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Intelligenz Blatt

der MM Frankfurt a. M,

verbmldm mtt dm Krankfurte, Skachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am h. Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

jK 261 Donnerstag dm 4. November 1869;

Uebublick der Ereignisse im Gebiete der politischen and materiellen Interessen.

Frankfurt, 4. November. (Chinesische Arbeit in Amerika.) In Amerika, zumal dem Westen und Süden der Bereinigten Staaten, wird sich in den nächsten 10—20 Jahren voraussichtlich ein großartiges Schauspiel auf dem Gebiete der Rocenvertheilung vollziehen, denn, trotz derOppo- fition einer nichts weniger als verächtlichen Partei in Kali- formen, darf kaum mehr bezweifelt werden, daß nicht nur dieser und die umliegenden Staaten, sondern auch die Baum- wollbezirke deS Südens demnächst von einem anhaltenden Zu- e chinesischer Arbeitskräfte versehen werden. Koopman-

), dessen Name in Verbindung mit der Kuli-Einfuhr be­kannt geworden, befindet sich gegenwärtig wieder in Amerika, und nachdem er sich in einer Unterredung mit dem Staats­sekretär Fish die Gewißheit geholt, daß bie Regierung seinen

Planen nicht in den Weg treten werde, so lange er die Gesetze bezüglich der Kuli-Einsuhr beobachte, ist er nach dem Süden abgereist, um Kontrakte behufs Lieferung chinesischer Arbeiter abzuschließen. DaS Bedürfniß nach einer Concurrenz der Arbeit ist so groß, und die Zufriedenheit mit den Leistungen der Chinesen auf den ihnen bisher zugewiesenen Gebieten (Cigarrenfabrikation zc.) so vollkommen, daß die Kontrakte zweifelsohne sehr zahlreich sein werden. Bis jetzt hat Koop- manschaap sich bereits zur Lieferung von 10,000 Arbeitern — welche sämmtlich auS freiem Antrieb und mit voller Zustim­mung der chinesischen Regierung auSwandern sollen — ver- pfllchtet. Die Bedingungen sind folgende: Die auSwanderungS- lustigen Chinesen verpflichten sich kontraktlich, 5 Jahre für Rost und 8—12 Dollars Monatslohn zu arbeiten. Die TranS-

und sonstigen Unkosten, welche sich auf etwa 200 Doll, pr Kopf belaufen, werden vom Arbeitgeber gezahlt, wenn der Arbei­ter innen Verpflichtungen bis zum Ablaufe deS ContrakteS nach ommt; falls der letztere aber vor dieser Zeit daS Verhältniß osen will, werden 100 Dollars von seinem Lohn als Ent-

« "ß f"r den Arbeitgeber abgezogen. Ein jeder muß bei Bestellung von KuliS die nöthige Sicherheit für prompte

M""Ü aller ihm erwachsenden Kosten stellen. AuS allen «weil deS Südens kommen fast täglich Nachrichten über «udung von Ausschüssen zur Einfuhr chinesischer Arbeiter, Agenten sind schon in China ein getroffen. So ist u ,rtem bin Kaufmann auS Iteu-OrleanL unlängst als cx.b^piasentant mehrerer dortiger Handelsfirmen über San

*l!t0 nach China abgereist, um in Hongkong, Peking oder ren gelegenen Platz eine Agentur zu errichten. Von

"T. "'"Fachkenntniß ausgestatteten Chinesen begleitet, wird öach, und als Ersatzschöffe C. 'Hennig. - Die Wahlmänner eie verschiedenen Ackerbaudistrikte China'-besuchen, um aus-zur Wahl einer Bürgermeisters find am 27. October gewählt

findig zu machen, welcher die besten und billigsten Arbeits­kräfte für die Baumwolle und Zuckerpflanzungen Louisiana'S zu liefern im Stande sei. Bei den bestehenden Verkehrsmitteln zwischen den Vereinigten Staaten und China wird eS vor­aussichtlich nicht lange dauern, bevor die Einwanderung in vollem Gange ist. Um dieselbe noch mehr zu erleichtern, gedenkt die Pacific Mail Company eine wöchentliche Dampferlinie nach China mit einem mäßigen Tarif herzustellen, und sie hat dieser- halb bereits Unterhandlungen mit der Pacific-Eisenbahn-Ge- jellschaft angeknüpft. Die erstgenannte Compagnie beabsichtigt ferner den Congreß um Subsidien für eine wöchentliche Post anstatt der bisherigen monatlichen anzugehen, aber eS unter­liegt wohl kaum einem Zweifel, daß eine wöchentliche Dampfer­verbindung zwischen San Francisco, China und Japan binnen Kurzem auch ohne StaatSunterstützung dastehen kann.

m«» der Vkâhe.

* Ho mburg, 29. October. Wie wir soeben auS bestens unterrichteter Quelle erfahren, wird eine Neuwahl für Herrn o. Briesen vorerst nicht stattfinden, die Wahl vielmehr bis zur allgemeinen Neuwahl verschoben bleiben. Näheres über die deßfallsiaen Gründe ist noch nicht bekannt geworden.

* Höchst, im Odenwald, 26. October. Mit nicht genug anzuerkennender Liberalität hat der BerwaltungSrath der Hess. Ludwigsbahngesellschaft dahier ein Spital erbaut, in dem beim Bahnbau beschäftigte kranke Eisenbahnarbeiter nnentgeltliche Aufnahme und Verpflegung finden. Mit der Leitung der An­stalt ist Hr. Dr. Föppel bautet betraut. Die Arbeiten im Tunnel und überhaupt an der Bahnlinie schreiten rüstig vor­wärts, vorige Woche wurde die Verbindung zwischen zwei Schachten im Innern deS zu durchbrechenden Berges herge­stellt und hofft man, den gewaltigen Tunnelbau in 9 Monaten vollenden zu können.

* Bad Soden, 1. Nov. Im Allgemeinen ist man mit der diesjährigen Wein-Ernte in Rücksicht auf Quantität wie Qualität ziemlich zufrieden. DaS Pfund Trauben wird zu 1 Sgr. verkauft. — Das Geschäft in Immobilien ist in letzter Zeit am hiesigen Platze lebhafter, denn je zuvor. So gingen der Europäische Hof, der Holländische Hof, der Rheinfels, daS Noü'sche, Hinkel'sche und Bautz'sche HauS für die Preise von 17—22,000 fl. in andere Hände über. — In der Sitzung vom 21. October hat der AmtSbezirkSrath die Errichtung einer Realklasse dahier genehmigt. In derselben Sitzung wurden die Schöffen fürs Amt Höchst pro 1870 gewählt. Von hier gingen auS der Wahl hervor, H. Dinges 2r und I. Kaul­bach, und als Ersatzschöffe C. Hennig- - Die Wahlmänner