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Intelligenz-Blatt

der Stadt Frankfurt a. M^

Verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 193 Dienstag den 17. August 1869.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politisches und sich von Oesterreich abzuwenden. Unsere Politik ist, daß wir materielles Interessen. (denen, welche unseren Regenerationsproceß mit ihren Sy mpa-

1 ähieen begleiten und diese bethätigen, warmen Händedruck reichen.

Frankf, lrt. 17. August. Die Rede des Grafen Beust Eine kalte Hand kann sich mit unserer nicht begegnen. Redner in der Ausschußsitzung der Delegation des Reichèrathes lautet kommt schließlich auf die berühmte Abneigung gegen Preußen, in ausführlichem Resumb: Graf Beust bezeichnet die Aus-Ein großer Theil der Reibungen mit Preußen sei auf Rechnung stellungen, welche er heute zu bekämpfen hat, als eine Folge des Rothbuches und seiner unvermeidlichen Consequenzen zu von Angriffen, welche von außen her gegen ihn gerichtet seien. setzen. Die hierbei in Erwägung gebrachten Umstände haben Er hält es für eine unbedingte Pflicht, allen ungerechtfertigten in Wirklichkeit den ihnen zugeschriebenen, viel zu viel Eindruck Beunruhigungen entgegen zu treten. Die Delegationen haben machenden Einfluß nicht. Bei diesem Anlasse hebt Graf Beust sich unter Umständen versammelt, welche irgend eine Ver­wickelung nach außen zur Erscheinung brachten. Die manchen Politikern als schwarzer Punkt erschienene belgisch-französische Differenz. hat eine gütliche Beilegung. Seitdem ist eine neue Verwicklung nicht zu verzeichnen gewesen. Redner führt aus, daß die Vorlage des Rothbuches nicht geeignet gewesen sei, irgend welche Unruhe zu erzeugen, und daß der Sturm der Kritik, welchen die jedesmalige Vorlage des Rothbuches her­vorrufe, darauf abziele, die betreffende Einführung zu verleiden. Die Rolhbücher seien eine Folge der Oeffentlichkeit. Wolle man die Oeffentl-chkeit, so müssen auch die Folgen hingenom- nien werden. So gut die parlamentarische Tribüne das wirk­samste Corrcctiv für die Presse sei, eben so könne auch die Institution diplomatischer Aktenstücke als diplomatische Tribüne ein Correctiv für dir Zeitungspolemik in der auswärtigen Politik werden. Graf Beust erörtert, daß die in Folge des Erscheinens der Rothbücher entstandenen Beunruhigungen keine tiefgehende Bedeutung haben, und selbst diese mit der Zeit verlieren werde. Redner resumirt sodann die gegen den In­halt des Rothbuches erhobenen Einwürfe in drei Punkten: Unnütze Einmischung in deutsche Angelegenheiten, besondere Hinneigung zu Frankreich und gleiche Abneigung gegen Preußen. Aus der Rede des Reichskanzlers theilen wir sodann noch Folgendes mit: Auf die berührte Hinneigung zu Frankreich übergehend, leugnet Redner nicht die sehr guten freundlichen Beziehungen zur französischen Regierung, welche uns im Ver­laufe Der letzten Jahre wiederholt Beweise ihrer aufrichtigen Theil­nahme gegeben, an mehreren Orten und bei mehreren Fragen uns zur Seite gestanden und uns ihre guten Dienste gewährt hat. Mögen andere Regierungen nicht sagen, daß sie dies auch gethan haben würden, wenn man ihnen auch die Gelegenheit geboten hätte. Wir haben die französische Unterstützung nicht nachge­sucht. Dieses gute Vernehmen mit Frankreich ist nicht blos

in der Tusschußsitzung bei in ausführlichem Resumä:

die versöhnliche Haltung des preußischen Gesandten Baron v. Weither hervor, welcher stets gewiß sei, freundlichen Empfang bei ihm zu finden, und welcher nicht im Detail beobachten könne, was anderwärts vorgehe. Redner geht sodann zu einigen Bemerkungen über die officiöse Presse über und behält sich für die Specialdebatte vor, auf das Verhältniß Oesterreichs zu Rom überzugehen. Er weist die Anschuldigung persönlicher Abneigung gegen Preußen zurück und betont, daß er die Interessen der außerungarischen Monarchie überall hüten und vertheidigen werde, wo er sie bedroht sieht. „Die Allianzen", schließt der Reichskanzler, „sind am besten in Oesterreich selbst zu suchen." Je mehr wir uns im Innern alliiren, desto besser werden wir die Angriffe von außen parireu."

NuS der Nähe

* Offenbach, 11. August. Die Bürger unserer Stadt sehen eben mit großer Spannung einer Mittheilung aus Berlin bezüglich der von Steinheim hierher zu bauenden Eisenbahn entgegen. Es ist nämlich die königliche Oberbau-Direction in Berlin von unserem Gemeinderath gebeten worden, detaillirte Kostenvoranschläge fertigen zu lassen in Betreff der Bahn-An­lage an der Mamlinie. Ein Theil der Bürgerschaft wünscht die Ausführung derselben, während einem anderen Theil das südliche Areal für Offenbach besser dünkt. Im Fall dieses ge­wählt würde, hätte die Stadt eine Ausgabe von etwa 160,000 fl. zu bestreiten und der hessische Staat circa 27,000 fl., weil Preußen das erforderliche Gelände nach der noch vom Jahr 1823 bestehenden Schätzung acquiriren könnte und Stadt und Staat die eben erwähnten Summen an die Grundeigenthümer zu­legen müßten. Sollte jedoch die Mainlinie gewählt werden, so würde Offenbach mehr zu tragen bekommen, denn der preußische Herr Geheimerath Weishaupt hat hier münd-

cZ ^" n>"c vcmryuitu um yiuuiituy iji muu inu»,yicubi]U|e Herr Wcyeuneraiy ^LU etsy aupt yat yler münd­en die betreffenden C-binette beschränkt, es beruht auch wesent-lich die Erklärung abgegeben: 1) daß die Einzwänguna der »ch auf den Volkèsympathieen. In Frankreich hegt man für Eisenbahn zwischen Stadt und Main höchst nachtheilia für

Völker Oesterreichs, Deutsche, Magyaren oder Slawen, Offenbach sei und nicht im Interesse Preußens liege, auch ^richtige Sympathieen, weil sie zu Oesterreich gehören, nicht Mehrkosten im Betrage von 150—200,000 Thlr. erfordere Etwa bald für diese, bald für jene, je nachdem sie Miene machen, und daß 2) die könial. Oberbau-Direction, in Berücksickitiouim'

etwa bald für diese, bald für jene, je nachdem sie

tene machen, und daß 2) die königl. Oberbau-Direction, in Berücksichtigung