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Intelligenz-Blatt

der SM Frankfurt a. Ä, verbunden mit dm Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am h. Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

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Dienstag den 7. September

1869.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 7. September. (Das Manöver bei Bergen am 2. September 1869.) Nachdem wir die Bahn bei Station Mainkur verlassen hatten, marschirten wir über Enkheim und Bergen dem Bivouac bei Vilbel zu. Es war 6y2 Uhr und wir konnten die Cavallerie gerade bei der Morgentoilette überraschen. Ein origineller Anblick: Offiziere wie Gemeine auf offenem Felde zwischen den Pferden sich waschen und kämmen zu sehen, dann wurde das übrige Stroh auf Haufen geworfen, gesattelt und „aufgesessen" ging es über Stoa und Stein. In Vilbel selbst herrschte reges Treiben. Artillerie, Husaren, Dragoner und Infanterie rückten durch den Ort dem Gronauer Hof zu. Bisher sahen wir fast nur Artillerie und Cavallerie, jetzt, jenseits Vilbel, lagen dann die Infanterie, sämmtliches Hessen-darmstädtisches Fußvolk, sowie die 34er Füsiliere. Wir marschirten weiter, Gensd'armen sprengten hin und her und — „der Großherzog kommt" — hieß es; alsbald fuhr auch ein Wagen (zweisp'ännig) heran und heraus stieg ein großer und wohlbeleibter Herr, es war S. K. H. der Großherzog von Hessen-Darmstadt selbst. Von dem Landrath Freiherrn von Schrötter aus Hanau empfangen, unterhielt sich der Fürst lange Zeit mit demselben, S. M. den König von Preußen erwartend. Nach Verlauf einer halben Stunde erschien dann der hohe Erwartete in einem vierspännigen Wagen. Beide Monarchen begrüßten sich. Nachdem S. M. noch einige freundliche Worte lachend zu dem Thronfolger von Hessen-Darmstadt sagte, vertauschte Höchstderselbe seine Mütze mit einem Helm, bestieg sein Roß „Sadowa" und ließ sich nun die anwesenden fremden Offiziere vorstellen. Es waren dies 4 französische, sowie englische, italienische und würtembergische höhere Offiziere. Nach diesem Ceremoniell sprengte der 72jährige Monarch mit jugendlicher Kraft und Gewandtheit sein Pferd regierend, dem Kriegs­schauplätze zu, woselbst alsbald ein Kanonenschuß das Zeicheu zum Beginn des Manövers gab. Gewöhnliche Vorpostengefechte bildeten den Anfang. Nach Beendigung derselben sah man die

unserer Seite wurde das Dorf durch 5 Batterien, welche auf einer Anhöhe standen und drei weiteren Batterien von anderen Seiten beschossen, während von den benachbarten Höhen von den Gegnern, Schuß auf Schuß erwidert wurde. Unter diesem : Feuer nun rückten 8 Bataillone von den Unseren (Darmstädter und Preußen) auf das Dorf zu. Bier Bataillone waren in Reserve und weitere 4 bildeten bie Sturmcolonnen. Zuerst entspann sich ein hitziges Plänklergefecht und als sich darauf der Feind zurückzog, folgte ein mörderisches Bataillonsfeuer, dann Angriff auf das Dorf, welcher jedoch von den Gegnern zurückgeschlagen wurde. Der Feind hatte längs der Nidder 2 bis 3 Bataillone aufgestellt und dieselben gaben auf die An­stürmenden ein solches fortwährendes Rottenseuer, daß sie sich unbedingt zurückziehen mußten. Nach dem Sammeln wurde der zweite Angriff gemacht und nach wiederholtem Stürmen, wozu auch Reservebataillone hinzugezogen wurden, durch die Ueber- macht das hartnäckig vertheidigte Dorf genommen. In einer wirklichen Schlacht würde das fortwährende fürchterliche Feuer Tausende von Menschen hinweggerafft haben. Diese beiden An­griffe, von den Tod sendenden Geschützen unterstützt, waren das Großartigste des ganzen Manövers. Nach der Einnahme Nieder­dorfeldens sollte sich das Manöver nach Bergen ziehen, doch der König ließ zur Waffenruhe blasen und gönnte dadurch dein er­matteten Militär wohlverdiente Ruhe und so endete dieses Manöver, an welches sich Mancher, der demselben beigewohnt hat, noch lange erinnern wird. Wenn wir die Cavallerie hier nicht erwähnen, so liegt der Grund darin, daß dieselbe nur die Flanken deckte und also nicht activ thätig war. Von Nieder­dorfelden marschirten wir zurück über Bergen und Enkheim auf die „Mainkur", von welcher wir alsdann theils in den unge­bührlich überfüllten Waggons, theils in Viehwagen unsere Rück­reise antraten.

H oas Dorf, welcher jedoch von den Gem wurde. Der Feind hatte längs der Nido,

Aus der Nähe

Dietz, 31. August. Die großherzogliche Familie von Oldenburg mit der Königin Wittwe von Griechenland ver- T ,------ ,-,------- Keßen Ijeute na^ 25tägigem Aufenthalte die schöne Schaum-

Tnrppenmassen der Gegner (wir kamen von der Westseite) burg. Fast alltäglich machten die höchsten Herrschaften Aus- h,„ ^nrMh»r flüge in die Nähe und Ferne. — Sicherem Vernehmen nat»

haben noch in den letzten Tagen die folgenden Personalver­änderungen bei der standesherrlichen Verwaltung zu Schaum- »j-u ---=........—^ — bürg stattgefunden. Kammerdirektor Cuntz und Kammerrach

Femd denselben raumen und sich zuruckziehen. Von hieraus Bend er sind unter Verleihung des Ritterkreuzes zweiter zog sich das Manöver stets mehr und mehr nordwärts, alsdann Klasse des Oldenburger Haus- und Verdienstordens als Ar

Sben Vorfelder Höhen herabziehen, mehrere Batterien be­issen unsere anriickenden Jnfanteriecolonnen, welche den von dem Feinde besetzten Gronauer Hof stürmten. Nun beschossen unsere Batterien ebengenannten Hof und mußte dadurch der

zog sich das Manöver stets mehr und mehr nordwärts, alsdann Wen mehrere Angriffe auf offenem Felde, gegen Anhöhen, Bat- terien rc. und zum Schluß wurde das Dorf Niederdorfelden von den "nsrigen gestürmt. Es war ein großartiger Anblick. Von

erkennung ihrer langjährigen treuen Dienste in den erbetenen Ruhestand versetzt; Rentmeister Nickel zum Kammerrath und Vorstand ber, gesammten standesherrlichen Verwaltung, die