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Intelligenz-Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expeditton: am h. GeistpfSrtchcn, Schlachthausgaffe 21.)

M 205

Dienstag den 31. August

1869.

Ueberbiicl der Ereignisse im Gebiete der politischen und materlellen Interessen.

statt (s. meine drei Schützenfeste 1582, 1671, 1707 S. 35). Die zweite Schützengesellschaft war die auf dem Galgenwall (Mainzer-Wall), welche ebenfalls wöchentlich ihre Schieß­übungen hielt und sich dabei des gezogenen Pürschrohres mit dem französischen Schlosse bediente, aus freier Hand fchoß und unter zwei Schützenmeistern stand. Auch diese Gesellschaft erwähnt die Lersner'sche Chronik I. S. 507. Das so bedeutende Hauptschießen von 1582 wurde hier auf diesem Schießstande obgehalten (I. e. S. 14) und dauerte vom,29. Juli bis 18. August. Ueber dieses letztere Schießen findet sich in den

Frankfurt,30. August.(HistorischesüberdieFrnnk- furter Schützengilde.) Herr Ernst Kelchner schreibt über die Frankfurter Schützengilden: „In Frankfurt am Main bestanden bis zu Anfang dieses Jahrhunderts drei Schützengesellschaften, deren älteste die sogenannte Srahlschützen- geseüschast ist, welche zu ihrer Aufsicht zwei Kleinodsmeister batte. Diese hielt wöchentlich Uebungen mit Armbrust und Pfeilbolzen, schoß um sogenannte Hosentücher und Barchend und wurde das Schießen auf dem Woll-Graben, später an der Catharinenpforte, abgehalten. Von ihnen sagtLersner in seiner Frankfurter Chronik 1, 505. Den 10. August 1468, „fieng man an unsere neue Ziel-Statt zu machen bey des Meisters Peters, der Stadt Armbrusters Hauè in dem Graben" und in den Stadt-Rechenbüchern findet sich der Eintrag im Jahre 1468: „XX Pfund als der Rad befohlen hat zu steuer zu geben zum Buwe des Schießberges des Hauses zu bauen hinder dem Armbruster Peter uff dem Graben " Bei Gelegenheit der Be­schreibung des Holgrabens kommt Ballonen in seiner örtlichen Beschreibung der Stadt Frankfurt am Main (Manuscript Seite 1310) auch auf diese Schützengesellschaft zu sprechen, indem er das Haus „Salzmagazin" beschreibt und von diesem Hause unserzählt: Satzmagazin, vorher Vergantungshaus, sonst aber das Schießhaus; dasselbe steht wieder dem Mittelthore auf der I mittägigen Seite des Holzgrabens. Es war vor langen Zeiten her das Schießhaus der Stahl- und Armbrustschützen, die I ihren Scheibenstand hinter der Liebfrauenkirche hatten und blos aus einer Gesellschaft von Adeligen, Doctoren und vornehmen Kaufleuten bestanden. 1801 hörte die Schießgefellschaft auf und das Gebäude wurde zu einem Vergantungshause eingerichtet". Da diese Gesellschaft mehr die vornehmeren Büger zu ihren Mitgliedern zählte, kommt es auch, daß wir den Graben auch unter dem Namen „der Junkherngraben" bezeichnet finden, denn wir besitzen eine Stelle in den Stadt-Rechenbüchern von 1564, welche also lautet: „den Armbrustschützen uff dem Junkhern­graben- 'rm Hauptschießen nach alter Gewohnheit 2 fl. jährlich Steur". Auch wurde er schlechtweg der „Schießgraben" ge­nannt, was sich ebenfalls mit einer Stelle aus den Stadt-

Die drttte

Stadt-Rechenbüchern von 1584 folgende interessante Stelle: „Zu den zwei Schießen (Armbrust- und Büchsenschießen) und zu dem Glückshafen sind Verordnete des Raths und es werden fremde eingenomniene Geldsorten, selbst eine Monstranz zu St. Petern zu gangbaren Reichsgulden umgeschmolzen und ge­prägt." Der bei diesem Schießen ausgestellte „Glückshgfeu" war zu Gunsten der Stadt aufgestellt, wie aus einer anderen Stelle der Stadt-Rechenbücher aus dem Jahre 1583 hervor­geht, welche also lautet: „Die Herren so zum Glückshafen ver­ordnet gewesen, haben (nach Abzug der Unkosten) noch einen Ertrag abgeliefert von 434 Gulden 18 Sch. 7 H." Die dritte Gesellschaft war die auf dem Fischerfelde, welche ebenso wöchentlich zweimal ihr Schießen abhielt und um Hosen­tücher und Barchend schoß, und zwar mit glatten Büchsen. Außerdem wurden Geldgaben und ein Stück Geld zu einem Ochsen verschossen und wurde der Ochse nach dem Schießen mit einer Procession in der Stadt herumgeführt (Lersners Chronik I. 507). DaS große Schießen von 17M wurde hier auf dem Fischerfelde abgehalten. Die 1792 errichtete Schaif- schützengesellschaft kann hier weniger in Betracht kommen, da sie mehr ein militärisches Corps, als eine Gesellschaft bildete. Die Urschützengesellschaft hätte nun den Beweis zu liefern, daß sie von einer der drei obigen Gesellschaften abstamme, oder aus ihnen hervorgegangen wäre, denn eine Stiftung dieser Gesellschaft läßt sich wohl schwerlich urkundlich aus jener Zeit nachweisen und wenn wir auch annehmen wollen, daß sie die Erbin des Inventars der einen oder anderen jener sei, so kann immer durch die bloße Uebernahme, noch keine 400jährige Stiftung angenommen werden; merkwürdigerweise findet sich der Name „Urschützengesellschaft" urkundlich nirgends

Rechenbüchern vvon 1598 belegen läßt, welche also aussagt: erwähnt, und selbst die Lersner'sche Chronik schweigt über ihr »Den Schützen uffm Herrn Schreßgraben zahlt man für 7 Jähr^Dasein. Sollte jene Schützengesellschaft jenen Beweis nicht ledeè Jahr 2 fl. zu ihren gewöhnlichen Schweinschießen für führen können, dann bleibt allerdings nur die Alternative: die Jahre 1592—1598 also 14 fl." Ferner liegt uns eine sie ist entweder viel älter als 400 Jahre oder )ie stammt erst ; m?H^ârkunde von 1580 vor, welche ein Hans auf folgende aus dem Ende des vorigen oder gar aus dem Anfänge dieses beschreibt: „Huß — an der Catharinen-Pforte uff eynerJahrhunderts, wenn wir nicht unnehmen können, daß sie aus M das uff der andern Seite gelegene stoßt hinten uff den den Trümmern der letzten drei Gesellschaften entstanden ist ^-ciMßgraben". Hier fand auch das große Schießen von 1671 und somit als deren Erbe zu betrachten ist, was auch erst