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(Expedition: am H. Geistpfönchen, Schlachthausgasse 21.)
M 279 Donnerstag dm 25. November 186fE
Ueberblick der Ereigniffe im Gebiete der politischen Md materrellLA Zatereffeu.
Frankfurt, 25. November. Nach statistischen Zusammenstellungen beträgt die Waldfläche deS Königreichs Bayern 7,622 Ö45 Tagwerk oder 34 Procent deS GesammtarealS. Die meisten Waldungen besitzen die Pfalz, Unterfranken und Ober» bayern mit 37 bis 38 Procent Wald auf ihrer Gesammt- fläche; am wenigsten Wald hat Schwaben, nämlich nur 23 Procent. Von der gesummten Waldfläche sind 36 Procent im Besitze deS StaateS, 13 Procent gehören den Gemeinden und Körperschaften, 2 Procent Stiftungen und 49 Procent Privaten. Seit 1861 hat sich die Waldfläche vermehrt um 97,018 Tagwerke (darunter die Staatswaldungen um 71,224 Tagwerke), obgleich an Preus.en 58,000 Tagwerke (einschließlich 31,099 Staatswald) abgetreten worden sind. Der jährliche Holzertrag, mit Ausschluß von Astreis und Stockholz, betrug 1861/67 von 2,221,546 Tagwerk n productiver Fläche Staatèwald 1,044,451 Klafter, 0,47 Klafter per Tagwerk. DaS Nutzholzausbringen stieg von 15 auf 25 Procent Bei obiger Jahresnutzung hat die Steigerung des Nutzholzes um 1 Procent eine Mehreinnahme von 100,000 fl. zur Folge. Der Geldertrag per Tagwerk betrug 1861/67 3 fl. 58 kr., 1855/61 2 fl. 56 kr., 1819/25 1 fl. 10 kr. Unter den Nebennutzungen spielt die schädliche Laub- und Moos- streu immer noch die wichtigste Rolle; zwar hat sich die Ausdehnung derselben seit 1837/43 nahezu um die Hälfte vermindert, nämlich von 211,459 auf 122,650 Fuhren, während gleichzeitig der Geldwerth von 216,361 auf 372,441 fl. jährlich gestiegen ist, wovon übrigens nur 38, resp. 32 Procent eingingen. Von den Ausgaben interessiren besonders die Culturkosten, welche pr. Tagwerk betrugen 1861/67 in sämmtlichen Staatswaldungen 8 kr. (im ehemaligen Salinenbezirk 3 kr., in Unterfranken und Pfalz 9 kr., in Mittelfranken 11 kr.) Die jährliche Culturfläche beträgt 34,780 Tagwerk, 16 Procent der ertragsfähigen Fläche; davon kommen auf Laubholzkulturen Iwa 22 Procent, auf Nadelholz 78 Procent; auf Saat 55 Procent, auf Pflanzung 45 Procent. Die Gesammtaus- gaben haben 1819/25 46 Procent, 1837/43 37 Procent und 1861/67 39 Procent der Gesammteinnahme beansprucht; die Verwaltuugskosten aber sind von 25 Procent auf 18 Procent zurückgegangen.
wegen zeitweiser Kränklichkeit und auch weil sich bei dem Uebergange die Arbeit außerordentlich gemehrt hatte, nach fast zwanzigjähriger Dienstzeit ein Gehülfe mit 400 fl. Gehalt beigegeben worden. Dieser geht jetzt ab, oder der neue Bürgermeister muß ihn auS seinem Säckel bezahlen.
* Bad Soden, 23. Nov. Unser seitheriger, einstimmig wiedergewählter Bürgermeister DingeS ist vom Landrathamt bestätigt worden.
* Darmstadt, 20. November. Aus dem Archiv für hessische Geschichte und Alterthumskunde entnehmen wir, daß die Bewohner von Dietzenbach bei Langen vor beinahe 100 Jahren durch ein furchtbares Ereigniß heimgesucht wurden. Es war am 19. Juni 1774 Nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr, als nach einem schwülen Tage am Himmel von Südosten her ein Gewitter mit ungewöhnlichem Getöse heranzog und wie Feuer und Flamme aussah. Um 5 Uhr wurde es ganz finster und es erfolgten zwei Erdstöße. In kaum 5 Minuten, waren fast alle Dächer beschädigt, viele Schornsteine eingestürzt und 35 Gebäude meist Scheunen in der sogenannten Borngasse zusammengkfallen, andere auS ihren Fundamenten gerückt. Zur Erinnerung an diese furchtbaren Naturscenen wurde viele Jahre hindurch (vielleicht geschieht es noch jetzt) Sonntags um dieselbe Stunde, in welcher dieselbe statt gehabt, mit allen Glocken geläutet.
* Darmstadt, 20. November. Dem Bazar, der zum Besten des hiesigen Diakonissenhauses, wie man hört, zu Ende dieses MonatS in dem großen Palais eröffnet werden soll, sind von J. M. der Kaiserin von Rußland sehr werthvolle Geschenke zum Verkauf überschickt worden. U. A. auch eine Kiste russischen Karawanenthee'S, die edelste Sorte des Kaiseroder Blumeuthee's, welcher bekanntlich nur aus dessen sorgfältig ausgewählten zarten, weisbehaarten Blättchen bereitet wird und niemals in Handel kommt. Sodann eine Serie russischer Holzwaaren, die durch ihre prachtvolle eigenthümliche - Ausstattung die allgemeinste Aufmerksamkeit erregen dürften.
* Mainz, 20. Nov. Laut „Abdbl.- ist die Gräfin Ida Hahn heute früh mit ihrem Bruder und dessen Gemahlin nach Rom abgereist, wo sie voraussichtlich bis nach Ostern verweilen werden.
* Mainz, 20. November. Auf dem Bahnkörper bei Höchst wurde vorgestern Morgen die Leiche eines Bahnarbeiters aus Flörsheim gefunden, der dort in der Nacht überfahren wurde.
* Wiesbaden, 22. November. Der „Rh K." erzählt folgende Gaunerei: „Zwei Franzosen betraten dieser Tage das Comptoir eines Banquiers hier, der erst gegen halb 10 Uhr in seinem Geschäftslocale zu erscheinen pflegt und seinem jungen Manne die Cassaschlüssel anvertraut, und verlangten die Um-
W«s der Mähe»
* Höchst, 23, Nov. Unserem neuen Bürgermeister hat der Gemeinderath 1100 fl. Besoldung verwilligt, während der alte nur 900 fl. hatte, Letzterem war seit etwa 2 Jahren,