger Kaufmann, dessen Reellität unbezweifelt ist, von einem Frankfurter Bankhaus ein Schreiben, durch welches er, nachdem darin seiner bisherigen geschäftlichen Pünktlichkeit lobend gedacht war, ersucht wurde, einen offenen Posten von 1500 Thaler zu ordnen. Erstaunt über diese Anforderung, weil er diesen Betrag nicht empfangen hatte und überhaupt nichts darum wußte, begab er sich alsbald nach Frankfurt in das betreffende Comptoir, wo ein junger Mann, der auS dem im Rodgau gelegenen Dorfe Weißkirchen gebürtig und dessen Vater hier seiner Zeit einen Fouragehandel betrieben, behauptet, daß er die 1500 Thaler dem Offenbacher Kaufmann behändigt, allein es seien zugleich so viele Leute daneben gestanden, daß auch ein Versehen stattgefunden haben könnte. Da nun in Bankhäusern allgemein der Gebrauch herrscht, ohne Empfangsschein kein Geld zu verabfolgen, und der angebliche Empfänger nichts erhalten und natürlich keinen Schein ausgestellt hatte, so blieb der dringende Verdacht, daß ein Betrug Seitens des Commis stattgefunden, was dessen sofortige Entlassung zur Folge gehabt. Was in dieser Sache weiter geschehen wird, ist zu erwarten.
* Groß-Gerau, 28. November. Die Ruhe und die Hoffnung auf ein gänzliches Ausbleiben der Erschütterungen, deren man sich seit dem 18. hingab, sollten eine bittere Enttäuschung erleiden. Die letzten Tage der vergangenen Woche und selbst noch der Sonntag waren so ruhig, daß die meisten