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Verbund m mit dm Fr»«rf«rter M«chrichte« «18 Extrabeilage.

(Expedition: am h. Getstpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 273 Donnerstag dm 18. November 1868

(85,000 Pfd. St.) veranlaßte bald den Bau noch mehrerer Hängebrücken, von denen die nächste, die Hungerford-Brücke, von Brunel entworfen, war; einige Jahre nach ihrer Vollendung wurde sie nach Bristol tranSlocirt, wo sie den Namen der Clifton-Hängebrücke erhielt. Ihre stehen­gebliebenen Pfeiler in der Themse unterstützen jetzt die Gitter­träger der Charing-Croß-Eisenbahnbrücke. —. Die Chelsea- Hängebrücke, welche 1858 nach dem Entwürfe Page's vollendet wurde, ist die schönste von allen Hängebrücken; drei Jahre später wurde die Lambeth-Hängebrücke nach dem Entwürfe von Peter Barlow in einem Jahre (1861—1862) für 50,000 Pfd. St. erbaut; ihre Ketten bestehen nicht, wie die der übrigen, aus verholzten Gliedern, sondern aus Drathtauen, und statt der bis dahin gebrauchten vertikalen Hängeftangen ist eine Reihe von Dreiecksystemen an den Ketten aufgehängt, deren horizontale Glieder die Brückenbahn tragen. Die Brücke ist 950 Fuß lang, 30 Fuß breit, aber nur 22 Fuß über Hochwaffer. Die letzte oieser älteren Brücken ist die Vauxhall- Brücke, eine Combinatton auS Stein und Eisenconstruclion; sie hat 9 Spannungen, deren mittelste 70 Fuß weit ist und wurde für 370,000 Pfd. St. nach einem Entwürfe von I. Walker erbaut. Die neueren Brücken sind ausschließlich Eisen­bahnbrücken, die als Gitterbrücken construirt sind und theils auf massiven, theils auf eisernen Pfeilern aufliegen; einige von ihnen haben Fußgängerpaffagen.

Ueberbliâ der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 18. November. Die verschiedenen Brücken, welche die Ufer der Themse auf ihrem Laufe durch London verbinden, haben allmälig eine gewisse historische Bedeutung gewonnen, indem dieselben sowohl im Allgemeinen die Fort­schritte des JngenieurwesenS zeigen, als auch Gelegenheit zum Vergleiche der hauptsächlichsten Brückensysteme darbieten. Der „Builder" macht über dieselben u. A. folgende Mittheilungen: Die beiden ältesten Themse-Brücken sind die Blackfriars- und die Westminsterbrücke, welche beide einen totalen Umbau er­fahren haben. Die alte BlackfriarSbrücke war 1710 nach einem Entwürfe Mylne's begonnen und auS Portlandstein mit einem Kostenaufwand von 300,000 Pfd. St. hergestellt; ihr all- mäliger Verfall nöthigte jenen Bau einer neuen, welche, mit großer Sorgfalt in solidester Construction und von bestem Material hergestellt, von den Londoner Brücken die meiste Aussicht auf eine lange Dauer haben dürfte. — Die alte Weftmmster-Brücke, 1739 nach einem Entwürfe von Labeyle begonnen, war gleichfalls aus Portlandstein mit 490,OM Pfd. St. Kosten erbaut; sie war 1220 Fuß (engl.) lang, 40 Fuß breit, 25 Fuß über Hochwasser und hatte 15 Spannungen, von denen die mittelste 100 Fuß betrug. Die neue Brücke wurde in der Zeit von 1853 bis 1862 nach dem Entwürfe von Thomas Page erbaut; sie ist 85 Fuß breit, 20 Fuß imHoch- waffer und hat 7 Spannungen, von denen die mittlere ILOfFuß WM ist; die Baukosten betrage» 393,000 Pfd. St. DieWest- Mlnsterbrücke, wohl die breiteste Brücke Europas, steht an Schönheit des Entwurfs nur wenigen nach; ihr Bau dauerte 9 Jahre. — Die Waterloo-Brücke, welche Canova einst die schönste Brücke Europas nannte, ist beinahe 60 Jahre alt. Sie ist 1326 Fuß lang, 43 Fuß breit, 27V, Fuß über Hochwasser und hat 9 Spannungen. Der mittelste Bogen ist 120 Fuß wm. Die Brücke ist innerhalb sechs Jahren, mit einem Kostenaufwande von 937,391 Pfd. St. nach Zeichnungen von Rennie erbaut. Die Southwarkbrücke, gleichfalls von Rennie entworfen, ist das erste Beispiel der Anwendung von Gußeisen bei Spannungen von großen Dimensionen; die Brücke ist von 1814 bis 1819 für 660,000 Pfd. St. erbaut und ihr mittlerer Bogen hat eine Spannweite w» 240 Fuß. Die dritte von Rennie entworfene BÄcke ist die London-Brücke, welche in 7 Jahren für 2,566,268 Pfd. St. und, gleich der Waterloo- Brücke, aus Granit erbaut ist; sie ist 920 Fußlang, 45 Fuß breit, 29V, Fuß über Hochwasser und hat 5 Bogen, deren mittelster 150 Fuß weit ist. Die Hammershmith-Brücke, im Jahre 1827 eröffnet, ist die erste Hängebrücke, welche über die Themse gespannt wurde. Die Billigkeit ihrer Herstellung

Äu» der Mähe.

* Hanau, 16. November. Wir machen unsere Leser darauf aufmerksam, daß an den Kassen der Frankfurt-Hanauer Eisenbahn österreichische Sechskreuzerstücke nicht mehr ange­nommen werden, wenigstens wurden dieselben heute allseitig zurückgewiesen.

* Darmstadt, 9. November. Die gestrige Handelsver­einssitzung debattirte die Frage des Octroi. Die Versammlung beauftragte den Vorstand: „eine Adresse an den Stadtvorstand zu erlassen, welche sich für allmähliche Abschaffung des Octroi und Beseittgung desselben als Schutzzoll gewisser Gewerbe ausspricht. Diese Declaration soll in einer zu diesem Zweck zu berufenden Bürgerversammlung zur Unterschrift aufgelegt werden.

* Darmstadt, 16. November. Der berüchtigte Conrad Müller aus Ober-Ramstadt, welcher zu Anfang September d. I. aus dem Gefängniß zu Zwingenberg entflohen war und bei seiner Wiederverhaftung in Nieder-Modau oem Gensd'arm Becker in das Gesicht schoß, ist in der Nacht vom Sonntag auf Montag aus dem Bezirksgefängnisse zu Reinheim, woselbst er sich in Voruntersuchung befand, entsprungen. Er hatte zu