Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Intelligenz-

der MM Frankfurt «. M.,

verbuudm mit dm Fx»«kf«rtOK VkachrLchtZ« als Extrabeilage.

(Expedition: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasie 21.)

.069

Samstag dm 13. November

1869

Nublick der Ereignisse im Gebiete der politischen und! materiellen Interessen.

S für irgendwie zuverlässig an, so haben wir also die llen da zu suchen, wo z. B. die neueste Petermann'sche Karte — jedenfalls die beste Autorität, die wir hier anziehen können—den Lualaba und den Rilomba verzeichnet. Es liegt übrigens der Schluß nahe, daß jene Gegend großartige Reser­voire enthält, welche ihre Wassermengen nach Norden und Süden oder gar nach Norden, Süden und Westen ergießen — Nil, Zambesi, Kongo, wie ja auch die mächtigen südameri­kanischen Ströme, der Orinoco und der Amazonenfluß, durch einen gabelartig sich spaltenden Quellfluß mit einander in Verbindung stehen. ÄetonènSwerth ist, daß die allerneueste Entdeckung uns wieder auf die ältesten bestimmteren Nach­richten über die Nilquellen zurückführt. Freilich bleibt zwischen Livingstone's und Ptolemäus' Angaben ein Unterschied von vier Breitegraden, indem nach dem alexandrinischen Geographen der Nil aus zwei See'n entspringt, von denen der westlichere 6°, der östlichere 7° südlich vom Aequator liegt. Im Großen und Ganzen aber treten die alten und neuen Forschungen sich nahe genug; Livingstone und Ptolemäus reichen sich über viele Jahrhunderte des Zweifels und Irrthums die Hand.

Frankfurt, 13.November. (Die Quellen des Nil.)! Sie Mittheilung aus Bombay meldete unlängst, daß i Livingstone zwischen 10 und 12° südlicher Breite die Quellen 1 bö Nil entdeckt habe. Wir bemerkten dazu, daß entweder in 1 dm Zahlen ein Irrthum untergelaufen oder unsere bisher 1 gkltenven Karten von Mittelasrika gründlich verpfuscht sein■ Men. Von diesem Doppelfalle fcheint das Letztere einzu­treffen, so daß also unsere gegenwärtigen orographeschen und hydrographischen Annahmen in jenem Theile Afrika's falsch find. Der Genauigkeit halber lassen wir die ganze Mitthei­lung, wie sie in der „Bombay Gazette" zu lesen ist, folgen: nDie Regierung in Bombay erhielt am 5. d. M. einen am 7. September d. I. geschriebenen Brief Dr. Kirk's, des briti- Wn Vertreters in Zanzibar, worin er meldet, daß er einen Mief von Dr. Livingstone, ausBangweloo vom 8. Juli 1868, erhalten habe. In diesem Briese bemerkt Livingstone: „Ich N sagen, daß ich gesunden habe, was ich für die Quellen zwischen 10 und 12° s. Br., oder ungefähr in

A^eud, welche Ptolemäus ihnen zuweist." Die Quellen scheinen dem Briefe zufolge in einer Reihe großer n zu bestehen, und Dr. Kirk sagt in Bezug auf dieselben, wie Ä?«" vermuthlich zehn Tagemärsche lang sind und

Mssa, Tanganjika und Albert Nyanza, von hohen loitf»n9" ^ umgeben, welche in Buchten uno Thäler aus- UßL TUefe Beschreibung der Erscheinung der See'n und wâ «rge scheint von den arabischen Händlern herzurühren, „k,^^^vlngstone's Brief nach Zanzibar brachten. Livingstone guter Gesundheit und frohen Muthes, als er diesen Kg.IA^augweloo schrieb." So die Mittheilung der „Bombay Ido..;.™“ fehlen die Längenbestimmungen; doch zwingen boin E "Epeke's Forschungen, durch welche das Land östlich neuerdings für diesen Zweck hinlänglich bekannt Na°^n B F dem Schlüsse, daß die von Livingstone gemeinte W u ^ vvm Tanganjika liegt, etwa zwischen 40 und jetzt h nl «M 8erro. Dort verzeichnen unsere Karten in «Mn» b^ des Zambesi und des Kongo, welche also Silben in.s ^ingstone'schen Entdeckung ein gut Stück nach Yicilesi!»-m ^ Westen zurückgedrängt werden. Das por-

Pombeiros, welches im Anfänge dieses « es 2 k °™ von Kazembe'S Reich zu erzählen wußte, Nen; ?ü Wahrheit nicht allzu streng genommen zu dieselbe 2 r? hat es seine Reiselinie falsch verzeichnet, da ^ueMüK» die Livingstone'schen See'n oder

Bian bte Litt % geradezu durchschneiden müßte. Nimmt Reisen Monteiro's (1831) und Magyar Laszlo's

W«O der Râhe.

* Bad Nauheim. Der Anzeiger für Oberhessen schreibt: Die in verschiedene Blätter übergegangene Nachricht, die hiesige „Salzquelle" springe in Folge des letzten Erdbebens wieder, beruht auf einem Irrthum. Die Quelle war seit längerer Zeit ausgeblieben und man erklärte sich dies aus einer Be­schädigung der Verröhrung. Vor etwa 14 Tagen wurde die Verrohrung herausgenommen, wobei man aber auf dem Grund derselben eine ziemlich dicke Stange fand, die wahrscheinlich die Veranlassung zur Verstopfung gegeben hatte. Nachdem die nöthigen Reparaturen vorgenommen und die Verröhrung wieder eingelassen war, sprang die Quelle wieder wie früher, was jedoch schon drei Tage vor dem Erdbeben geschah.

* Darmstadt, 11. November. Wie wir hören, soll aus von Heidelberg ergangener Anregung hier der Versuch der Bildung eines Vereins gemacht werden, dessen Mitglieder sich verpflichten, jede Fleischnahrung zu verschmähen und sich lediglich auf vegetabilische Kost zu be­schränken.

* Nassau, 8. Nov. Nachdem die Schrecken der Erd­erschütterungen und die Calamität der Stürme, des allzufrühen Winters und des für die Landwirthschaft unzeitig starken Regens überwunden und Ruhe und Stille in der Natur ein­gekehrt sind, sangen unsere Landwirthe wieder an, die ver» zögerte Aussaat, die hier in der Regel später als sonst be­ginnt, zu bestellen.