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Intelligenz-Blatt

der MM Frankfurt a. M^

verbmldm mit dm Frankfurter Nachrichten als «Atrabeilage.

(Expedition: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 259 Dienstag dm 2. November 1869:

UeberbliS der Ereignisse im Gebiete der politischen lmd matmellen Jutereffen.

Barontitel seines Vaters in das Oberhaus berufen. Die Ab­schaffung der Korngesetze trennte ihn von seinem Chef. Ende des Jahres 1845 und im Jahre 1846 erschien er — obwohl scheinbar mit Widerstreben—an der Spitze der Protectionisten. In 1852 wurde er von der Königin mit der Bildung eines CabinetS beauftragt, da er aber nach der allgemeinen Parla­mentswahl von 1852 seine Anhänger in der Minorität sah und ihm wegen der Finanzpläne seines Schatzkquzlers ein Miß­trauensvotum eingebracht wurde, resignirte er und stellte sich wiederum an die Spitze der Opposilion. Im Februar deS Jahres 1858 wurde er zum zweiten Male zum Premier er­nannt, aber im März 1859 wurde seine Reformbill mit großen Majoritäten verworfen und nach einer vergeblichen Appellation an die Wähler mußte er den Posten im folgendm Juni abermals aufgeben. Während der langen Amtsperiode Palmerstons schien Derby'S Macht zu schwinden, als aber die Rusiell-Gladstone'sche Administration in 1866 gelegentlich der Reformbill eine Niederlage erlitt, wurde er zum dritten Male Premier. Nach Annahme der Reformbill Ende 1867 dankte er zu Gunsten DiSraeli'S ab, ohne daß -Yn dies jedoch verhindert hätte, bei den Debatten deS Oberhauses bezüglich der irischen Kirchenbill die Oppositionspartei anzuführen. Als Staatsmann war Lord Derby nicht weniger ausgezeichnet denn als Ge­lehrter; schon an der Universität erhielt er einen Preis für lateinische Versification und seine Homer-Uebersetzung gehört zu den besten ihrer Art, wie schon daraus hervorgeht, daß sie sechs Auflagen erlebte. Das Erträgniß derselben ist zu einer Studienunterstützung bestimmt.

Uraufsurt, 2. November. (Lord Derby f.) Edward 1 Geoffrey Smith-Stanley, Baron Stanley und 14. Earl of! Derby, ist am 23. October, Morgens 7 Uhr, in KnowSley i bei Liverpool im Alter von beinahe 70 Jahren gestorben, i nachdem er feit einigen Wochen an einem festigen Gichtanfalle i gelitten und feit einigen Tagen fast beständig in einem Zu-1 ftande der Bewußtlosigkeit gelegen hatte. In ihm hat die i englische Aristokratie zweifelsohne ihr einflußreichstes Mitglied! und die ehemalige irische Staatskirche einen ihrer ältesten und 1 wärinsten Vertheidiger verloren. Seine ganze parlamentarische, Laufbahn war mit dem Schicksal des nunmehr abgeschafften 1 Instituts verwebt; seine zweite Rede im Unterhause (im Jahre' 1824), wie seine letzte Rede im Oberhause galt demselben, und wegen der Versuche deS Melbourne'schen Cabinets, die irische Kirche zu stürzen, sagte er sich von diesem, sowie von "'ner Partei im Juli deS Jahres 1834 loS. Im letzten Jahre des vorigen Jahrhunderts geboren, wuchs Lord Derby unter den Aufregungen der napoleonischen Eroberungen auf; seine Erziehung erhielt er gleich so vielen anderen berühmten eng- l'.schen Staatsmännern in der bekannten Schule von Eeaton and später an der Universität Oxford, und mit jedem Vor­züge, den hohe Geburt, Reichthum und Kenntnisse zu gewähren im Stande sind, trat er im Alter von 22 Jahren feine öffent­liche Laufbahn an, indem er für den Wahlbezirk Stockport , nr Unterhaus gewählt wurde. Im Jahre 1826 wechselte er Ane Wähler und übernahm die Vertretung von Preston, "nrz darauf trat er als Unterstaatssecretär für die Colonien w * • Miuisterium Canning, und in der Auflösung der Parteien, welche dem Tode des letzteren Staatsmannes folgte, die Reihen der Whigs getrieben, in denen er al» ewenschaftlicher Fürsprecher parlamentarischer Reform auftrat r unter Grey's Administration den damals besonders wich- Uen Posten eines StaatSsecretärS für Irland annahm. AuS wurde er in diesen stürmischen Tagen durch Li^n°^"en Agitator Hunt vertrieben, aber in dem «nhlflecken Windsor bot sich ihm eine Zufluchtsstätte.

Minist er für Irland war er beständig in Mit O'Connell verwickelt, und die Beiden haben s,.^A^"ditterten Waffengang im Unterhause mit einander be- Dann kam der obenerwähnte Versuch Lord Mel- ,n« ?^'^?"sche Kirche zu stürzen, und Mr. Stanley schied dem Amte, weigerte jidj aber auch, in daS von Sir Robert fc^V^ 1^4.gebildete Cabinet einzutreten. Im Jahre 1841 lierin^«» ^ jedoch unter dem nämlichen Premier das Mini-

Nur der Nähe

* Offenbach, 28. October. Zu dem gestern hier abge­haltenen Fett-, Zucht- und Milchvieh-Markt waren angetrieben 26 Ochsen, 120 Kühe, 55 Rinder, 300 Hämmel, 150 Schweine und 40 Spanferkel. Das Wetter schon am Tage vorher war der Zufuhr von Thieren nicht günstig, jedoch wurden für die vorhandenen erhebliche Käufe abgeschlossen. Der landwirth- schaftliche Lokalverein hatte sechs Preise (6 Becher) ausgesetzt, welche die Besitzer des schönsten und besten Viehes erhielten, wovon 3 auf Kühe, 2 auf Ochsen und 1 auf ein Schwein gegeben wurden. Das schönste Zucht- und Milchvieh hatte S. Ehrmann auS Rödelheim gestellt. Derselbe, sowie Raph. Heß auS Bergen und M. Strauß aus Sprendlingen erhielten den ersten, zweiten und dritten Preis auf Kühe, Jos. Selig auS Bischofsheim und Ludw.Heß hier den ersten und zweiten Preis auf Ochsen, Joh. Laukhard aus Fechenheim auf ein ftpMi.t7tk ^z^^ un irr vcm namucyen Premier oas wcmi-fettes Schwein, Außerdem bekamen Raph. Heß aus Bergen für die Colonien und wurde drei Jahre später unter und S. Ehrmann aus Rödelheim Diplome.