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Zutelligenz. Blatt der MM Frankfurt a. M.,

Verbundm mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am h, Geistpförtchen, Schlachthausgasie 21.)

M 225 Donnerstag den 23. September 1869;

Vrberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und Ausgaben interessiren die Kulturkosten, welche pr. Tagwerk be- matmelleu Interessen. [trugen 1861/67 in sämmtlichen Staatswaldungen 8 kr. (im

v " (ehemaligen Salrnenbezrrk 3 kr. in Unterfranken und Pfalz

Frankfurt, 23. September. Ueber die Hauptergebnisse 9 kr., in Mittelfranken 11 fr). Die jährliche Culturfläche be- der Staatsgutswirthschaft an der k. bayer. landwirthschaftlichen trägt 34,780 Tagwerk, 16 Procent der ertragsfähigen Fläche; Centralschule Weihen st ephan aus der Periode vom ersten *'--—* *------ —t °—^^-^----- -*— ™ m------ — *

Juli 1868 bis 30. Juni 1869 wird bezüglich der Ernte 186 > Folgendes berichtet: Der Waizen hat sich in diesem Jahre im Korne besser ausgebildet als im verwichenen, da er weniger vom Roste befallen war. Dahingegen haben die neuangebauten Varietäten Spalding, Spalding prolific, Probsteier, Franken­steiner und Kaiserwaizen, mehr vom Roste gelitten. Der Probsteir Waizen hat durch die bedeutenden Winterfröste so sehr gelitten, daß er umgeackert werden mußte und wurde die Fläche mit Gerste angebaut. Von Roggen ist wiederum Kampiner und spanischer Doppelroggen angebaut; beide Sorten lieferten einen schönen Ertrag, sowohl im Korn als im Stroh. Als Saatgut konnte wenig abgegeben werden, da in diesem Jahre keine Nachfrage darnach war. Der im Herbste 1868 angebaute Raps stand sehr üppig, wurde aber von den Winter- frösten so stark beschädigt, daß er in diesem Frühjahre um- Seackert und daS Feld mit Pferdebohnen eingesäet worden ist, ie gleichfalls einen sehr üppigen Stand hatten. Von Gerste ist niederbayerische und Chevaliergerste angebaut. Beide Sorten haben einen recht guten Ertrag gehabt. Die Haferernte war im Stroh eine sehr üppige, dahingegen war der Körnerertrag weniger befriedigend, da die Pflanzen vom Rost befallen waren. Runkelrüben (Oberndorfer) und Wiesenmöhren gaben einen sehr guten Ertrag. Pferdezahnmais gewährte wiederum einen reichlichen Grünfutterschnitt. Kartoffeln gaben durch­schnittlich einen sehr reichlichen Ertrag, die nach der Gütlich- schen Methode angebauten sogar 51 Scheffel pro Tagwerk. Die Ernte von Klee und Dürrfutter war eine reichliche. — Nach statistischen Zusammenstellungen betrug der jährliche Holzertrag in Bayern, mit Ausschluß von Astreis und Stock­holz, 1861/67 von 2,221,546 Tagwerken produktiver Fläche Staatswald 1,044,451 Klafter, 0,47 Klafter pr. Tagwerk. DaS Nutzholz-Ausbringen stieg von 15 auf 25 Procent. Bei obiger Jahresnutzung hat die Steigerung des Nutzholzes um 1 Procent eine Mehreinnahme von 100,000 fl. zu Folge. Der Geldbetrag pr. Tagwerk betrug 1861/67 3 fl. 58 kr., 1855/61 2 fl. 56 kr., 1819/25 1 fl. 10 kr. Unter den Neben­nutzungen spielt die schädliche Laub- und Moos-Streu immer noch die wichtigste Rolle; zwar hat sich die Ausdehnung der­selben seit 1837/43 nahezu um die Hälfte vermindert, nämlich von 211,459 auf 122,650 Fuhren, während gleichzeitig der Geldwerth von 246,361 auf 372,441 fl. jährlich gestiegen ist, wovon übrigens nur 38 resp. 32 Procent eingingen. Von den

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darauf kommen auf Laubholzkulturen etwa 22 Procent, auf Nadelholz 78 Procent; auf Saat 55 Procent, auf Pflanzung 45 Procent. Die Gesammtausgaben haben 1819/25 46 Procent, 1837/43 37 Procent und 1861/67 39 Procent der Gesammt« einnahme beansprucht; die Verwaltungskostei^ aber sind von 25 Procent auf 18 Procent zurückgegangen.

Aus der Nähe.

* Offenba ch, 17. September. Die Ergebnisse der Ver­handlungen des hiesigen Gemeinderaths sollen von jetzt an wöchentlich in dem hier erscheinenden „Jntelligenzblatt" ver­öffentlicht werden. Die Verhandlungen selbst bleiben nach wie vor dem Publikum unzugänglich.

* Offenbach, 17. September. Heute war ein Ingenieur von der hessischen Nordbahn hier und hat Vermessungen be­züglich der nach Frankfurt anzulegenden Eisenbahn vorgenommen.

* Soden, 20. September. Das letzte schöne Wetter brachte uns noch ziemlich viel Gäste und verspricht die Nachkur ziem­lich leidlich auszufallen. Am neuen Badhause wird jetzt mit Energie gearbeitet und sind fortwährend 60—70 Mann be- schäftigt.

* Kronberg, 17. September. Fast in allen Städtchen unseres Regierungsbezirks, sogar in größeren Orten des Wester­waldes, sind schon längst Gewerbeschulen errichtet. In Kron­berg besteht eine solche bis jetzt nicht, weil von keiner Seite eine Anregung dazu gemacht wurde. Auf Betreiben des Hrn. Gehcime-Rath v. Gagern ist gegenwärtig ein Gewerbeverein im Entstehen begriffen, und auch die Gewerbeschule wird ver­muthlich nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wir können eine solche nur mit Freuden begrüßen, damit strebsame junge Leute nicht mehr genöthigt sind, wie bisher, ihre Weiterbildung außerhalb zu suchen. Von unserem Siadtrath läßt sich erwarten, daß er allenfallsige an ihn ergehende Gesuche, als Stellung des^Schullokals, Heizung desselben rc. bereitwilligst genehmigen

* Darmstadt, 21. Sept. Der außerordentliche Professor Dr. Friedrich Hein zerling ist zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Gießen, ins­besondere für das Lehrfach der Bau- und Ingenieur-Wissen­schaft, ernannt worden.

* Wiesbaden, 21. Sept. Procurator Dr. Emil Leis» ler, einer unserer ältesten Rechtsanwälte und eine populäre