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der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am H, Geistpförtchen, SchlachthauSgasie 21.)

M 245

Samstag dm 16. October

1869.

Uebublick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

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16. October. (Wettervorzeichen Gutes Wetter steht zu erwarten, wenn

beim Regenwetter die Eulen schreien, Lerchen und Rothkehlchen hoch fliegen und dabei viel singen, Nachtigallen bis gegen Morgen flöten, Weihen, Reiher und Rohrdommeln mit lautem Geschrei fliegen, Kibitze und Sperber hochaufsteigen und laut schreien. Ferner ist auf gutes Wetter zu rechnen, wenn die Fledermäuse Morgens früh und Abends spät fliegen, wenn die JohanniSwürmer ungewöhnlich hell leuchten, Laubfrösche im Freien hoch sitzen, Schafe auf der Weide hoch und munter springen, Roßkäfer Abends häufig fliegen, Hornisse und Weèpen Abends noch reichlich fliegen, und Blutegel ruhig am Boden der Wassergefäße liegen. Schlechte« Wetter steht dagegen in Aussicht, wenn die Finken vor Sonnenaufgang sich hören lassen, Krähen hoch über Felsen, Thürme und Gebäude fliegen, die Köpfe aufrecht tragen, und nach solchem Fluge Wasser aussuchen und die Köpfe eintauchen, Schwalben nahe an Mauern vorüberfliegen und dabei in nahe Gewässer tauchen, wenn sich die Tauben baden, spät Abends vom Felde heim­kehren und die Störche ihre Jungen im Neste bedecken, wenn die Kraniche und Geier bei schönem Wetter schreien und das SauS-Federvieh sich im Staube wälzt. Wenn die Hunde raS fressen und die Katzen allzulange mit der Pfote sich putzen, HauShähne zur ungewöhnlichen Zeit und häufiger als sonst rufen und Regenwürmer in großer Anzahl aus der Erde kriechen, folgt bald anhaltender Regen. Vorübergehender Regen steht bevor, wenn die Laubfrösche rufen und dabei niedrig sitzen, inS Wasser gehen und untertauchen, Kröten hervorkriechen, Mäuse laut pfeifen, Maulwürfe hoch aufwerfen, Mücken im Schatten spielen, sehr hartnäckig Menschen und Thiere verfolgen, und wenn die Flöhe stechen. Regen folgt bald, wenn daS Hornvieh die Schnauze leckt, Schweine das Mutter zerstreuen, Schafe bei der Rückkehr vom Weidengange sich das Grasfress.n nicht wehren lassen, ungern in den Stall hmelngehen, und Blutegel in den Wassergefäßen auf bet Ober« Uche des Wassers sich halten. Häufiges Fliegen der Roß- kafer am Morgen bringt am Mittag Regen; Gewitter entstehen binnen 24 Stunden, wenn der Schlammpeizker (Wetterfisch) unruhig wird und aus dem Wasser emporschnalzt, Blutegel aus dem Wasser wollen, convulsivisch sich bewegen und «lenen sich schon in der Frühe nicht vom Bienenkörbe ent- ftrnm, oder wenn sie Mittags schaarenweise keimkehren, â letzteren Falle steht Sturm in Aussicht. Sturm steht

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«oaloe zu erwarten, wenn die Drosseln, Finken und Ziemer Provinz, welche dieses Jahr durch Hagelschlag gelitten haben, leyr unruhig flattern, die Fische springen und das Wasserhuhn dürste Nieder-Saulheim obenan stehen. Nachdem diese Ge-

untertaucht. Stürme leg'n sich bald, wenn der Eisvogel während des Sturmgebrauses zur See fliegt, Spatzen fröhlich schwirren, See- und Flußfische nahe an der Oberfläche schwimmen, Delphine während deS Sturmes Wasser spritzen und Maul­würfe aus ihren Gängen hervorkommen. Aber auch anerkannte Thatsache ist eS, daß die Thiere nicht allein 12—24 Stunden zuvor die WüterungSveränderung verkünden, sondern daß sie sich für längere Zeitabschnitte ob der kommenden Witterung vorsehen und so für uns bei richtiger und aufmerksamer Be­obachtung auch die Jahreszeiten nach ihrem Vorgefühle vor­aus verkünden, ob eS kalt oder gelind, regnerisch oder trocken, warm oder heiß, Frühling, Sommer, Herbst und Winter werde. In dieser Hinsicht sind uns die Zug- oder Wander­vögel vortreffliche Leiter. Viele Mäuse im Herbst und spät in den Winter hinein bockende Schafe lassen mit Wahrscheinlich­keit auf einen gelinden Winter schließen. Guten Grund, einen gelinden Winter zu erwarten, geben unS die Finken, wenn sie im December noch bei uns in unseren Gärten und Hamm weilen. Strenge und anhaltende Kälte steht im Winter zu erwarten, wenn die Vögel im Herbste fett sind, wenn die Zug­vögel, namentlich die Störche, Schwalben, Kraniche und Schnepfen, ungewöhnlich frühe fortziehen unb die heimischen Waldvögel im October und November ihre Nahrung in der Nähe menschlicher Wohnungen suchen. Ein fast untrügliches Merkmal ist aber für einen sehr kalten Winter, wenn die nordischen Zugvögel an den Küsten der Nord- und Ostsee er­scheinen und tief in daS Land hineinziehen. Moor-Elstern, Staare, KrametSvögel und Schneegänse früh schon erscheinen und die Saatkrähen schon im October wandern. Ungewöhnlich hohe Ameisenhaufen im Sommer und hochaufgebaute Mäuse- nester lassen einen kalten Winter erwarten, und wenn der Fuchs bet strenger Kälte bellt, wird die Kälte zunehmen. Hornisse und Wespen in großer Anzahl im October noch, prophezeihen einen kalten Winter. Rauhe Frühjahre verkünden unS das frühe Erscheinen der kleineren Vögel in Schwärmen in der Nähe der Häuser, namentlich der Rothkelchen und Meisen.

Nur der Nahe

* Wiesbaden, 12. Oct. Der hiesigeGemeinderath hat, wie die „Mittelrh. Ztg." meldet, gegen das Gesuch des Herrn F. Rüdling aus Offenbach um Errichtung eines zweiten Theaters im Römersaal dahier, nichts zu erinnern gefunden, nachdem die Bestimmungen des neuen Gewerbegesetzes jede Concessionirung überflüssig gemacht haben.

* Mainz, 11. October. Unter den Gemeinden unserer