Intelligenz-Blatt
der AM Frankfurt a. M.,
vLkbundm mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expeditton: am H. Geistpfèrtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 209 Samstag dm 4. September 1869.
UeberbliS der Ereignisse im Gebiete der politischen und matenellen Interessen.
haben wird; aber er kann nur im mündlichen Gespräch davon Gebrauch gemacht haben, da ja sonst der Entschluß der preußischen 'CabinetS zugleich angekündigt und überschritten worden wäre. — Wie wir hören, ist jetzt Seitens der schweizerischen Bundesregierung in Berlin eine Kundgebung eingetroffen, in welcher dieselbe sich dahin ausspricht, daß sie in der Anordnung der preußischen Regierung bezüglich der Ausweisung derjenigen Frankfurter, welche das Schweizer Bürgerrecht erworben,' um sich dem Militärdienst zu entziehen, nicht den geringsten Grund finden könne, um Derselben entgegentreten und oie ehemaligen Frankfurter, jetzt nominell Schweizer Bürger, gegen diese Ausweisung in Schutz zu nehmen. Ferner soll sich die Schweizer Bundesregierung in dieser Kundgebung gleichzeitig in sehr mißliebiger Weise über den Schacher ausgelaffen haben, welcher im Canton Basel namentlich mit dem Bürgerrechte in letzter Zeit betrieben worden, und an diese Hindeutung soll zu gleicher Zeit die Absicht angeknüpft sein, diesem Verfahren energisch entgegentreten zu wollen.—Wir erwähnten kürzlich, daß der Director deS Berliner statistischen Bureau's auf dem internationalen
Frankfurt, 4. September. Die süddeutsche „Volkspartei" einerseits und die österreichische Presse andererseits lassen sich die Mühe nicht verdrießen, die Fabel von einer preußischrussischen Allianz auf das Tapet zu bringen, jene in der Absicht, die freiheits-feindlichen Tendenzen Preußens zu documen- tiren, diese, um Ungarn gegen Preußen mißtrauisch zu machen. So ist jetzt in der österreichischen Presse davon die Rede, daß zwischen Rußland und Preußen geheime Unterhandlungen gepflogen würden, weil Rußland eine neue Eintheilung und Organisation Polens beabsichtige, wodurch auch Preußen mit berührt werde. Und um das Mährchen glaubhafter zu machen, wird hinzugefügt, daß Herr von Balan nur deßhalb, weil er vorzugsweise mit polnischen Verhältnissen vertraut sei, zur Stellvertretung des Unter-StaatssecretärS v. Thile hierher berufen worden sei! Nun ist aber in aller Welt nicht abzusehen, weßhalb Preußen eine Verständigung mit Rußland zu suchen hätte, wenn dieses Polen neu einthetten und organistren will, da diese Pläne doch selbstverständlich an der preußischen Grenze anhalten müssen. Was aber Herrn von Balan betrifft, so ist er allerdings einmal, vor 25 Jahren — aber nur ein Paar Monate lang — General-Consul in Warschau gewesen; indessen kam wohl bei seiner jetzigen Berufung schwerlich diese Funktion in Betracht, ganz gewiß aber der Umstand, daß er, unter dem Ministerium Manteuffel, lange Zeit als Director der politischen Abtheilung im auswärtigen Amte fungirt hat, also vollständig mit dem Geschäftsgang vertraut ist, während ihn außerdem seine diplomatischen' Talente zu der wichtigen Stellvertretung empfehlen. Was übrigens die russisch-preußische Allianz betrifft, so werden die darauf abzielenden Gerüchte durch ein geradezu entgegengesetztes aufgehoben, welches die „France" in Umlauf gesetzt hat. Die '„France" nämlich versichert, daß zwischen Preußen und Rußland eine Spannung eingetreten sei, und gibt sogar die Gründe an, aus- welchen das Mißvergnügen Rußlands herzuleiten sei. — Die „N. A. Z." versicherte, daß Preußen darauf verzichtet habe, auf den durch die Veust'sche Depesche vom 15. v. M. angetragenen Schrift- wechsel einzugehen, wogegen die Elberf. Ztg." "versichert, die preußische Replik auf die Beust'sche Depesche sei am 27. v. M.
Wien angelangt. Wir werden durch diese Versicherung nicht gebracht, an der Angabe der „N. A. Z." zu zweifeln.
Kan hört für bestimmt versichern, daß allerdings chrige Depeschen ........... »v....^.™..a V>H^ -......
Frhrn. von Werther expedirt worden sei, aber eben nup nehmen. Mitglied der Zweigvereine kann jede männliche, Am Zweck, um ihn von der Entschließung der Regierung würdige und unbescholtene Person, ferner öffentliche Behörden, "Ntmß zu setzen. Es ist begreiflich, ja selbstverständlich, Gemeinden, Corporationen, Vereine, Institute, Gesellschaften “B n diese Mittheilungen dem Grafen Beust nicht vorenthcltenu. s. w. werden. Der Jahresbeitrag ist auf 3 Thlr. normirt,
statistischen Congreß im Haag, der am 6. d. M. eröffnet wird, den Antrag stellen wird, „em statistisches Vereinsnetz btr Länder deutscher Zunge" zu begründen. Geh. Rath Dr. Engel hat zu diesem Zwecke bereits ein Statut entworfen, Welchs als Zweck des Vereinsnetzes angibt: 1) die selbstständige Beschaffung statistischer Notizen aus allen Gebieten des Staatsund Volkslebens zur Beantwortung der Fragen der Wissenschaft, der Gesetzgebung und Verwaltung und deS öffentlichen Interesses; 2) die werkthätige Unterstützung der Staats- und Gemeindebehörden bei allen größeren statistischen Operationen, namentlich aber bei den periodischen Volkszählungen, bei den Gebäude- und Viehzählungen, bei den Aufnahmen für die landwirthschaftliche, gewerbliche, Handels- und Verkehrsstatistck, ferner bei statistischen Untersuchungen (s. g. Enquèten) über einzelne Zeitfragen; 3) die Verbreitung richtiger Ansichten über den Nutzen der Statistik und die Darlegung des rechten Gebrauchs ihrer Resultate durch Wort und Schrift; 4) der mündliche Gedankenaustausch und die gegenseitige Belehrung über statistische Fragen und Angelegenheiten und 5) das gedeihliche Zusammenwirken der amtlichen mit der privaten Statistik. — Nach dem Statut sollen ferner in jeder größeren Stadt oder in jedem Kreise stattstischeZweigvereine ins Leben gerufen werden und ein in Berlin seinen Sitz habender „Centralvorstand" die Centralleitung dieses Vereinsnetzes über«